Aufstieg: SVW-Fußballer wollen in die Bezirksliga

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 Einen großen und kompakten Kader kann der SV Westerheim in der laufenden Saison stellen, ferner einen tollen Teamgeist.
Einen großen und kompakten Kader kann der SV Westerheim in der laufenden Saison stellen, ferner einen tollen Teamgeist. (Foto: Steidle)

Zwei Tabellenführer bei den aktiven Fußballern kann die Fußball-Abteilung des SVW Westerheim stellen: Sowohl die erste wie die zweite Fußballmannschaft stehen auf Platz eins in den jeweiligen Tabellen. Beide Teams können auf eine sehr erfolgreiche Vorrunde zurückblicken. Die erste Mannschaft um Trainer Frank Klingler hat sich in der Kreisliga A Alb am letzten Spieltag der Hinrunde den ersten Tabellenplatz gesichert.

Mit 33 Punkten bei einem Torverhältnis von 35:12 steht sie auf Rang eins vor dem TSV Bermaringen und ist quasi Herbstmeister. Die zweite Garnitur des SVW hat den Titel des Herbstmeisters bei den Reserven in der Kreisliga A Alb geholt: Das Team um Trainer Sascha Dojcinovic hat 36 Punkte gesammelt und steht bei einem Torverhältnis von 56:6 souverän auf Rang eins, ebenfalls vor dem TSV Bermaringen.

In lediglich einem Punktspiel musste sich die erste Mannschaft des SV Westerheim in der Kreisliga A Alb in der Hinrunde geschlagen geben, und das war zu Beginn der Saison. Gegen den TSV Blaubeuren gab es einen 0:2-Ausrutscher, alle weiteren Spiele gingen an den SVW oder man trennte sich unentschieden. Ein großer Kader, ein guter Trainingsbesuch sowie ausgewogene und auf allen Positionen gut besetzte Mannschaften sind mit die Gründe für die beiden Tabellenführungen, ferner auch taktisch gut eingestellte Teams, die meist sehr konzentriert zu Werke geht. Mit zum Erfolg der ersten Garnitur hat sicherlich Neuzugang Ejub Klincevic vom SV Zainingen beigetragen, der Torgarant in den Reihen des SVW mit bislang elf erzielten Treffern. Mit Stephan Sonnentag (neun Tore) und Andy Jotz (vier Tore) hat der Sportverein zudem zwei torhungrige Stürmer in seinen Reihen.

Seit Sonntag an der Spitze

Am letzten Spieltag der Hinrunde haben die Fußballer des SVW das Herbst-Meisterstück in der Kreisliga A Alb quasi perfekt gemacht, als sie am vergangenen Sonntag den bis dahin in der Tabelle oben stehenden TSV Bermaringen schlugen. Konzentriert, taktisch diszipliniert und mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung stellten sich die SVW-Kicker dem Gegner entgegen und gewann die wichtige Partie verdient mit 1:0 – dank des Tores von Andy Jotz. Der knappe Sieg ist umso höher einzuschätzen, da mit Ejub Klincevic und Lukas Fähndrich sowie dem während des Spiels infolge von Rückenbeschwerden ausgefallenem Tobias Bohnacker wichtige Stammspieler fehlten.

Gerade in dem großen und ausgewogenen Kader sieht Albert Goll, Urgestein beim SVW und einst langjähriger Fußball-Abteilungsleiter, den Aufschwung und Erfolg des Teams: „Wie die Mannschaft die Ausfälle weggesteckt hat, wie sie diszipliniert spielte, das unterstreicht die derzeitige Klasse.“ Zudem würdigt er das fußballerische Können der jungen Spieler, den Teamgeist und das gute und harmonisierende Gespann an der Spitze zwischen Cheftrainer Frank Klingler und Abteilungsleiter Jochen Doll. Derzeit passe alles, vom Trainingsbesuch bis zum Einsatz und Kampfeswillen.

SVW-Urgestein Albert Goll hofft für die Rückrunde sehr, dass die Mannschaft in der am Sonntag beginnenden Rückrunde ruhig, ehrgeizig und mit Siegeswillen so weitermacht wie bisher. Ferner hofft er, dass sie nach der langen Winterpause schnell in Tritt kommt und im Frühjahr in einer für die Westerheimer Fußballer meist schwierigen Phase nicht unnötig Punkte liegen lässt. „Der Winter hat uns schon oft aus Trab gebracht und das Genick gebrochen“, erinnert sich Goll.

