Zweifelhafte Ehre: Uni Ulm für schlimmsten Tierversuch ausgezeichnet

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Kritik an Tierversuchen in Ulm und Biberach
Es ist eine Vorstellung, die bei Tierschützern mit Sicherheit den Blutdruck steigen lässt: In München, Ulm und Biberach sollen Mäuse für Tierversuche regelmäßig Zigarettenrauch ausgesetzt werden. Das kritisiert der Verein „Ärzte gegen Tierversuche“ und verweist darauf, dass in Deutschland Tierversuche zur Entwicklung von Tabakprodukten seit mehr als 30 Jahren verboten sind.
Schwäbische Zeitung

Der Verein „Ärzte gegen Tierversuche“ hat der Universität Ulm am Dienstag den Negativpreis „Herz aus Stein“ für den schlimmsten Tierversuch 2018 überreicht. Von fünf zur Auswahl stehenden Tierversuchen fiel die Online-Abstimmung auf die Zigarettenrauchversuche des Instituts für Anästhesiologische Pathophysiologie und Verfahrensentwicklung der Uni Ulm. Die Abstimmung lief zehn Tage und zählte 5.345 Stimmen. Davon bekam der Ulmer Versuch 2.294 Stimmen, also 43 Prozent. 

Der Verein „Ärzte gegen Tierversuche“ hat der Universität Ulm am Dienstag den Negativpreis „Herz aus Stein“ für den schlimmsten
Der Verein „Ärzte gegen Tierversuche“ hat der Universität Ulm am Dienstag den Negativpreis „Herz aus Stein“ für den schlimmsten Tierversuch 2018 übergeben. (Foto: Möllers)

Wie der Verein mitteilt, mussten Mäuse drei Wochen lang Zigarettenrauch einatmen. Anschließend wurde bei ihnen – nun narkotisiert – ein Blutungsschock und eine Lungenquetschung ausgelöst, mit dem laut Verein „banalen“ Ergebnis, dass sich Rauchen negativ bei schweren Traumata auswirke.

Der Verein „Ärzte gegen Tierversuche“ hat der Universität Ulm am Dienstag den Negativpreis „Herz aus Stein“ für den schlimmsten
Der Verein „Ärzte gegen Tierversuche“ hat der Universität Ulm am Dienstag den Negativpreis „Herz aus Stein“ für den schlimmsten Tierversuch 2018 übergeben. (Foto: Möllers)

„Für uns lassen sich diese Versuche weder ethisch rechtfertigen, noch mit Sinnhaftigkeit. Letzteres allein schon nicht, da sich Mäuse in Anatomie, Physiologie und Immunologie so stark vom Menschen unterscheiden, dass ihre Reaktion auf Zigarettenrauch völlig anders ausfällt“, wird Dr. Gaby Neumann, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei „Ärzte gegen Tierversuche“ in einer Mitteilung zitiert. 

Der bundesweite Verein will mit dem Preis auf angeblich besonders grausame und absurde Tierversuche aufmerksam machen, die in Deutschland durchgeführt worden sind.

Uni Ulm wehrt sich gegen Vorwürfe

Die Universität wehrt sich gegen die Vorwürfe. Nach Schilderung von Uni-Pressesprecherin Annika Bingmann seien die Mäuse keinerlei Qualen ausgesetzt worden. Auch die Tierschutzbeauftragten der Uni hätten keine Bedenken gegen passivrauchende Mäuse geäußert.

Der Verein „Ärzte gegen Tierversuche“ hat der Universität Ulm am Dienstag den Negativpreis „Herz aus Stein“ für den schlimmsten
Der Verein „Ärzte gegen Tierversuche“ hat der Universität Ulm am Dienstag den Negativpreis „Herz aus Stein“ für den schlimmsten Tierversuch 2018 übergeben. (Foto: Möllers)

Anders als von „Ärzte gegen Tierversuche“ dargestellt, würden diese Versuche jedoch nicht nur durchgeführt, um „vorgeblich“ die Folgen von Tabakkonsum besser zu verstehen. Vielmehr handelt es sich um klinisch hochrelevante Traumaforschung.

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Kritik an Tierversuchen in Ulm und Biberach
Es ist eine Vorstellung, die bei Tierschützern mit Sicherheit den Blutdruck steigen lässt: In München, Ulm und Biberach sollen Mäuse für Tierversuche regelmäßig Zigarettenrauch ausgesetzt werden. Das kritisiert der Verein „Ärzte gegen Tierversuche“ und verweist darauf, dass in Deutschland Tierversuche zur Entwicklung von Tabakprodukten seit mehr als 30 Jahren verboten sind.

Infogram Tierversuche in Deutschland

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