Untermarchtaler Puppenbühne öffnet ihre Türen

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Schon seit den 80er-Jahren ist das Puppenspiel das Hobby von Bernhard Mittl.
Schon seit den 80er-Jahren ist das Puppenspiel das Hobby von Bernhard Mittl. (Foto: Sz- eis)

Untermarchtal hat seit April eine eigene Puppenbühne. Am Samstag können sich Interessierte bei den Puppenspielern im alten Rathaus umsehen. Bei zwei Aufführungen werden sie auch ihre selbstgemachten Puppen in Aktion präsentieren.

Auch wenn es die Puppenbühne im alten Rathaus in Untermarchtal erst seit einigen Monaten gibt, sind Bernhard Mittl und seine Mitstreiter Ehefrau Justine sowie Renate und Gerhard Riedmüller keine Neulinge auf dem Gebiet. „Wir betreiben das schon seit den 80er-Jahren“, berichtet Bernhard Mittl. Für eine Geburtstagsfeier haben sich die Vier vor Jahrzehnten zusammengetan, um etwas Besonderes aufzuführen. Schon damals haben sie ihre Puppen selbstgebaut. „Eine von den ersten ist heute immer noch dabei“, so der Untermarchtaler.

Puppentheater aus dem Koffer

Mit unterschiedlicher Intensität haben sich die Puppenspieler in der Vergangenheit ihrem Hobby gewidmet. In der Familienphase sei die Zeit natürlich knapp gewesen, aber seit acht oder neun Jahren beschäftigen sie sich wieder intensiver damit. Auch wenn Bernhard Mittl und Co. ihre Puppen schon lange lebendig werden lassen, hatten sie noch nie eine eigene Bühne oder einen Proberaum. „Unsere Bühne ist mobil, die haben wir an den Veranstaltungsorten immer etwas früher aufgebaut und dann vor Ort geprobt“, berichtet er. Ihr transportables Puppentheater haben die Puppenspieler in Koffern aufbewahrt.

Als Bernhard Mittl im vergangenen Jahr in den Ruhestand gegangenen ist, wollte er sich wieder intensiver dem Puppenspiel widmen und hat überlegt, ob es nicht eine Möglichkeit für einen Proberaum gibt. Deshalb hat er Untermarchtals Bürgermeister Bernhard Ritzler angesprochen, der der Gruppe den Sitzungssaal des alten Rathauses zur Verfügung stellte. „Der ist richtig gut geeignet, weil er ziemlich hoch ist, das brauchen wir für unsere Bühne“, erklärt Bernhard Mittl.

Puppen aus Küchensieb

Jetzt, wo alles eingerichtet ist, wollen sich die Puppenspieler der Öffentlichkeit präsentieren. Rund 30 Zuschauer werden bei den beiden Aufführungen im Vorführraum Platz finden. Gezeigt wird eine etwa 20-minütige Musikshow mit vielen bekannten Musikstücken. Den roten Faden werden zwei Moderationspuppen bilden, die wie alle anderen selbst gebaut sind. Ganz verschiedene Versionen hat Mittl in den vergangenen Jahrzehnten gebaut. Darunter sind traditionelle Stabpuppen aber auch sogenannte Röhren- und Klappmaulpuppen. Bei den verwendeten Materialien setzt sich der Puppenbauer keine Grenzen. So ist beispielsweise eine aus Küchensieben und Salatbesteck entstanden. Eine Lieblingspuppe hat der Untermarchtaler unter den 30 bis 40 Modellen nicht. „Jede hat etwas Besonders“, sagt er. Viele der Figuren müssen zu zweit gespielt werden. Weil Gerhard Riedmüller ausschließlich für die Technik während der Aufführungen zuständig ist, könnten die Vier noch Unterstützung von einem passionierten Puppenspieler gebrauchen. Dieser müsse keine besonderen Erfahrungen mitbringen.

„Wir haben aber auch ein klassisches Puppenset aus dem Kasperletheater mit traditionellen Holzköpfen“, sagt Bernhard Mittl. Damit können sich er und seine Mitspieler auch vorstellen, klassisches Kasperletheater für Kinder im Rathaussaal in Untermarchtal aufzuführen. Obwohl sie jetzt einen festen Platz hat, soll die Puppenbühne „Rimi“ weiter mobil bleiben. „Man kann uns weiterhin buchen, die Bühne können wir immer noch problemlos ab und wieder aufbauen“, so Bernhard Mittl. Den Puppenspielern gehe es dabei nicht darum, Profit zu machen, sondern die Zuschauer mit ihrem Puppenspiel zu erfreuen.

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