Forscher finden Siedlungsspuren aus der Bronzezeit

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Die Ausgrabungsstelle bei Grabenstetten. (Foto: dpa)
Deutsche Presse-Agentur

Archäologen der Universität Tübingen haben die bisher ältesten Siedlungsspuren im Bereich der Keltenstadt Heidengraben auf der Schwäbischen Alb entdeckt. Bei den Funden handelt es sich unter anderem um Pfosten aus der Mittel- bis Spätbronzezeit (1600 bis 1300 vor Christus). Das teilte Gerd Stegmaier, wissenschaftlicher Referent der „Region am Heidengraben“, am Montag mit.

Der Heidengraben bei Grabenstetten (Kreis Reutlingen) gilt mit einer Gesamtfläche von 1800 Hektar als größte befestigte Siedlungsanlage der Keltenzeit auf dem europäischen Kontinent. Der Ort soll ein wichtiges Handels- und Verkehrszentrum zwischen Rhein und Donau gewesen sein. In Kooperation mit dem Landesamt für Denkmalpflege führt die Universität Tübingen dort Grabungen durch.

2018 wurde ein Urnengab gefunden

2018 fanden die Archäologen ein Urnengrab, ein Grubenhaus und Keramikscherben, die Stegmaier zufolge zu einem frühkeltischen Scherbenopferplatz gehörten. Außerdem wiesen die Forscher erstmals Bauelemente ritueller Grabenanlagen nach, an denen vermutlich Märkte oder andere Veranstaltungen stattfanden. Mit rund 200 Hektar ist es laut Stegmaier der größte bekannte Ritualplatz der keltischen Welt.

Seinen Angaben nach lässt sich am Heidengraben die Geschichte einer Landschaft verdichten wie bislang nirgends in Baden-Württemberg. Neue Grabungen beginnen Ende Juli. Wie Landeskonservator Jörg Bofinger mitteilte, soll künftig eine Georadaranlage eine gezieltere Untersuchung des Gebiets ermöglichen.

Grabenstettens Bürgermeister Roland Deh kündigte den Bau eines Besucherzentrums mit Kosten von rund sechs Millionen Euro an. Dort sollen unter anderem digitale Rekonstruktionen der Keltenstadt zu sehen sein.

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