Musik und Varieté auf Seethalers Hof

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Die Künstler der Theatertonne waren in Unterstadion zu Gast.
Die Künstler der Theatertonne waren in Unterstadion zu Gast. (Foto: SZ- khb)
Karl-Heinz Burghart

Rund hundert Besucher sind am frühen Donnerstagabend an „Seethalers Hof“ nach Unterstadion gekommen, um die „Theatertonne“ zu erleben. Das sind jungen Leute, die sich seit vier Jahren in jedem Sommer treffen, um gemeinsam auf Sommertour durch die Region, heuer ging es in Richtung Bodensee, zu gehen. Unterwegs mit einem umgebauten Bauwagen, der von einem Traktor gezogen wird, gastiert die Theatertonne auf Campingplätzen, vor Wirtschaften, in Ferienlagern oder auf Bauernhöfen.

Die jungen Theatermacher kennen sich aus ihrer Zeit an der Biberacher Bischof-Sproll-Schule und weil mit Johannes Seethaler ein Unterstadioner zur Truppe gehört, machte die Theatertonne am Donnerstag im Winkel Station. „Wir sind kein ausgesprochenes Theater, sondern eher eine rollende Musik- und Varieté-Bühne“, erklärte Anton Fuchs, der als „Kopf der Theatertonne“ als einziger der Akteure Theaterwissenschaften studiert. „Der Rest sind Schüler, Studenten und Auszubildende“, sagt er.

Los ging es am Donnerstag mit dem Jailhouse-Rock und dem Auftritt von Pierrot und seiner dummen Augustine. Die erklärten den Zuschauern zu Beginn, wann sie zu klatschen und zu lachen haben, legten mit „Blumen für die Damen“ nach und zeigten sich später als erfahrene Instrumentalisten oder Akrobaten.

„Tonnen-Direktor“ Fuchs gab den Magier, zauberte Spielkarten „in die durchsichtige Ikea-Box“ und erklärte den Zuschauern nebenbei dass die Bananen deshalb krumm sind, weil sie sich bei einem Tonnen-Gastspiel krummgelacht haben. Zwischendurch gab es ein Gedicht über den „Hase mit der roten Nase“, dann tanzte ein Gorilla einen flotten Discofox und der mexikanische Pate El Schlappohr erklärte, dass er in Unterstadion keine Freunde hat. Nach dem „Geschüttel auf dem Männerklo“ spukten Fakire Feuer und gingen über Glasscherben, im Universitäts-Sketch erklärte ein wissenschaftlich vergeistigter Professor, was ein Gag ist, zwischendurch sorgten Pierrot und Augustine für Lacher und dann kam die magische Zauberflöte zum Einsatz.

Für ihre kurzweilige Mischung aus Clownerie, Sketchen, Musik, Tanz und Zauberei wurde die Theatertonne bereits 2016 mit dem „Blapf for the Comunity Award“ ausgezeichnet und am Wochenende wird die jungen Truppe beim Straßenkunst-Festival im Biberacher Schadenhof zu erleben sein.

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