Wegen ein bisschen Geld: Junge Männer sollen 39-Jährigen einfach totgeschlagen haben

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 Der Fall landet wohl vor dem Ulmer Landgericht.
Der Fall landet wohl vor dem Ulmer Landgericht. (Foto: Arne Dedert)
Schwäbische Zeitung

Vier junge Männer sollen in Göppingen einen 39-Jährigen wegen ein bisschen Geld halbtot geschlagen haben. Sie ließen ihr Opfer sterbend zurück. Nun hat die Ulmer Staatsanwaltschaft Anklage wegen Mordes aus Habgier erhoben.

In den späten Abendstunden des 2. November 2019 sollen die Männer im Bereich Göppingen-Ursenwang nach einem Trinkgelage spontan den Entschluss gefasst haben, einen für sie bislang unbekannten Mann zu überfallen. Nachdem dieser am Geldautomaten in einer Bankfiliale Geld „in geringem Umfang“ abgehoben hatte, so die Staatsanwaltschaft am Dienstag, sollen die Angeschuldigten ihr Opfer umgehend danach angegangen und überwältigt haben.

Notarzt hätte dem Opfer helfen können

Nach Einschätzung der Anklagebehörde schlugen und traten sie in der Folge derart massiv auf ihr wehrloses Opfer ein, dass dieses eine Rippenserienfraktur (mit 17 Frakturen), einen Lungenkollaps, einen Riss seiner linken Niere, eine Eröffnung der Brusthöhle und ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitt. Zwei der Angeschuldigten – ein 16-Jähriger und der 23 Jahre alte Mann – entfernten sich, solange die beiden anderen Männer weiter auf den Geschädigten einschlugen und zutraten.

Allen vier Angeschuldigten wirft die Staatsanwaltschaft vor, dass sie durch ihr Verhalten den Tod des 39 Jahre alten Mannes vorsätzlich herbeigeführt haben. Schwer verletzt sollen sie den Mann in einem Gebüsch liegen gelassen haben, wo er aufgrund seiner Verletzungen innerhalb kurzer Zeit vor Ort verstarb. Hätte nur einer der Angeschuldigten zeitnah einen Notruf abgesetzt oder entsprechende Hilfe gerufen, hätte der 39-Jährige durch eine sofortige notärztliche Versorgung überlebt.

Zwei Angeklagte verweigern die Aussage

In rechtlicher Hinsicht wertet die Anklagebehörde das Verhalten der Angeschuldigten als Mord aus Habgier in Tateinheit mit schwerem Raub. Während sich zwei der Angeschuldigten zum Vorwurf einließen, machten die übrigen beiden von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch. Alle vier Angeschuldigten befinden sich wegen des gravierenden Vorwurfs in Untersuchungshaft. Das Ulmer Landgericht muss nun entscheiden, ob es zur Verhandlung an der Großen Jugendkammer kommt.

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