Aktive Bürger wollen Sanierung der Aussegnungshalle

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 Ein Thema von vielen bildete beim Bürgerstammtisch der Aktiven Bürger die Aussegnungshalle in Westerheim. Sie wünschen sich ein
Ein Thema von vielen bildete beim Bürgerstammtisch der Aktiven Bürger die Aussegnungshalle in Westerheim. Sie wünschen sich eine beheizbare Aussegnungshalle mit ausreichend Sitzplätzen. (Foto: Steidle)
Schwäbische Zeitung

15 Bürger sind zum zweiten Bürgerstammtisch 2019 der Gemeinderatsfraktion der „Aktiven Bürger - demokratische Liste“ am Montagabend ins Gasthaus Rössle gekommen, wie einer Pressmitteilung zu entnehmen ist. Die Gemeinderäte Hermann W. Tappe, Pius Kneer und Robert Baumeister berichteten zunächst von den zurückliegenden Gemeinderatssitzungen.

Anträge im Gemeinderat

Die drei Räte gingen auf die schriftlich eingereichten Anträge aller drei Gemeinderatsfraktionen ein, über die dann kontrovers diskutiert worden sei – mit mehrheitlichen Zustimmungen oder Ablehnungen. Die Aktiven Bürger hätten ihren Antrag auf Erhöhung der Haushaltsmittel für die Langlaufloipen zurückgenommen, da Bürgermeister Hartmut Walz erklärte, der Haushaltsansatz sei für ein sehr gutes Loipenangebot ausreichend. Ein weiterer Antrag der Aktiven Bürger auf Errichtung von Elektrotankstellen sei mehrheitlich mit 7:5-Stimmen abgelehnt worden, was insofern interessant sei, da im November 2018 der Bau von Ladestationen für Elektro-Fahrräder noch einstimmig beschlossen wurde. Dieser sei allerdings auch von Bürgermeister Walz eingegangen.

Musiksaal überplanen

Bei den Haushaltssatzungen wurden auf Antrag der CDU Planungsmittel für den Musiksaal und die 60 Jahre alten Schultoiletten eingestellt. Planungsmittel für eine neue Aussegnungshalle wurden auf Antrag der Unabhängigen Bürgerliste (UBL) beschlossen. Beide Vorhaben sollten nach Ansicht der Aktive-Bürger-Gemeinderäte dringend angegangen werden und insbesondere sollte eine beheizbare Aussegnungshalle mit ausreichend Sitzplätzen zeitnah geschaffen werden. Hier sei die Verwaltung gefordert, das Projekt nicht auf die lange Bank zu schieben.

Mit sieben Ja-Stimmen sei dem Änderungswunsch der Aktive-Bürger-Fraktion bei der Bündelstromausschreibung zugestimmt worden, informierten die drei Räte. Die Gemeinde bezieht künftig Ökostrom mit Neuanlagenquote und fördert so den Ausbau erneuerbarer Energien.

Baugebiet gewollt

Ein weiteres Thema des Bürgerstammtisches war dann, wie es in der Pressemitteilung heißt, der zweite Bauabschnitt des Baugebiets Zimmerhaldenweg. Zum heutigen Zeitpunkt könnte die Gemeinde noch einen Bauplatz veräußern. „Ziel der Gemeindepolitik ist seit vielen Jahren, dass einheimischen Bauinteressenten Bauplätze angeboten werden können“, so die Gemeinderäte der Aktiven Bürger. Auf ihren Antrag hin sei das Thema in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend auch zur Sprache gekommen. Bürgermeister Hartmut Walz sehe die Vermarktung des zweiten Bauabschnitts kritisch, weil dies möglicherweise zu zusätzlichen Herausforderungen bei der Kinderbetreuung führen könne, erklärten Kneer, Tappe und Baumeister. Gemeinderat Robert Baumeister ging auf die Situation um die jetzt aufgestellten Wohncontainer für Flüchtlinge ein. Es werde spannend, wann und wie der Umzug der vorgesehenen Bewohner erfolgt.

Blick auf Gemeinderatswahl

Zur anstehenden Gemeinderatswahl in Westerheim mit insgesamt 38 Kandidaten auf vier Wahlvorschlägen meinten die Aktiven Bürger: Die hohe Zahl zeige, dass die Demokratie in Westerheim lebe, und das sei auch gut so. Interessant sei in diesem Zusammenhang, dass sowohl von Seiten einer CDU-Kandidatin als auch von der neuen Liste „Wir für Westerheim“ (WfW) mehr Transparenz gefordert werde, eine Forderung, die die Aktiven Bürger schon seit mehr als 20 Jahren stellen. Hier sei noch viel Luft nach oben ist, das zeige auch die aktuell anstehende Beratung über eine Geschäftsordnung für den Gemeinderat, die im Gemeinderat im Mai 2018 mit neun Ja-Stimmen beschlossen wurde, aber noch ausstehe. Mit der Geschäftsordnung werde die von allen geforderte und gesetzlich geregelte Transparenz auch einfordert, unterstreichen die Aktiven Bürger in ihrer Pressemitteilung.

Verwunderung bei Händlern

Ein Tagesordnungspunkt des Bürgerstammtisches bildete die vorgesehene Beauftragung der Gesellschaft für Markt und Absatzforschung für eine Bürgerbefragung zum Thema Nahversorgung. Anwesende Vertreter des örtlichen Einzelhandels wunderten sich, dass dieses Thema nach nunmehr fast zwei Jahren wieder auftauche. Das im Mai 2017 vorgeschlagene Treffen der örtlichen Einzelhändler mit dem Gemeinderat zur Erarbeitung eines entsprechenden Fragebogens habe bisher nicht stattgefunden, bemängelten Kneer, Baumeister und Tappe.

Ebenso wurden bei dem Treffen der barrierefreie Ausbau von Bushaltestellen und der Bau einer digitalen Fahrplananzeige angesprochen. Der Kreistag habe im März 2019 einstimmig Richtlinien zum barrierefreien Personennahverkehr beschlossen, informierte Pius Kneer.

Auch die Westerheimer Kreisräte Hartmut Walz und Pius Kneer hätten mit Ja gestimmt. Damit die Barrierefreiheit von Linien- und Schulbussen auch vor Ort funktioniere, müssten die Bushaltestellen umgebaut werden. Ebenso sollte in der Ortsmitte eine digitale Fahrplananzeige gebaut werden, wünschten sich die Aktiven Bürger in der Sitzung.

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