Fremdwasser bereitet Unterwachingen Sorgen

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Mit Wasserproben will die Gemeinde Unterwachingen dem Fremdwasser auf die Spur kommen.
Mit Wasserproben will die Gemeinde Unterwachingen dem Fremdwasser auf die Spur kommen. (Foto: Archiv)

In Kanälen in der Straße Am Tobelbach in Unterwachingen steht Wasser, das dort nicht sein sollte. Weil befürchtet wird, dass dadurch Schäden entstehen könnten, macht sich die Gemeinde nun auf die Suche nach der Ursache. Ingenieur Stephan Schranz erklärte am Dienstag im Gemeinderat, dass es nicht einfach wird eine Lösung für das Problem zu finden.

Abpumpen nicht möglich

Bei einer Routine-Kontrolle hatte ein Anwohner der Straße Am Tobelbach festgestellt, dass im Kontrollschacht auf seinem Grundstück Wasser steht. „Auch in einem Schacht, dessen Funktion unklar ist, steht plötzlich Wasser“, erklärte Schranz im Rat. Früher habe es darin nur wenige Zentimeter Wasser gegeben, heute stehe es etwa zwei Meter hoch im Schacht. Um dem Ursprung des Wassers auf den Grund zu gehen, hatte die Gemeinde bereits eine Spezialfirma beauftragt, die den Kanal leer pumpen sollte. „Das ist nicht gelungen“, berichtete Bürgermeister Hans Rieger. Auffällig sei, dass der Wasserstand in etwa dem im nahegelegenen Tobelbach entspreche.

Mit verschiedenen Ingenieuren in seinem Büro habe Schranz das Problem besprochen. „Und ehrlich gesagt, hatten alle eine andere Erklärung, woher das Wasser kommen könnte“, so der Fachmann. Das mache die Suche nach der Ursache enorm schwierig.

Wasser sucht sich Weg vom Bach

Eine Ursache, die wegen des gleichen Wasserstandes nahezuliegen scheint, könnte sein, dass eine Verbindung zwischen dem Kanal und dem Bach entstanden ist und sich so das Wasser seinen Weg sucht. Grund dafür könnte eine Spülbohrung und ein durch diese entstandener Schaden, der später repariert wurde, sein. Denkbar wäre auch, dass durch die zahlreichen Risse in der Straße Wasser in den Kanal eindringt. „Unabhängig von der Problematik müssen wir die Straße in naher Zukunft richten“, fügte Rieger ein. Auch aus Drainageleitungen könnte das Wasser stammen. Allerdings dürfte bei den letzten Varianten nach längeren Trocken- oder Frostphasen kein Wasser mehr im Schacht stehen – was es aber tut.

Klar sei, dass die Situation so nicht bleiben könne, betonte Hans Rieger. Denn wenn das Wasser durch den Boden in den Kanal fließe, könnten Feinstteile ausgeschwemmt werden. „Das kann zu Aushöhlungen und Absackungen der Straße führen“, erklärte Stephan Schranz. Auch der Anlieger befürchtet, dass durch möglichen Ausspülungen Leitungen beschädigt werden könnten. „Auch eine Vernässung der Keller in diesem Bereich ist denkbar, weil diese nicht wasserdicht gebaut sind“, fügte der Ingenieur hinzu.

Deshalb muss die Gemeinde nun Ursachenforschung betreiben. „Wir können nicht aufgrund von Vermutungen Maßnahmen am Bach ergreifen und dann vielleicht Geld verschwenden, weil sich trotzdem nichts ändert“, so der Bürgermeister, der aber auch betonte, dass hier nur ein schrittweises Vorgehen sinnvoll sei.

Wasserproben nehmen

Stephan Schranz schlug deshalb zum einen vor, Proben vom Wasser in dem Kanal zu nehmen und diese untersuchen zu lassen. „Je nach dem, was darin gefunden wird, kann vielleicht festgestellt werden, woher das Wasser stammt“, so der Ingenieur. Kleinstlebewesen beispielsweise würden auf Bachwasser schließen lassen, während Schwermetalle auf Wasser von der Straße hindeuten würden. Außerdem sollen umliegende Schächte freigelegt und befahren werden.

„Wenn die Maßnahmen abgeschlossen sind, werden wir die Ergebnisse hier im Gemeinderat vorstellen“, so Bürgermeister Rieger. Dann werde überlegt, wie es weitergeht. Für die notwendigen Maßnahmen sollen dann im Haushaltsplan 2019 entsprechende Mittel bereitgestellt werden.

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