Wasser bedroht bei Starkregen auch die Unterwachinger Kirche

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Die Einlaufschächte können bei Starkregen das Wasser in Unterwachingen nicht fassen.
Die Einlaufschächte können bei Starkregen das Wasser in Unterwachingen nicht fassen. (Foto: Rehm, Tobias)

Schon seit Monaten beschäftigt die Gemeinde Unterwachingen das Oberflächenwasser, das bei Starkregen von den Flächen des Köhlbergs in den Ortskern läuft und dort auch die Kirche St. Cosmas und Damian bedroht. Bei der Gemeinderatssitzung am Dienstag hat Ingenieur Stephan Schranz jetzt die Planungen vorgestellt, wie das Wasser künftig besser abgeleitet werden kann.

Bei Starkregen bringt das Hangwasser Schmutz und Geröll über die Straße Am Pfarrgarten in die Kirchstraße. Außerdem steht es auf der Fahrbahn im Ortskern und wird so zur Gefahr, erklärte Stephan Schranz. Ferner fließt das Wasser in den Mischwasser-Kanal. Und Oberflächenwasser ist in der Kläranlage nicht gern gesehen, weil dieses die Reinigung deutlich aufwendiger macht, fügte der Ingenieur hinzu. „Weil immer noch zu viel Fremdwasser eingeleitet wird, zahlt der Zweckverband hohe Strafen.“ Generell sei der Mischwasserkanal auch zu klein dimensioniert, um bei Starkregen das ganze Wasser aufzunehmen.

Rund 400 000 Euro Kosten

Um dem Wasser auf Dauer Herr zu werden, sind aufwendige Baumaßnahmen notwendig. So muss die Gemeinde oberhalb der Straße Am Pfarrgarten ein Einlauf-Bauwerk errichten, das das Wasser aufnehmen kann. „Der Einlauf muss so konstruiert sein, dass Materialien wie Steine und Äste aufgefangen werden“, erklärte Stephan Schranz. In der Straße muss dann ein entsprechend dimensionierter Regenwasserkanal verlegt werden. „Dann müssen aber alle Wasser-, Abwasser- und Strom-Leitungen mitgemacht werden, das kostet“, betonte Bürgermeister Hans Rieger. Rund 400 000 Euro würde die Maßnahme insgesamt kosten – zu viel für die kleine Gemeinde.

Deshalb soll jetzt mit der Umsetzung eines ersten Teilabschnitts des Projektes vorerst Verbesserungen bringen. Dafür werden in der Kirchstraße vor dem Pfarrhaus Schächte gesetzt, die das Wasser auffangen sollen. Von den Einlaufschächten wird eine Leitung zu einem bestehenden Kanal verlegt. „Dieser ist groß genug, um das Wasser abzuleiten“, erklärte Schranz. Weil die Leitung in unbefestigtes Gelände gelegt werde, sei der Aufwand überschaubar. Dennoch schätzt der Ingenieur die Baukosten auf rund 60 000 Euro. „Wir werden versuchen, einen Zuschuss zu bekommen“, betonte Bürgermeister Hans Rieger.

Die Planungen seien auch mit der Kirchengemeinde abgestimmt, berichtete er. Dafür hatte der Bürgermeister eigens an der Sitzung des Kirchengemeinderates teilgenommen. „Die Ratsmitglieder haben diesen Planungen auch zugestimmt“, berichtete Rieger. Wenn die Leitung verlegt sei, will die Kirchengemeinde den Platz hinter dem Pfarrhaus richten.

Bekannte Firmen ansprechen

Weil die Baufirmen derzeit stark ausgelastet sind und die Maßnahme in Unterwachingen verhältnismäßig klein ist, fürchtet Ingenieur Schranz, dass es schwer werden könnte, ein Unternehmen zu finden, dass die Arbeiten zeitnah umsetzt. Er empfahl deshalb, bei der Ausschreibung vor allem auf Firmen zuzugehen, mit denen schon mehrfach zusammengearbeitet wurde. „Bei der Ausschreibungssumme ist das möglich“, so Schranz. In der nächsten Ratssitzung soll dann die Vergabe erfolgen.

Der Fachmann schätzt, dass die Arbeiten rund drei Wochen dauern werden. „Wenn diese abgeschlossen sind, können wir ja erst mal schauen, wie es funktioniert und wie viel Wasser wir so wegbringen“, schlug Ratsmitglied Bernd Aßfalg vor. Dann könne das weitere Vorgehen beraten werden.

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