Chorgemeinschaft strapaziert mit „drei Weibern und einem Gockel“ Lachmuskeln

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Der lustige Dreiakter „Drei Weiber und ein Gockel“ aus der Feder von Erich Koch hat die Zuschauer in Westerheim sehr strapaziert, den die Laienspieler der Chorgemeinschaft Eintracht Westerheim auf die Bühne der Albhalle brachten.

Die neun Laiendarsteller um Regisseur Karl Wiedmann liefen zur Höchstform auf, sie boten ihrem Publikum bei drei Vorstellungen am Samstag und Sonntag einen Schwank voller Verwechslungen nebst einem Maskenball. Denn ein munteres Verkleidungsspiel um Frau und Mann servierten sie den begeisterten Zuschauern. Mit viel Situationskomik und flotten Sprüchen und Witzen überzeugten die Darsteller und landeten Lachtreffer um Lachtreffer. Verwechslung, Intrigen, geheime Liebeleien, Männer in Frauenkleidern und eine hintertriebene, ja sogar freche Nachbarin zeichneten den Schwank des Westerheimer Chors zu den Lichtmessfeiern 2019 aus.

Männer sind unerwünscht

Männern stehen die Frauen auf Oma Friedas Hof kritisch gegenüber. Ein Gewitter verschlägt dann gleich mehrere Herren oder „Göckel“ auf den Hof vom Oma Frieda, die angesichts eines heftig tobenden Gewitters die Nacht in dem Haus verbringen müssen. Sind in dem Lustspiel „Drei Weiber und ein Gockel“ die Männer im ersten Akt völlig tabu, so sind sie im zweiten bereits willkommen und im dritten mehr oder weniger einquartiert. Die neun Darsteller der Chorgemeinschaft Westerheim überzeugten mit viel Gestik und Mimik in einem derb-heiteren Stück.

Erfrischend agierten sie alle mit ungezügelter Spielfreude in ihren Rollen. Wie aus einer männerfeindlichen Hofgemeinschaft quasi über Nacht ein Liebesnest übermütig turtelnder Pärchen wird, das erlebten die Besucher bei dem kurzweiligen Theatervergnügen.

Mit drei „Weibern“ geht es los

„Drei Weiber“, das sind Oma Frieda (gespielt von Elisabeth Walter) und ihre beiden ungepflegten, wasserscheuen Nichten Lena (Eileen Bauer) und Irma (Anja Maier), bei denen so alle vier Wochen ein Badetag ansteht. Männerhass ist auf dem Bauernhof des resoluten Trios groß geschrieben. Die Schwestern hüten sich vor dem männlichen Geschlecht frei nach dem Motto: „Wenn ich Erotik sehen will, gehe ich in den Stall und guck den Hasen zu.“ Und ferner meinen die beiden Nichten: „Alles was lange Unterhosen anhat, ist faul und sauft“ und „Lieber einen Haufen Mist, als von einem Mann geküsst“.

Nur Knecht Anton (Thomas Rehm) wird von den Frauen akzeptiert, denn er taucht harmlos und trottelig auf und scheint schwer neben der Kappe zu sein. Er spielt mit entsprechender Kopfbeckung den Gockel, kräht kräftig und soll sogar Eier ausbrüten. Dauergäste auf dem „Drei Weiber-Hof“ sind die mannstolle Nachbarin Gunda (Michaela Herr) und der geschäftstüchtige Viehhändler Kuno (Karl Wiedmann), der seine naiv-doofe Tochter Anni (Ronja Baumeister) an den Mann bringen will. Dies ist die Ausgangssituation in dem turbulenten Stück, das dann im zweiten und dritten Akt noch Fahrt aufnimmt.

Fremde tauchen auf

Denn da wird der „weibliche Friede“ auf dem Bauernhof durcheinander gewirbelt, als zunächst der in den Bergen verunglückte Wanderer Ingo (Florian Sohn) und dann ein gewisser Tom (Markus Kässer) auftauchen, dessen Auto liegen geblieben ist. Da verwandeln sich die Schwestern Lena und Irma schlagartig in reizvolle junge Frauen und „Gockel Anton“ entpuppt sich als spitzbübischer Liebhaber, der das Herz des Viehhändlers Tochter rasch erobern kann. Kaum mit Anni allein, beeindruckt dieser sie als wahrer Gockel.

Dann zieht noch ein heftiges Gewitter mit kräftigen Donnerschlägen auf mit dem Fürbittgebet an den Schutzpatron des Feuers: „Lieber Heiliger Florian verschon’ unser Haus, zünd lieber ois in Laichinga a“. Die Ereignisse geraten nun außer Kontrolle, denn zu den beiden Gästen gesellen sich noch Viehhändler Kuno und Tochter Anni, aber auch die tratschende Nachbarin Gunda.

Verkleidungen starten

Um im Haus der Oma nächtigen zu dürfen, schlüpfen Ingo und Tom als Inge und Tamara in Frauenkleider und Anni als Ali in die eines guten Freundes. Schnäpschen sollen Mut für die Nacht bringen, was dann Chaos auf der Bühne erzeugt. Eine verrückte Nacht mit allerlei Missverständnissen beginnt, in der einige Gestalten durch die Bauernstube schleichen, die zuerst Gunda, dann Oma Frieda an den Rand des Wahnsinns treiben. Die Nachbarin selbst nutzt die Situation und verführt verkleidet als Tamara den beschwipsten Kuno. Schließlich glaubt Oma Frieda, mit Mistgabel in der Hand und von Alpträumen geplagt, dass ihr letztes Stündlein geschlagen hat.

Was dann Oma Frieda alles so sieht, das lässt sie in ihrem Sessel zur Schnapsflasche greifen: „Lieber besoffen, als verrückt“, sagt sie sich, worauf die Verkleideten gestehen, was sie gesehen und erlebt hat. Alles löst sich in Wohlgefallen auf, und die Paare bekommen Friedas Segen zu gleich vier Hochzeiten unter einer Bedingung: „Sagt mir das nächste Mal Bescheid, wenn ihr wieder einen Maskenball macht.“

Kräftiger Schlussapplaus

Zum Abschluss des Theaterspiels gab es einen kräftigen Schlussapplaus für die neun Darsteller auf der Bühne, aber auch für Souffleuse Elfriede Mayer und Souffleur Bernhard Gaus sowie für Elfriede Baumeister, die für die passende Maske verantwortlich war und die diesmal bei all den Verkleidungen im Hintergrund viel zu tun hatte. Die Gäste begrüßt hatte der Vereinsvorsitzende Klaus Ascher, der sich freute, dass trotz des Schneetreibens und der Schneeglätte so viele Besucher den Weg in die Albhalle gefunden haben.

Er lobte noch die tollen schauspielerischen Leistungen der Gruppe um Regisseur Karl Wiedmann, die sich über Wochen auf den Theaterabend vorbereitet hatte. Dickes Lob erhielten die beiden neuen Gesichter im Ensemble, Eileen Bauer und Florian Sohn, sowie Anja Mayer für ihr geglückes Comeback.

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