Das bleibt einem indischen Pfarrer nach vier Wochen Deutschland in Erinnerung

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 Pfarrer Prakash Mathew Mattathil aus Indien.
Pfarrer Prakash Mathew Mattathil aus Indien. (Foto: Steidle)

„Ich hatte eine schöne und erlebnisreiche Zeit mit vielen netten Begegnungen“, sagt Pfarrer Prakash Mathew Mattathil aus Indien, der am Freitag die katholische Seelsorgeeinheit Laichinger Alb wieder verlassen wird. Einen Monat hat er Pfarrer Karl Enderle unterstützt und Gottesdienst in Westerheim, Laichingen, Suppingen und Berghülen mit den Gemeinden gefeiert. Er freue sich sehr auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr, denn auch im September 2019 möchte der 35-Jährige wieder auf die Schwäbische Alb kommen.

Er habe während der vergangenen vier Wochen sein Deutsch verbessern können und dafür mit seinen Gastgebern Ligia und Heinz Knehr jeden Tag fleißig geübt. Deutsch sei eine schwere Sprache, doch er habe Fortschritte gemacht, meint Pfarrer Prakash Mathew Mattathil, der jetzt nach seiner Rückkehr nach Rom mit seiner Doktorarbeit durchstarten möchte. Auf viel Unterstützung und Freundschaft sei er in Westerheim und der Region gestoßen, das habe ihn gefreut, sagt der indische Pfarrer. Er war kein Unbekannter, denn schon im Vorjahr war er einmal zur Aushilfe auf der Alb.

Was er an Deutschland schätzt

In Deutschland schätzt er die Kultur, die Schönheiten der Landschaft, die Sauberkeit und die Pünktlichkeit. Aufgefallen sei ihm, dass im Vergleich zu Indien nur wenige junge Leute die Messfeiern besuchen. Da habe er mehr Gottesdienstbesucher erwartet. Er sieht aber die gute Gemeinschaft in den Kirchengemeinden und die vielen freundlichen Leute. Geschmeckt habe ihn auch das gute Essen.

Wie Pfarrer Saji Joseph Mattahil, der zuvor im August zu Gast auf der Laichinger Alb sein dürfte, stammt Prakash Mathew Mattathil ebenfalls aus dem südindischen Kerala. Er hat von 2004 bis 2010 in Alwaye und am Mangalapuzha Seminar und in Bangalore am Dharmaram College katholische Theologie und Philosophie studiert und ist seit dem 1. Januar 2011 katholischer Priester. In den Folgejahren bis 2013 war er Kaplan, ehe er in den folgenden zwei Jahren der Sekretär und Assistent des Bischofs seiner Heimatdiözese Changanacherry war. Von 2015 bis 2018 setzte er seine Studien in Rom fort und bereitete seine Doktorarbeit über das Kirchenrecht vor, die er mit dem akademischen Grad des Lizenziats beendete. In den nächsten drei Jahren schreibt er seine Doktorarbeit am Orientalischen Institut in Rom zum Thema „Die Rolle des Bischofs im liturgischen Leben einer Diözese, bei der sein Schwerpunkt auf dem Kirchenrecht liegt.

Viele Tote in seiner Heimat

Mathew Prakash kam Anfang September aus dem Überschwemmungsgebiet in Kerala über Rom nach Westerheim. Das Jahrhunderhochwasser und die unglaublichen Fluten in seiner Heimat hat er miterlebt. Auch seine Diözese Changanacherry sei von den unglaublichen Wassermengen betroffen gewesen, berichtet er. Es sei eine Katastrophe mit vielen Toten gewesen, die Lage habe sich inzwischen entspannt. Nach Angaben der Regierung des Bundesstaats Kerala habe fast eine Million Menschen in Notlagern leben müssen. Mindestens 10 000 Häuser seien vollständig zerstört worden.

Nach Zahlen der indischen Wetterbehörde sei mehr als zweieinhalb Mal so viel Regen in Kerala wie im üblichen Durchschnitt gefallen. „Die Not war immens und die Menschen verzweifelt“, berichtet Mathew Prakash, dessen Familie zum Glück von den Fluten verschont blieb: Weil sie in höheren Lagen ihr Zuhause hat. Jetzt stehe der Wiederaufbau an. Die katholische Kirche habe bei dem Jahrhunderthochwasser viel Hilfe geleistet. Auch die indische Regierung habe finanziell den notleidenden Menschen geholfen. „Hoffentlich müssen wir derartige Fluten nie wieder erleben“, sagt der indische Pfarrer der zwei Brüder hat. Diese leben in Dubai beziehungsweise in Irland.

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