Gemeindezentrum wird deutlich teurer

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Für den Umbau des Gemeindezentrums muss Unterstadion deutlich mehr bezahlen.
Für den Umbau des Gemeindezentrums muss Unterstadion deutlich mehr bezahlen. (Foto: Architekturbüro August Münz)

Die Umgestaltung des Gemeindezentrums Unterstadion wird teurer als angenommen. Rund 260 000 Euro mehr als geplant, muss die Gemeinde in die neue Dorfmitte investieren. Das ist das Ergebnis der Gemeinderatssitzung am Mittwochabend gewesen, bei der die ersten Gewerke vergeben worden sind.

Die Teuerung beim Umbau des Unterstadioner Gemeindezentrums hätte mehrere Gründe, erklärte Bürgermeister Uwe Handgrätinger während der Gemeinderatssitzung am Mittwoch. Zum einen liege die Kostenschätzung für die Arbeiten inzwischen beinahe zwei Jahre zurück, der sogenannte Baukostenindex sei bisher gestiegen. „Zum anderen macht sich die gute Auslastung der Handwerksbetriebe bei den Preisen bemerkbar“, so der

Bürgermeister. Dennoch könne der planende Architekt August Münz, der die Ausschreibung der Gewerke leitete, manchen Angebotspreis nicht nachvollziehen, betonte er bei der Sitzung. Nach den ersten Schätzungen hätte die Umgestaltung des Gemeindezentrums rund 1,3 Millionen Euro kosten sollen. Die jetzigen Ausschreibungsergebnisse ließen aber vermuten, dass die Baukosten bei etwa 1,6 Millionen Euro liegen werden, so der Fachmann.

Höchstens zwei Angebote erhalten

Bis auf die beiden großen Gewerke Roh- und Holzbau seien die übrigen beschränkt bei bekannten Firmen der Region angefragt worden. „Obwohl wir immer sechs bis sieben Firmen angefragt haben, haben wir immer nur ein höchsten zwei Angebote erhalten“, erklärte Uwe Handgrätinger vor der Abstimmung. Für das wichtige Gewerk Roh- und Holzbau habe sich mit der Firma Brotbeck aus Ehingen nur ein Bieter gefunden. Für 292 600 Euro will das Unternehmen die Arbeiten, die die Grundlage für alle übrigen Gewerke sind, ausführen. „Die Firma kann aber frühesten nach den Sommerferien beginne“, erklärte der Bürgermeister. Das bedeute, dass alle anderen Gewerke auch warten müssten und das Gemeindezentrum später als geplant fertig werden wird. „Das ist aber kein Beinbruch, so kann der große Saal noch das ganze Jahr genutzt werden“, so Handgrätinger.

Ein Posten, der neben den bereits genannten zur Kostensteigerung beiträgt, ist eine Baugrundsicherung. Dass diese notwendig wird, habe sich erst nach den ersten Kostenaufstellungen herausgestellt. Für rund 57 400 Euro wird diese die Firma Motz aus Illertissen übernehmen. Zwei Unternehmen haben hierfür ein Angebot abgegeben. Das zweite war mit 93 000 Euro beinahe doppelt so hoch, wie das des günstigen Bieters.

60 Prozent mehr als geschätzt

Eine enorme Steigerung im Verhältnis zur Kostenschätzung hat es auch bei den Arbeiten für die Pfosten-Riegel-Glasfassade und die Fenster gegeben, berichtete Architekt Münz. Das günstigste Angebot lag hier bei 106 255 Euro. „Das sind beinahe 60 Prozent mehr gegenüber der Schätzung“, betonte der Fachmann, der genauso wie der Bürgermeister empfahl, diese Ausschreibung aufzuheben. Den Vorschlag folgte das Gremium einstimmig. Das Gewerk solle nun nochmals ausgeschrieben werden. Weil die Arbeiten durch die Verzögerung erst später anfallen, erhoffen sich Münz und Handgrätinger dann günstigere Preise.

„Ich bin froh, dass wir für alle Gewerke wenigsten ein Angebot haben und das großteils Unternehmen aus der näheren Umgebung zum Zuge gekommen sind“, sagte Uwe Handgrätinger abschließend.

In einer der kommenden Sitzungen sollen dann Materialmuster und Farbbeispiele für den Innenbereich vorgestellt werden.

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