Bau-Planungen scheitern in Römerstein

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Römersteins Bürgermeister Matthias Winter (links, hier am Zaininger Ratstisch neben Ortsvorsteher Markus Class) muss in diesem J
Römersteins Bürgermeister Matthias Winter (links, hier am Zaininger Ratstisch neben Ortsvorsteher Markus Class) muss in diesem Jahr schon mit zahlreichen Widrigkeiten kämpfen. Jetzt sieht es auch in Sachen Bauplätze eher düster aus. Gleich drei Aufstellungsbeschlüsse mussten zurückgenommen werden, weil die Projekte nicht umsetzbar sind. (Foto: Archiv- hjs)
Mara Sander

Die Gemeinde Römerstein hat versucht neue Wohnflächen in Böhringen, Donnstetten und Zainingen auszuweisen und entsprechende Aufstellungsbeschlüsse für Bebauungspläne in den Jahren 2018 und 2019 gefasst. Diese hat der Gemeinderat in seiner Novembersitzung aus unterschiedlichen Gründen aufgehoben. Größtenteils sind die Projekte, so wie sie angedacht waren, nicht realisierbar.

„Die Strategie ist ja wichtige Grundstücke in Gemeindebesitz zu bringen. Es ist nicht so, dass wir den Bedarf für Wohnflächen nicht erkennen oder nichts getan haben, aber wir sind auch auf die derzeitigen Eigentümer der Grundstücke angewiesen“, betonte Römersteins Bürgermeister Matthias Winter. Gleichzeitig appellierte er erneut an Grundstücksbesitzer, Haus- und Wohnungseigentümer freie Flächen zum Verkauf oder zur Vermietung zur Verfügung zu stellen. Er wies damit auf vorhandenes Innenentwicklungspotential durch Leerstände und Bauflächen in Privathand hin.

Eigentümer wollen nicht verkaufen

Ohne Bereitschaft der Grundstückseigentümer zum Verkauf kann der Bebauungsplan „Braike“ in Donnstetten mit dem Ziel Ausweisung eines allgemeinen Wohngebietes für die städtebauliche Entwicklung einer ergänzenden Wohnbebauung am Ortsrand aus eigentumsrechtlichen Gründen derzeit nicht realisiert werden. Dabei sei nicht der Preis ausschlaggebend, wie Winter erklärte, sondern die grundsätzliche Eigentümerentscheidung nicht zu verkaufen. Das Gleiche gilt für den Bebauungsplan „Münsinger Straße“ in Zainingen.

Lärmschutz und Ökologie würde Bauplätze teuer machen

Für den ebenfalls aufgehobenen Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan „hinter den Wiesen“ im Bereich der Gemeindehalle in Böhringen gab es mehrere Faktoren, die zu dieser Entscheidung führten. Da ist einerseits der Verkehrslärm der Landesstraße 252. Eine Umsetzung der Wahnbauflächen wäre zwar durch geeignete Lärmschutzmaßnahmen machbar, würde aber die Grundstückseigentümer wirtschaftlich belasten, so Winter.

Andererseits wurde bei ersten Sondierungsgesprächen in Form einer Informationsveranstaltung mit den beteiligten Grundstückseigentümern auf den hochwertigen Streuobstwiesenbestand und realisierte Ausgleichsmaßnahmen von Seiten der Grundstückseigentümer hingewiesen. Außerdem seien die Nähe zur Gemeindehalle und die erst vor wenigen Jahren hergestellte Heizzentrale der NER (Neue Energie Römerstein) als Gründe genannt worden, die gegen eine Bebauung an dieser Stelle sprechen würden.

„Die Lage und die unmittelbar angrenzenden Nutzungen würden eine Entwicklung des Gebietes erschweren und wären nur mit gewisser Kostenbewältigung umsetzbar. Da von einer weiteren Entwicklung abgesehen werden soll, ist es erforderlich den Aufstellungsbeschluss vom 21. November 2019 des Bebauungsplans „hinter den Wiese“ aufzuheben“, begründete Winter die Entscheidung für dieses Gebiet.

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