Wegen einer Shisha-Bar? 15 Menschen erleiden Kohlenmonoxid-Vergiftung

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Frau raucht Shisha
Eine Shisha-Bar könnte verantwortlich dafür sein, dass 15 Menschen eine Kohlenmonoxid-Vergiftung erlitten. (Foto: Soeren Stache/dpa)
Schwäbische Zeitung

Eine Kohlenmonoxid-Vergiftung haben sich 15 Menschen am Wochenende in Ulm zugezogen. Die Behörden prüfen nun, ob in der Nacht zum Samstag möglicherweise ein Shisha-Betrieb ursächlich für die Verletzten ist.

Am Rand der Ulmer Oststadt

Am Samstagmorgen rückten Einsatzkräfte zu einem Mehrfamilienhaus am Rand der Ulmer Oststadt aus. In dem Gebäude wohnen etwa 30 Menschen in den Obergeschossen. Im Erdgeschoss befinden sich Gastronomiebetriebe. Ein Bewohner hatte am Samstagmorgen wegen gesundheitlicher Beschwerden den Rettungsdienst gerufen.

Der untersuchte die anwesenden Bewohner und stellte bei 15 von ihnen Kohlenmonoxid-Vergiftungen fest. Weitere Untersuchungen in umliegenden Krankenhäusern sollen erhöhte CO-Werte im Blut ergeben haben. Die Verletzten sind zwischen fünf Monaten und 39 Jahren alt. 14 sind nach derzeitigen Erkenntnissen leichtverletzt, ein Baby eher schwer.

Feuerwehr wurde nachalarmiert

Beim Rettungseinsatz schlugen die CO-Melder der Helfer an, weshalb die Feuerwehr nachalarmiert wurde. Die stellte in einer der Wohnungen starken „Shisha-Geruch“ fest.

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei fand in der Nacht in der Gaststätte möglicherweise ein Shisha-Betrieb statt. Der sei aber von der Behörde noch gar nicht genehmigt gewesen. Durch die Stadt Ulm erfolgte die sofortige Schließung des Betriebes. Spezialisten der Polizei ermitteln nun zusammen mit der Staatsanwaltschaft gegen den Gaststättenbetreiber.

Kontrollen in Shisha-Bars
Bei einer bezirksweiten Kontrollaktion hat der Ulmer Zoll vergangene Woche 60 Shisha-Bars und Verkaufsgeschäfte, sowie 120 Personen überprüft. Dabei wurden knapp 200 Kilo Wasserpfeifentabak sichergestellt.

Um den genauen Ablauf, wie es zu den 15 Verletzten gekommen ist zu klären, soll auch ein Sachverständiger beauftragt werden. Nach Erkenntnissen der Gewerbe- und Umweltermittler der Polizei hat der Inhaber lediglich eine Gaststättenerlaubnis, aber keine Genehmigung für einen Shisha-Betrieb. Möglicherweise fand ein solcher Betrieb in dem Lokal in der Karlstraße bereits seit längerer Zeit statt.

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