Untermarchtal kämpft für den Bahnhalt

Lesedauer: 5 Min
Untermarchtals Bürgermeister Bernhard Ritzler kämpft weiter für regelmäßige Bahnhalte in seiner Gemeinde.
Untermarchtals Bürgermeister Bernhard Ritzler kämpft weiter für regelmäßige Bahnhalte in seiner Gemeinde. (Foto: SZ- eis)

Mit dem Zug nach Untermarchtal – was sonst nicht funktioniert, ist am Samstag, dem Aktionstag „Ohne Auto mobil“ möglich. Denn an diesem Tag setzt die Bahn Sonderzüge auf der Donautalbahn-Strecke ein, die ausnahmsweise in der Gemeinde halten. Dort können der „Garten Eden“ und das Kalkofenmuseum besichtigt werden. Den Aktionstag nimmt Untermarchtals Bürgermeister Bernhard Ritzler zum Anlass, die Notwendigkeit eines regelmäßigen Bahnhalts für seine Gemeinde zu verdeutlichen.

Bahnhalte in Untermarchtal wie am Samstag gibt es in der Gemeinde sonst nur zum Jugendtag und zur Annawallfahrt. „Das ist für die Gemeinde einfach nicht genug“, betont Bürgermeister Bernhard Ritzler. Wünschenswert wären regelmäßige Halte. Stündliche Stopps wären für das Gemeindeoberhaupt ein Traum. „Aber wir müssen schon realistisch bleiben“, so Ritzler, deshalb fände er einige Halte verteilt über den Tag schon ein tolles Angebot.

Infrastruktur ist vorhanden

Die Infrastruktur wäre dafür in der Gemeinde bereits vorhanden. „Den Bahnhof haben wir gerichtet, lediglich die Höhe des Bahnsteiges müsste noch angepasst werden“, so der Bürgermeister. Die Gemeinde sei demnach vorbereitet, um auch kurzfristig Halte zu ermöglichen.

Seit rund zehn Jahren ist Bernhard Ritzler inzwischen Bürgermeister der Gemeinde Untermarchtal und genauso lange beschäftige ihn ein möglicher Bahnhalt für seine Gemeinde schon. Unzählige Gespräche hat der Schultes seither geführt. „Bei allen möglichen und unmöglichen Gelegenheiten rufe ich das Thema ins Gedächtnis“, sagt er. So beispielsweise bei Politikerbesuchen.

Wie gut oder schlecht die Chancen stehen, dass in Untermarchtal in den kommenden Jahren irgendwann wieder die Bahn hält, kann der Bürgermeister aktuell nicht sagen. Vor Jahren, als die Halte in Rottenacker möglich wurden, habe es geheißen, 2017 könne es vielleicht eine Verbesserung für Untermarchtal geben, inzwischen steht 2025 im Raum. Bei jedem Fahrplanwechsel hoffe der Bürgermeister immer wieder auf positive Nachrichten für seine Gemeinde, bisher vergebens. „Ich glaube, die Vorzeichen in der Politik haben sich verbessert“, sagt er. In der „großen Politik“ würde das Augenmerk wieder stärker auf der Schiene liegen, so Ritzler. Auch die Bevölkerung wolle zunehmend auf Autos verzichten und fordere bessere Verbindungen im öffentlichen Nahverkehr. „Dadurch steigt sicher der Druck“, macht der Bürgermeister deutlich. Er ist sich sicher, dass sich, wenn der politische Wille da wäre, auch ein Zeitfenster für regelmäßige Halte in Untermarchtal ergeben würden.

Für Besucher des Bildungsforums wichtig

Die Zughalte seien für Untermarchtal nicht nur ein nettes Zusatzangebot, sondern würden tatsächlich benötigt, betont Bernhard Ritzler. 30 000 Besucher kämen beispielsweise jährlich ins Bildungsform des Klosters Untermarchtal. Von denen würde sicher ein größerer Teil mit dem Zug kommen, wenn es nicht so umständlich wäre, so der Bürgermeister. Denn bisher müssten Bahnreisende von Forumsmitarbeitern in Munderkingen abgeholt werden.

„Inzwischen werden im Pflegeheim Maria Hilf auch zunehmend externe Bewohner betreut, für deren Besucher wäre die Anreise mit der Bahn sicher auch eine attraktive Möglichkeit“, vermutet Ritzler. Gleiches gelte auch für die Gäste im Generationenpark „Garten Eden“.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen