Vortrag über die Ordensgründerin

Lesedauer: 4 Min
Schwester Veronika Häusler hat den Vortrag gehalten.
Schwester Veronika Häusler hat den Vortrag gehalten. (Foto: Sz-: khb)
Karl-Heinz Burghart

Den nächsten Vortrag des „Untermarchtaler Literatursommers“ hält die Journalistin und Schriftstellerin Dorothea Keuler am 6. Juni um 20 Uhr im Bildungshaus des Klosters. Dann geht’s unter dem Titel „Beherzte Schwestern“ um Ordensfrauen, die in Klöstern zu Visionärinnen, streitbaren Führungskräften oder Künstlerinnen wurden.

Den Literatursommer 2018, den das Land Baden-Württemberg heuer unter das Motto „Frauen in der Literatur“ gestellt hat, nimmt das Bildungsforum des Klosters in Untermarchtal zum Anlass, selbst eine Vortragsreihe über „Literatur von Frauen und Frauen in der Literatur“ zu organisieren.

„Frauen haben in der Literatur einen großen Anteil und nehmen eine große Rolle ein. Nicht nur als Protagonisten in Romanen, sondern auch als Autorinnen. Eine der meistgelesenen ist wohl Joanne K. Rowling“, so Schwester Marzella Krieg, Leiterin des Untermarchtaler Bildungshauses. Literatur könne Menschen „von Herz zu Herz berühren“, sagte sie am Mittwochabend beim ersten Vortrag des „Untermarchtaler Literatursommers“. Deshalb sei Luise von Marillac, Gründerin des vinzentinischen Ordens, im Mittelpunkt der ersten Veranstaltung gestanden. Als Referentin war Schwester Veronika Häusler aus der Augsburger Kongregation der Barmherzigen Schwestern nach Untermarchtal gekommen. „Eine Luise-Kennerin“, betonte Schwester Marzella. Ein Zitat von Luise von Marillac hatte die Augsburger Ordensfrau als Titel ihres Vortrags gewählt: „Ich wünsche Euch Hochherzigkeit, die nichts schwierig findet“.

Luise von Marillac habe gemeinsam mit Vinzenz von Paul die erste Ordensgemeinschaft gegründet, „die ohne Klausur, mitten in der Welt und unter den Menschen ihren Dienst“ tut. Aus ihr entstand der Orden der Vinzentinerinnen. Luise von Marillac wurde 1591 als uneheliche Tochter eines französischen Adligen geboren und wuchs im Kloster Saint-Louis des Poissy auf. „Sie lebte in einer Zeit des Umbruchs vom Mittelalter zur Neuzeit“, sagte Schwester Veronika Häusler, „das geschlossene Weltbild wurde durchbrochen, die Menschen wollten die Welt neu gestalten, Kolumbus entdeckte die Neue Welt und Kopernikus wirbelte das Weltbild durcheinander.“

Arme und Kranke unterstützen

Luise von Marillac habe in einer Zeit von Aufständen, Kriegen, sozialer Ungerechtigkeit und großer Armut gelebt, so die Schwester. Nach dem Tod ihres Mannes habe sie, vermittelt durch Franz von Sales, Beistand bei Vinzenz von Paul gefunden. Der hatte bereits mehrere Gruppen gegründet, um Arme und Kranke zu unterstützen, deren Gesamtleitung Luise von Marillac später übernahm. Obwohl damals für Mädchen unüblich, hatte sie früh lesen und schreiben gelernt. Und dieses Wissen gab Luise von Marillac ab 1633 an Bauernmädchen weiter. Mit ihnen betreute sie Findelkinder, Strafgefangene, Kranke und richtete Suppenküchen ein.

Aus dieser Gemeinschaft entstanden die Vinzentinerinnen, deren Pariser Kongregation Luise von Marillac bis zu ihrem Tod im Jahr 1660 leitete. Bereits 1920 wurde sie selig- und 1934 heiliggesprochen. Papst Johannes XXIII. ernannte sie dann zur „Patronin aller in der Sozialarbeit Tätigen“.

Den nächsten Vortrag des „Untermarchtaler Literatursommers“ hält die Journalistin und Schriftstellerin Dorothea Keuler am 6. Juni um 20 Uhr im Bildungshaus des Klosters. Dann geht’s unter dem Titel „Beherzte Schwestern“ um Ordensfrauen, die in Klöstern zu Visionärinnen, streitbaren Führungskräften oder Künstlerinnen wurden.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen