Genuss lebt auch von den Gegensätzen

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 Beim Frauentreff drehte sich in Donnstetten alles um Genuss.
Beim Frauentreff drehte sich in Donnstetten alles um Genuss. (Foto: Baumeister)
Schwäbische Zeitung

„Genüsslich leben – was unsere Seele braucht“ – unter diesem Motto fand in Donnstetten beim Frauentreff „ein sehr genüsslicher Abend statt“, wie es in einer Mitteilung heißt. Doch was ist Genuss, was braucht man dazu?

Zwei Beispiele: Für den 15-jährigen hungrigen Schüler ist es der erste Biss in den Döner in der Mittagspause, für die 60-Jährige ist es der Moment am Abend, wenn alles geschafft ist und sie sich vor den Ofen setzen kann. Freiwilligkeit und genügend Zeit seien unbedingte Voraussetzungen, um sich einem Genuss hingeben zu können, heißt es weiter. Im Vortrag von Referentin Diana Baumeister aus Westerheim hörten die Frauen im hübsch hergerichteten Gemeindehaus, dass zu seelischen Grundbedürfnissen neben der Genussfähigkeit auch Kreativität, die Kraft und der Mut, Neues auszuprobieren, auch lebensfreundliche Beziehungen gehören. Der Vortrag mündete in eine angeregte und heitere Diskussion. Genuss lebe aber auch von Gegensätzen. Für den, der friert, sei ein heißes Bad richtig herrlich, und nur wer Hunger hat, könne den Braten voll genießen, und nach anstrengender Arbeit sei die Ruhe umso schöner. Auch Maß und Ziel seien wichtig: Das dritte Stück Torte schmecke nicht mehr halb so gut wie das erste.

Natürlich gab es an diesem Abend genügend Zeit, um sich gegenseitig eine Rückenmassage zu gewähren und die Köstlichkeiten, die die Frauen mitbrachten, bei heißem Tee und entspannten Gesprächen zu genießen.

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