Schuldenberg steigt auf über halbe Million Euro an

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 Die Pro-Kopf-Verschuldung in Unterstadion steigt an.
Die Pro-Kopf-Verschuldung in Unterstadion steigt an. (Foto: Daniel Reinhardt/dpa)

Als eine der ersten Gemeinden in der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Munderkingen haben die Unterstadioner Räte am Montag einen Haushalt beschlossen, der nach dem neuen Haushaltsrecht und im doppischen Verfahren aufgestellt wurde. Ausführlich erklärte VG-Geschäftsführer Markus Mussotter im Gemeinderat das neue Verfahren und das aktuelle Zahlenwerk der Gemeinde.

Auf mehr als 230 Seiten haben Markus Mussotter und sein VG-Mitarbeiter den Gemeindehaushalt für Unterstadion dargestellt. „Angesichts des Aufwands wird das neue Haushaltsrecht für kleine Gemeinden keine großen Vorteile bringen“, sagte Bürgermeister Uwe Handgrätinger. „Aber wird sind gesetzlich dazu verpflichtet und haben keine Wahl.“

Bürgermeister Uwe Handgrätinger betonte, dass die Gemeinde durch die künftige Aufstellung doppischer Haushalte „nicht mehr und nicht weniger Geld in der Kasse“ habe. „Wir haben weiterhin solide Finanzen und werden unseren Haushalt auch in Zukunft ausgleichen können“, so Handgrätinger.

„Zentrales Element der Doppik ist die Forderung nach generationengerechtem Handeln“, sagte Mussotter. „Jetzt müssen alle Gebäude und Anlagen abgeschrieben werden.“ Da die Abschreibungen als Kosten in die Kalkulationen einfließen, seien Erhöhungen in den Gebührenhaushalten der Gemeinde, also bei Wasser, Abwasser und Müllentsorgung, wahrscheinlich, sagte Mussotter.

Plus im Haushalt

Mit einem Plus von 68.160 Euro sei der erste doppische Haushalt Unterstadions positiv. „Und zum Jahresende werden 47.423 Euro als liquide Mittel vorhanden sein.“ Hier bestehe die Pflicht, dass 34.643 Euro als Liquidität ausgewiesen werden können, so Mussotter.

Im Bereich der Investitionen weist der neue Haushalt knapp 1,26 Millionen Euro aus. Größte Brocken sind der Ausbau der Breitbandinfrastruktur und die Erweiterung des Gemeindezentrums. Um alles finanzieren zu können, ist die Aufnahme eines Darlehens in Höhe von 380.000 Euro geplant.

Dadurch wird die Verschuldung der Gemeinde von 199.000 Euro zu Jahresbeginn und unter Beachtung der geplanten Schuldentilgung auf 541.100 Euro steigen. Das würde zum Jahresende zu einer Pro-Kopf-Verschuldung von 705 Euro führen, „wenn alle Kredite aufgenommen werden, wie geplant“, betonte Mussotter.

Größte Einnahmequelle der Gemeinde wird auch in diesem Jahr der Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer sein. Hier werden rund 510.300 Euro nach Unterstadion fließen. Einstimmig hat der Gemeinderat den ersten Haushalt nach neuem Recht am Montag verabschiedet.

Spendenbericht vorgelegt

Per Gesetz sind die Gemeinden verpflichtet, jedes Jahr einen Spendenbericht zu erstellen und vom Gemeinderat genehmigen zu lassen. In Unterstadion gab es 2019 eine Spende in Höhe von 250 Euro von der Donau-Iller Bank für die Feuerwehr, mit der die Räte einverstanden waren.

Per Satzung aus dem Jahr 2005 wurden bisher die Kosten der Feuerwehr etwa bei Unfällen oder Hochwasser pauschal mit Kostensätzen abgerechnet. Weil die aktuelle Rechtsprechung kleinen Gemeinden empfiehlt, anhand der tatsächlich entstandenen Kosten abzurechnen, hat der Gemeinderat beschlossen, die Satzung zum Feuerwehrkostenersatz aufzuheben.

Bürgermeister Handgrätinger berichtete, dass momentan 30 Feuerwehrleute der „leistungsstarken und einsatzfähigen Unterstadioner Feuerwehr“ angehören.

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