Darum befindet sich Firma Assfalg im Umbruch

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Gemeinderat Andreas Schmidberger (von links), Bernd Assfalg, Hans Rieger und Manuel Hagel hören, was es Neues in der Firma von A
Gemeinderat Andreas Schmidberger (von links), Bernd Assfalg, Hans Rieger und Manuel Hagel hören, was es Neues in der Firma von Andreas Assfalg gibt. (Foto: Hog)
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Bei seinem Besuch am Montag bei der Firma Assfalg Qualitätshydraulik erfuhr Manuel Hagel, welche Veränderungen in der Firma anstehen, und welche Voraussetzungen sichergestellt sein müssen, damit der Standort Unterwachingen der Firma das Konkurrieren mit ausländischen Firmen weiterhin ermöglicht.

Bürgermeister Hans Rieger berichtete zuvor stolz, dass die 205 Einwohner Unterwachingens im Verhältnis stehen mit 70 Arbeitsplätzen in der Gemeinde. Die Geschäftsführer Bernd und Andreas Assfalg erläuterten, was die Firma derzeit umtreibt. Deutlich wurde, dass die Branche einem erheblichen Strukturwandel unterliegt, dem die Firma nur durch Innovation und Investition wirksam begegnen kann. „Wir stehen im Umbruch“, formuliert es Andreas Assfalg, und ergänzt: „Unser Internetshop rentierte sich nicht mehr, weshalb wir ihn geschlossen haben. Das bedeutet nicht, dass wir auf dem Rückzug sind, im Gegenteil. Wir setzen künftig verstärkt auf Dienstleistungen und Service vor Ort. Hierzu würden wir jederzeit drei neue Fachkräfte einstellen“.

Neue Maschine angefertigt

Um vor Ort Kunden schnellstmöglichst eine Zylinderreparatur anbieten zu können, lässt sich die Firma derzeit eine Maschine fertigen, welche zur Demontage und Montage eingesetzt wird. Sie ist Teil eines geschlossenen Systems für Hydraulikzylinderreparatur. Hiervon verspricht sich Andreas Assfalg nicht nur eine erhebliche Zeitersparnis, verbunden mit verbesserter Präsenz für die Kunden, sondern auch deutliche Erleichterungen für die Mitarbeiter, die das herzustellende Stück per PC programmieren können. Auch ist durch die Wiederverwertbarkeit vieler Rohstoffe mit dem neuen System aktiver Umweltschutz verbunden. Zusätzlich hat die Firma Assfalg eine Drehmaschine für Hydraulikdichtungen bestellt.

Diese Maschine ermöglicht es, alle gängigen Dichtungen im Hause zu produzieren. Die Investitionskosten liegen im sechsstelligen Bereich. „Unsere Kunden von A wie Atomkraftwerk bis Z wie Zeppelin, insbesondere aus den Bereichen Industrieservice und Landwirtschaft, dürfen von Assfalg absolute Qualität bei individuellen Lösungen erwarten“, sagte Assfalg. Manuel Hagel fiel in diesem Zusammenhang das Zitat eines früheren Arbeitskollegen bei der Sparkasse ein: „Qualität ist, wenn der Kunde zurückkommt, nicht das Produkt“. Im Falle der Firma Assfalg bedeutet Produkt mithin künftig gleichermaßen Service am Kunden im Sinne von „Zylinder kaputt, wo bekomme ich rasch Hilfe“.

Auf Auslagerung von Daten angewiesen

Da die Firma zum Speichern von Daten zunehmend auf Cloud-Lösungen angewiesen ist, also auf die Auslagerung von Daten im Wege von Uploads, benötigt sie 100 Mbit pro Sekunde. Die Telekom biete theoretisch 50 an, Fakt seien 25. Der Kabelverzweiger sei 300 Meter entfernt, von dort werde man nur mit einem Kupferkabel versorgt, wünschenswert wäre auch hier Glasfaser, um schnelles Internet zu erhalten. Hagel machte Hoffnung auf künftige Förderung, zumal seit einem Monat das Antragsverfahren vereinfacht worden sei, und das Land die Bewilligung vornehme. Eine Milliarde Euro habe die Landesregierung zur Förderung des schnellen Internets bereits zur Verfügung gestellt.

Schließlich hat die Firma einen Bedarf an neuen Drehmaschinen. Bei der Suche nach den Teilen sei man, so Bernd Assfalg, rasch zur dem Ergebnis gelangt, dass eine Modernisierung der Fertigung nur durch die Anschaffung eines Drehfräszentrums zu realisieren ist. Dieses koste eine Million Euro, die man investieren müsse, um weiterhin gegenüber ausländischen Mitbewerbern wettbewerbsfähig zu sein. „Insoweit sind wir auf Fördergelder angewiesen“.

Bürgermeister Rieger erinnerte an den Stichtag für die Beantragung 30. September, Manuel Hagel verwies darauf, dass die Maßnahme bei Antragstellung noch nicht begonnen sein darf. Abschließend machten die Geschäftsführer deutlich, dass gute Infrastruktur notwendig ist, um die nötigen qualifizierten Mitarbeiter zu bekommen und halten zu können. Manuel Hagel lobte die Firma, da sie Wachstumsfelder rechtzeitig erkenne, und bereit sei, vor Ort zu investieren. In der Produktionshalle ließ er sich einen Teil eines Hydraulikprüfstands erklären. „Ich wünsche mir, dass man keinen unternehmerischen Mut braucht um zu bleiben, es sollte selbstverständlich sein“ sagte Andreas Assfalg.

Im Anschluss besuchte Hagel die Firma Marmix, wo gerade der Prototyp eines System Trucks aufgebaut wird, der in Serie gehen soll. Juniorchef Bastian Assfalg klagte über ständig sich ändernde Vorschriften, an die man sich oft nach nur rund fünf gefertigter Maschinen mit neuem Forschungsaufwand anpassen müsse. Manuel Hagel sagte die Prüfung von Ausnahmeregelungen für kleine Unternehmen zu.

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