In der Kirche bewegen sich viele Frauen mit Temperament

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Viele Frauen ließen sich in Untermarchtal bewegen.
Viele Frauen ließen sich in Untermarchtal bewegen. (Foto: SZ- kurt efinger)
Kurt Efinger

Mit dem Frauenfest in Untermarchtal ist der Katholische Deutsche Frauenbund der Diözese Rottenburg-Stuttgart am Samstag in die bundesweite Kampagne unter dem Leitgedanken „Nur wer bewegt ist, kann andere bewegen“ gestartet. Mehr als 350 Frauen aus ganz Württemberg ließen sich vom anregenden Thema inspirieren.

Fünf Schautafeln mit den Stichworten „Frauensolidarität, Lohngerechtigkeit, Glaube, Weihe, Verantwortung“ saßen die Teilnehmerinnen des alle zwei Jahre gefeierten Frauenfestes in der Vinzenz-Kirche gegenüber, als Diözesanvorsitzende Karin Walter und ihre Stellvertreterin Gabi Ilg hier „geballte Frauenpower“ und dabei namentlich Bärbel Kräutle aus Kirchbierlingen, die Diözesanvorsitzende der Landfrauenvereinigung des KDFB Rottenburg-Stuttgart und Bundesvorsitzende der Landfrauenvereinigung des KDFB begrüßten. „Gemeinsam können wir die Kirche bewegen“, sagte Karin Walter und erregte Heiterkeit mit der Bemerkung „Wer auf der Stelle tritt, kann nur Sauerkraut fabrizieren.“ Sich für eine gerechte Welt stark zu machen sei das Ziel des seit 1903 bestehenden und 180 000 Mitglieder zählenden Katholischen Deutschen Frauenbundes. In der württembergischen Diözese Rottenburg-Stuttgart engagieren sich 7500 Frauen in 123 Zweigvereinen für und mit Frauen. Eines der Ziele der auf zwei Jahre angelegten Kampagne ist die Gewinnung von 700 neuen Mitgliedern. Man hofft, es trotz rückläufiger Kirchenmitgliederzahlen zu erreichen.

Was Bewegung bei perfekter Körperbeherrschung heißt, führte die 18-jährige Ulmer Fußball-Freestylerin Dana Embacher mit einer verblüffenden Ballartistikshow vor. „So schwungvoll en ra Kirch?“ staunte darüber Adele Seibold. Eigentlich heißt sie Gisela Matthiae und hat bei der Promotion über die Suche nach neuen, befreienden Gottesvorstellungen von Frauen die Metapher von der Clownin Gott entwickelt. Sie habe gedacht, mit dieser Farbe nichts falsch machen zu können, begründete sie Lila als Farbe ihres Kleides. „Alle Menschen haben die gleiche Würde“ kommentierte die ordinierte Pfarrerin das Thema Weihe. „I hab da Eidruck, älle, wo do hogged, send geweihdd“, sprach sie das „Priestertum aller Gläubigen“ an.

Themen der nachmittäglichen Arbeitskreise waren Bewegung erleben, Lasst uns Kreise ziehen, Tuchfühlung, Labyrinth als Weg der Wandlung, Zumba Light, Singen mit Lust und Freude, Foto-Workshop, Wildkräuterspaziergang, Steuerklasse 5, Lesbische Frauen in der Kirche, 100 Jahre Frauenwahlrecht, Rhythmus als belebende Kraft, Aikido – Körper, Geist und Seele in Bewegung und Psalmen als bewegende Verse.

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