400 Narren reihen sich in den Umzug ein

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Bei der Premiere des Umzugs in Unterstadion zeigte verschiedene Gruppen ihre Fasnets-Pyramiden.
Bei der Premiere des Umzugs in Unterstadion zeigte verschiedene Gruppen ihre Fasnets-Pyramiden. (Foto: sz-Foto (3): khb)
Schwäbische Zeitung
Karl-Heinz Burghart

Unterstadion hat sich am Freitag in die lange Reihe der Narrennester in der Region eingereiht. Seit dem steht zum ersten Mal vor dem Rathaus ein Narrenbaum. „Der soll ein deutliches Zeichen unserer Narretei sein“, betonte Andy Rieger, Zunftmeister der „Gausweiber von Stäa“, bei der Narrenpremiere.

Vor dem Kraftakt den Narrenbaum in die Senkrechte zu bringen, hatten die Gausweiber zu einem „kleinen Umzug durchs Dorf“ eingeladen. Auch eine Premiere, denn bislang zogen noch nie Maskengruppen durch Unterstadion. Angeführt vom örtlichen Musikverein „Lyra“ zogen die Gausweiber mit rund 400 Narren durch die Mühlstraße und Hauptstraße zum Rathaus.

Aus der Nachbarschaft kamen die Oberstadioner Wenk’l-Fratza und die Emerkinger Dura-Hexa zum nächtlichen Premierenumzug. Auch die Bärenjäger aus Griesingen wollten sich das erste Narrenspektakel in Unterstadion genauso wenig entgehen lassen wie die Altheimer Fegsand-Hexa.

Gausweiber sind viel unterwegs

Dass die gastgebenden Gausweiber während der Fasnet viel im Narrenländle unterwegs sind, zeigte sich daran, dass Maskengruppen nach Unterstadion kamen, die sonst nicht oder nur sehr selten in der Region zu sehen sind. So grüßten die Gluathexa aus dem Illerwinkel mit ihrem Narrenruf „Hexagluat – Hailos guat“, aus Altusried gaben sich die Wetterhexa die närrische Ehre und aus Hauerz kamen Baadgoischdr zur Erstausgabe des Unterstadioner Narrenbaumstellens. Schrendl-Weiber aus Bronnen grüßten das Unterstadioner Publikum mit „Jetzt wird’s Zeit, s’kommts Schrendl-Weib“ und nach ihrer Hexenpyramide riefen die Feuerhexen aus Allmishofen den Unterstadionern zu: „Lug I num, lug I rum – bloß no Fuier um mi rum“.

Kaum am Rathaus angekommen, mussten sich aus jeder der Narrengruppen einige Freiwillige der schweißtreibenden Arbeit stellen und den Narrenbaum dort in die Senkrechte bringen, wo sonst der Unterstadioner Maibaum steht. Mit lautstarken „Gaus isch weg – jetzt hosch dr Dreck“-Rufen feuerten Narren und Zuschauer die Baumsteller an und nach wenigen Minuten war die närrische Arbeit erledigt. „Unser Baum ist geschmückt mit Gänsen, die im Unterstadioner Kindergarten gemalt wurden“, verkündete Zunftmeister Andy Rieger und lud alle Kinder zu einem kostenlosen Punsch ein.

Karawane zieht zum Festplatz

Dann zog die Narrenkarawane weiter zum Zelt auf dem Festplatz. Dort legte Gausweiber-DJ Maxi zur „ersten Gausweiber Narrenparty“ auf. Die 45 aktiven Gausweiber sowie die 35 passiven Mitglieder und viele Helfer seien am Freitag bei der Narrenpremiere im Einsatz gewesen, so der Zunftmeister. Im Jahr 2011 wurde die Zunft der Gausweiber von Stäa gegründet. Die Erzählung, dass bei Hochwasser in der Dorfmitte ein kleiner See entstand, an dem die Mägde ihre Gänse hüteten, war Vorlage für die Narrengruppe. Und weil es zuhause Ärger und weniger Lohn gab, wenn die eigenwilligen Gänse entwischten, rufen die Gausweiber dem Publikum zu: „Gaus isch weg – jetzt hosch dr Dreck“.

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