Katharina Wituschek an der Violine, Mezzosopranistin Franziska de Gilde und Siegfried Gmeiner (Orgel, Gesang) erfreuten in Unte
Katharina Wituschek an der Violine, Mezzosopranistin Franziska de Gilde und Siegfried Gmeiner (Orgel, Gesang) erfreuten in Untermarchtal die Zuhörer mit Stücken von Bach. (Foto: SZ- hog)
Friedrich Hog

Mit Stücken von Johann Sebastian Bach haben am Sonntag in der Vinzenzkirche Katharina Wituschek an der Violine, Franziska de Gilde mit Gesang (Mezzosopran) und Siegfried Gmeiner an Orgel und Gesang das zahlreich erschienene Publikum erfreut. Für ihre perfekte Darbietung erhielten die Ulmer Künstler lange anhaltenden Beifall, und mussten eine Zugabe geben. Das Konzert stand unter der Überschrift „Weihnachts-Bach“.

Katharina Wituschek studiert in Freiburg Slawistik, schon während ihrer Schulzeit am Ulmer Humboldt Gymnasium war sie Mitglied in der Sinfonietta. Franziska de Gilde studiert an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main Musik und Englisch auf Lehramt. Siegfried Gmeiner unterrichtet an der Ulmer Ferdinand-von-Steinbeis-Schule, ist als Fachberater für das Regierungspräsidium Tübingen tätig, und spielt als ökumenischer Organist regelmäßig in Gottesdiensten in und um Ulm. Gemeinsam gelang ihnen eine für das Publikum hörenswerte und entspannende Interpretation unterschiedlicher Stücke von Johann Sebastian Bach (1685-1750).

Nach dem Präludium G-Dur des ungestümen, spielfreudigen jungen Bach, BWV (Bach-Werke-Verzeichnis) 568, begrüßte die Generaloberin der Vinzentinerinnen, Sr. Elisabeth Halbmann die Konzertbesucher, die einen guten Blick auf Krippe und Christbaum hatten, und gab bekannt, dass die Spenden für das Konzert der Arbeit der Vinzentinerinnen in Tansania und Äthiopien zugute kommen. Siegfried Gmeiner setzte hiernach fort mit der von gepflegter Abgeklärtheit des Komponisten geprägten Choralbearbeitung BWV 650 „Kommst Du nun, Jesu, vom Himmel herunter“.

Im Trio brachten die Künstler die innige Aria No. 4 aus dem Weihnachtsoratorium BWV 248 „Bereite Dich Zion“ dar, in der das Volk Gottes aufgefordert wird, sich auf das Kommen Jesu vorzubereiten. Bei „Gelobet seist Du Jesu Christ“ aus der Sammlung „Orgelbüchlein“, BWV 604, 64 und 723, sang und spielte Siegfried Gmeiner. Violine und Orgel traten sich als gleichberechtigte Partner gegenüber für die Sonate h-Moll für Violine und obligates Continuoinstrument, BWV 1014, was als Bachs kammermusikalisches Vermächtnis für die Nachwelt gilt.

Unter der Überschrift „In dulci jubilo“ wagte sich Siegfried Gmeiner gekonnt an Choralvorspiel, Choral, Pastorale und Fantasie aus den Bachwerkeverzeichnissen 608, 368, 751 und 729 heran. Dem folgte im Trio „Schlafe mein Liebster“ aus dem Weihnachtsoratorium BWV 248. Nach „Vom Himmel hoch da komm ich her“ erklang, von Orgel und Violine ausgeführt, das „Air“, BWV 1068, eine von Bachs bekanntesten Kompositionen, in den Filmen „Sieben“ und „Im Auftrag des Teufels“ zu hören, aber auch als Hintergrundmusik bei „das Kartenspiel“, vom niederländischen Sänger Bruce Low 1973 in deutscher Sprache rezitiert.

Bach-Känge in Procol-Harum-Hit

Selbst der Welthit „A whiter shade of pale“ der britischen Rockband Procol Harum aus dem Jahr 1967 ist an das „Air“ von Bach angelehnt, wo Matthew Fisher die einprägsame Orgel spielte. Die Orgel setzte fort mit Präludium und Fuge C-Dur, BWV 567 und 564, ehe das Trio „Ich steh an deiner Krippen hier“ darbrachte, BWV 469. Nach lange anhaltendem Applaus folgte als Zugabe „Jesum bleibet meine Freude“, BWV 147.

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