Frauen in der Literatur: „Die göttliche Ordnung“

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Schwester Marzella Krieg begrüßte Sabine Wesp.
Schwester Marzella Krieg begrüßte Sabine Wesp. (Foto: SZ- khb)
Karl-Heinz Burghart

Den Literatursommer 2018, den das Land Baden-Württemberg heuer unter das Motto „Frauen in der Literatur“ gestellt hat, nimmt das Bildungsforum des Klosters in Untermarchtal zum Anlass, selber eine Vortragsreihe rund um Frauen in der Literatur und Geschichte zu organisieren. „Nach Vorträgen über Frauen in der Geschichte wollen wir uns jetzt nach der Sommerpause heutige Frauengeschichten erschließen“, sagte Schwester Marzella Krieg am Freitagabend zur Begrüßung.

Die bisherigen Vorträge befassten sich unter anderem mit Luise von Marillac, der Ordensgründerin der Vinzentinerinnen und mit Arcadia Scholl, der ersten Generaloberin der Barmherzigen Schwestern. Am Freitag ging es um die Menschenrechts-Organisation „Terre des Femmes“, die sich für eine gerechte Welt einsetze, in der Frauen und Mädchen selbstbestimmt, frei und in Würde leben können, erklärte Sabine Wesp aus Stuttgart. Sie stellte den Besuchern zunächst die Frauenrechts-Organisation vor, dann wurde der Film „Die göttliche Ordnung“ gezeigt.

„Terres des Femmes“ 1981 gegründet

„Terres des Femmes“ wurde 1981 in Hamburg gegründet und hat heute seinen Hauptsitz in Berlin, um dort effektive Lobbyarbeit zu leisten. „Ich bin froh, dass Terre des Femmes inzwischen ein gutes Standing hat und bekannt ist“, sagte Wesp. „Frauen haben auf dieser Welt nicht dieselben Rechte und denselben Schutz wie Männer“. Das reiche von Ungleichbehandlung im Bildungsbereich und frauenfeindlicher Werbung über Benachteiligungen im Beruf bis zu Kinder-Ehen, häuslicher Gewalt oder Verstümmelungen, sagte Wesp und betonte: „Es gibt keine Kultur auf dieser Welt, in der Frauen gleichberechtigt sind. Und durch die starke Migration sind heiße Frauenthemen auch bei uns gegenwärtig geworden“.

So setze sich Terre des Femmes beispielsweise für ein Kopftuchverbot für Mädchen ein. Auch im Film „Die göttliche Ordnung“ gehe es um Frauenrechte, so Wesp, er zeige den Zuschauern das Zusammenprallen von chauvinistischen Vorurteilen und Frauen-Solidarität.

Film spielt in der Schweiz 1971

„Die göttliche Ordnung“ spielt in der Schweiz des Jahres 1971. Im beschaulichen Appenzell lebt die Hausfrau Nora mit ihrem Mann, den beiden Söhnen und dem Schwiegervater. Die bislang intakt erscheinende Dorf- und Familienordnung gerät schnell und heftig ins Wanken, als sich Nora für das Frauenwahlrecht einsetzt, über das Männer abstimmen sollen. Von Noras Engagement werden andere Frauen angesteckt und starten den Aufstand gegen die männerdominierte Gesellschaft. Bald geht es nicht mehr nur um das Wahlrecht für Frauen, sondern um gesellschaftliche Gleichberechtigung und die verstaubten Moralbegriffe.

„Die Rechte der Frauen haben sich in den vergangenen Jahrzehnten enorm geändert“, sagte Sabine Wesp am Freitag, „aber längst noch nicht überall auf der Welt. Und auch in Deutschland sind Frauen und Mädchen noch heute täglich Verletzungen ihrer Menschenrechte ausgesetzt. Da setzt sich Terre des Femmes mit Lobbyarbeit auf politischer Ebene, Information der breiten Öffentlichkeit und Angebote für betroffene Frauen ein“.

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