Damit dies nicht erneut der Fall sein soll, dafür haben die Verantwortlichen um Abteilungsleiter Jochen Doll, Trainer Frank Klingler und den Co-Trainern Sascha Dojcinovic und Ivica Maric vorgesorgt: Die Soccer-Arena in Merklingen wurde für regelmäßige Trainingseinheiten den Winter über frühzeitig reserviert, zudem ist für vier Tage im Februar ein Trainingslager in Bosnien gebucht, für das sich die Spieler selbst finanziell beteiligen. „Sie greifen fürs Trainingslager selbst in die Tasche, damit es nicht über die Vereinskasse finanziert werden muss“, erklärt Jochen Doll und lobt die Spieler für diesen Einsatz: „Sie geben alles für den Erfolg, das ist nicht selbstverständlich.“

Gutes Trainergespann

Abteilungsleiter Jochen Doll sieht ein Bündel an Gründen, die für den derzeitigen Höhenflug der SVW-Kicker sprechen: Da sei mit Trainer Frank Klingler und seinen Co-Trainern Sascha Dojcinovic und Ivica Maric ein engagiertes Trainergespann an der Spitze, das passe und harmonisiere. Der Trainingsbesuch mit mehr als 20 Spielern im Schnitt sei sehr gut und der Kader groß, wobei kein Spieler einen Stammplatz garantiert habe. „Wir haben in der ersten Mannschaft 16 bis 18 gleichwertige Spieler, die man jederzeit austauschen könne. Das ist das große Plus gegenüber den Vorjahren“, betont Doll. Kein Bruch sei zu erkennen, wenn mal Mitspieler ausfallen.

Insgesamt sei die Fußballmannschaft des SVW reifer geworden, die beständig Leistung bringe und auch bringen möchte. Die Berg- und Talfahrten der vergangenen Jahre mit unnötigen Niederlagen seien vorbei. „Die Mannschaft ist bereit für den Aufstieg und die Bezirksliga“, glaubt Jochen Doll und sagt auch warum: Im Pokalspiel gegen den Bezirksligisten SSG Ulm habe der SVW auf Augenhöhe gespielt, sei gegen den starken Gegner einem Sieg sogar nahe gewesen und habe sich erst in der Schlussphase unglücklich 1:2 geschlagen geben müssen. Dann sieht Goll einen starken Unterbau mit sehr guten und talentierten A- und B-Junioren, die da in den nächsten Jahren nachrücken und das Zeug für eine höherklassige Liga mitbringen.

Klingler warnt vor Verfolgern

Auch für Trainer Frank Klingler ist das Saisonziel klar: Der erste oder der zweite Rang sollte herausspringen. Sein Minimum ist die Relegation, doch lieber wäre natürlich Rang eins und der direkte Aufstieg. Doch das Unternehmen Bezirksliga sei noch lange nicht in trockenen Tüchern, warnt er. Dem TSV Bermaringen und auch dem SC Heroldstatt traut er viel zu und selbst den TSV Blaubeuren will er noch nicht ganz abschreiben. „Wir müssen weiterhin alles geben, um Tabellenführer zu bleiben“, betont Klingler. Damit der SVW als Primus in der Kreisliga A Alb überwintern darf, sollen deshalb in den nächsten beiden Partien gegen die SF Rammingen und den SV Scharenstetten sowie im Nachholspiel am 24. November gegen den SV Oberelchingen Siege herausspringen.

Starke Torhüter und eine Stabilität in der Abwehr mit gerade zwölf Gegentreffern sowie angriffslustige Stürmer und ein kompaktes Mittelfeld sieht Trainer Klingler. Die ausgewogene Mannschaft und der tolle Teamgeist seien der Garant zum Erfolg, ferner die harmonische und konstruktive Zusammenarbeit mit den Co-Trainern und die hervorragende Jugendarbeit, die in Westerheim geleistet werden. Seine Spielphilosophie mit taktisch variablen Systemen setzte sich durch, gespielt werden könne jetzt mit gewissen Automatismen. Und das Wichtigste, so der Trainer aus Zainingen: „Siegeswillen, Einsatz und Kampfgeist beider aktiven Mannschaften sind da.“

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