Fußballer des SV Westerheim trainieren in Bosnien für das Ziel Bezirksliga

Lesedauer: 7 Min
Schwäbische Zeitung

Das hat es in der Geschichte des SV Westerheim wohl noch nie: Die Fußballer haben sich fünf Tage lang in Bosnien im Trainingslager auf die Rückrunde in der Kreisliga A/Alb vorbereitet und den Grundstein für die verbleibenden Spiele im Aufstiegsrennen gelegt. Im bosnischen Citluk weilten die Kicker und ihre Begleiter. Sie trainierten fleißig, genossen aber auch das Miteinander in dem fremden Land.

Mitte Februar weilten die Fußballer im Trainingslager in Citluk. Der SVW-Tross macht sich mit 24 Spielern und fünf Trainern und Betreuern auf die Reise ins gut 1100 Kilometer entfernte Citluk in Bosnien, nahe der bekannten Marien-Pilgerstätte in Medugorje. Nach etwa 14 Stunden Fahrt machten die „Ausflügler“ Halt in einer kleinen kroatischen Hafenstadt, in der die Spieler sich für eineinhalb Stunden die Beine vertreten und den Ort besichtigen konnten.

Nach einer weiteren Stunde Busfahrt kam die Mannschaft im Zielort an, wo sie Bedingungen vorfanden, die an ein Trainingslager einer Profimannschaft erinnerte. Die beiden Co-Trainer Ivica Maric und Sasa Dojcinovic hatten alles sehr gut organisiert, was es für ein professionelles Trainingslager braucht. Im Hotel Brotnjo war die SVW-Mannschaft für sich, sie wurde drei Mal täglich mit hervorragendem Essen versorgt. Die Trikots wurden nach den Spielen sofort gewaschen und das Hotelpersonal kümmerte sich optimal um die Wünsche der SVW-Fußballer.

Gute Bedingungen vorgefunden

Am Ankunftstag stand am Nachmittag die erste Trainingseinheit auf dem etwa drei Kilometer entfernten Trainingsplatz auf dem Programm. Der Bus stand mit Fahrer Ante immer zur Verfügung und brachte die Mannschaft zu den Trainingseinheiten und Spielen. Am Abend entspannten sich die Spieler im Wellnessbereich des Hotels, da Trainer Frank Klingler am nächsten Morgen – wie an jedem Tag – bereits um 7 Uhr zum Lauftraining bat. Anschließend wurde gefrühstückt und um 9.30 Uhr das erste Mal trainiert.

Nach dem Mittagessen am Donnerstag stand das erste Testspiel auf dem Programm. Zunächst besuchte die Mannschaft das Stadion des Erstligisten NK Siroki Brijeg, bevor es gegen die U19-Mannschaft des mehrmaligen bosnischen Meisters ging. Auf dem Kunstrasen unterlag das Westerheimer Team knapp mit 3:2. Die SVW-Tore erzielten Max Rieck und Matthias Wölfle.

Der Tagesablauf am Freitag war nahezu identisch, nur hieß der Gegner dann NK Neretvanac Opuzen aus der dritten Liga Kroatiens. Für das Spiel mussten die SVW-Kicker also über die Grenze nach Kroatien fahren. Auch hier zeigte der SVW ein sehr gutes Spiel, verlor am Ende aber mit 6:2. Thomas Schulz und Ejub Klincevic waren die Torschützen auf Westerheimer Seite. Für Opuzen stand unter anderem ein U20-Nationaltorhüter Kroatiens auf dem Platz.

Am letzten Trainingstag wurde neben dem Lauf einmal auf dem Trainingsplatz im Ort trainiert, bevor ein Ausflug in das religiöse Zentrum in Medugorje führte. Dort wurde die Wallfahrtskirche und ein Museum besucht. Dann absolvierten die Gäste von der Schwäbischen Alb in einem Stadion, das dem SVW durch eine Werbeaktion zur Verfügung gestellt wurde, ihr letztes Training.

Nicht nur aufgrund der Ausflüge war die Reise nach Bosnien mehr als ein Trainingslager für die Fußballabteilung im SVW. Die Spieler lernten in diesen Tagen zu schätzen, welch gute Bedingungen es in Deutschland für Fußballvereine gibt. Den Samstagabend verbrachte die Mannschaft in der Stadt Mostar, aus der auch SVW-Neuzugang Damir stammt. Sein Bruder führte zusammen mit Sasa Dojcinovic durch die Stadt, bevor die Albler einen gemütlichen Abend in der Bar eines ehemaligen Profis von Hajduk Split und Real Saragossa.

Arno Volles ist mit dabei

Nach einiger Zeit wechselte dann die bosnische Musik zu der von „Charly Feelgood“. Mit dabei war auch Maler und „Stadionsprecher“ Arno Volles, der immer für gute Laune sorgte und immer wieder einen guten Spruch auf Lager hatte. Den morgendlichen Lauf am Sonntag schenkte Frank Klingler seinen Spieler, da er mit der Leistung über den gesamten Zeitraum sehr zufrieden war. Nach dem Frühstück machte sich der Bus des SVW wieder auf den langen Weg nach Deutschland und Baden-Württemberg und traf kurz nach Mitternacht in Westerheim ein.

„Ein überragendes Trainingslager, das die Spieler und Verantwortlichen des SVW wahrscheinlich nie vergessen werden“, lautete das Fazit der Exkursion. Der größte Dank ging an Sasa Dojcinovic und Ivica Maric, die die gesamte Organisation übernommen hatten. Seit dieser Saison sind die beiden als Co-Trainer von Frank Klingler im Einsatz.

Ivica Maric bringt seine Erfahrung, die er als Profi in Kroatien bei Cibalija Vinkovci und NK Rijeka gesammelt hat mit ein. Um eine erfolgreiche Rückrunde in der Kreiliga A Alb zu spielen, muss jedoch auch die nächsten Tage in Westerheim hart gearbeitet werden, um das große Ziel am Ende zu erreichen. Das ist der Aufstieg in die Fußball-Bezirksliga. Weiter geht es am 17. März.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen