Untermarchtalerin schreibt Roman über eine Hexenverfolgung

Lesedauer: 5 Min
Nach knapp zehn Jahren Schreibarbeit und Recherche hält Simone Schulz ihren ersten Roman in den Händen.
Nach knapp zehn Jahren Schreibarbeit und Recherche hält Simone Schulz ihren ersten Roman in den Händen. (Foto: Sz- eis)

Schon immer hat sich Simone Schulz für Hexen und deren Verfolgung interessiert. Als sie 1989 nach Untermarchtal gezogen ist, bekam das Thema für sie neue Aktualität. Jetzt hat die freischaffende Restauratorin ihren ersten Roman „Der blühende Richtapfel zu Marchtal“ auf den Markt gebracht. In dem wird die Geschichte von Sophia erzählt, die zwar fiktiv ist, aber einen wahren Kern in den Hexenprozessen des Marchtaler Gerichtes hat.

„Als ich 1989 nach Untermarchtal gekommen bin, habe ich erfahren, dass ganz in der Nähe im Gebiet der Prämonstratenser noch sehr spät Hexenprozesse stattgefunden haben“, berichtet Simone Schulz, wie vor knapp 30 Jahren ihr Interesse an Hexen wieder geweckt wurde. Immer wieder habe sie sich in den folgenden Jahren mit den Hexenverfolgungen in der Region beschäftigt, bis schließlich 2008 der Gedanke aufkam, die gesammelten Fakten in einer Erzählung zusammenzuführen.

Bevor Simone Schulz mit dem Schreiben begann, hat sie sich vor allem Skulpturen und Malereien gewidmet. „Aber ich wollte etwas schaffen, an dem viele Menschen auf ganz direkte Weise teilhaben können, dafür sind Romane ideal“, so die Restauratorin, die freie Malerei an der Staatlichen Akademie in Stuttgart studiert hat. Im Herbst des vergangenen Jahres ist das Buch erschienen. Die Untermarchtalerin hat es in dem von ihr gegründeten Verlag „Momentum Vivendi“ selbst herausgebracht.

Nicht nur, weil das Schreiben ihr Hobby und nicht ihr Hauptberuf ist, hat es knapp zehn Jahre vom ersten Entwurf bis zum Erscheinen gebraucht. „Ich habe auch zwischendurch immer weiter recherchiert, weil immer wieder neue Fragen aufgetaucht sind, die ich beantwortet haben wollte“, berichtet Simone Schulz vom Schaffensprozess. An manchen Tagen sei nur ein Satz entstanden, an anderen wiederum gleich mehrere Seiten. „Ich kann immer nur dann schreiben, wenn ich auch wirklich Zeit habe. Im Alltag ist der Kopf einfach mit zu vielen anderen Dingen voll“, so die Autorin. Wenn sie unterwegs sei, habe sie deshalb immer ein Notizheft dabei, in das Simone Schulz ihre Ideen und Gedanken schreibt und auch mal kleine Skizzen zeichnet.

In der Erzählung, die in den Jahren zwischen 1696 und 1754 spielt, soll der jungen Sophie, der Ziehtochter der Hebamme Käthe, der Hexenprozess gemacht werden. Die Grundlage der Geschichte sei ein Hexenprozess, von dem die Autorin bei einem Vortag gehört hatte. „Sophia wird nicht hingerichtet, dass kann ich verraten“, sagt Simone Schulz, die betont, dass beinahe alle handelnden Figuren und auch deren Erscheinung von ihr erdacht sind, aber an reale Persönlichkeiten der Zeit angelehnt seien. Auch wenn in dem Buch verschiedenen Orte der Verwaltungsgemeinschaft Munderkingen und der Region zu finden seien, sei das Dorf, in dem Sophia lebt, frei erfunden. „Ich wollte keinen Ort an den Pranger stellen“, erklärt die Künstlerin.

„Der blühende Richtapfel zu Marchtal“ soll nicht der einzige Roman der Untermarchtalerin bleiben, kündigt sie. Die Geschichte um die Hexenverfolgung sei der mittlere Teil einer Trilogie, die in den kommenden Jahren entstehen soll. „Beim Schreiben habe ich noch so viele spannende Geschichten um die handelnden Personen entdeckt, die erzählt werden müssen“, verrät Simone Schulz. Als Nächstes will sie die Geschichte von Burga, einer Lehrmeisterin der Hebamme Käthe, erzählten. Der letzte Teil der Trilogie soll sich dann um das Leben des Doktor Eder drehen, der ein glühendes Plädoyer zur Verteidigung Sophias erarbeitet hatte.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen