Wasserstoff: Ulmer Wissenschaftler erklärt bei „scobel“ den Antrieb der Zukunft

 Maximilian Fichtner.
Maximilian Fichtner. (Foto: Universität ULm)
Schwäbische Zeitung

Wasserstoff ist praktisch unbegrenzt vorhanden, lässt sich speichern und ist effizienter als Benzin oder Diesel. Doch die Erzeugung von klimaneutralem Wasserstoff ist teuer. Ob die Wasserstofftechnologie den Wettlauf um die grüne Mobilität bereits verloren hat und wie die Energiewende gelingen kann, ist am Donnerstag, 2. September, Thema in „WissenHoch2” in 3sat.

Was ist vom Hoffnungsträger der Mobilitätswende geblieben?

Den Auftakt macht um 20.15 Uhr die Dokumentation „Unter Druck: Wasserstoff in der Mobilität“ von John A. Kantara. Im Anschluss, um 21 Uhr, folgt die Sendung „scobel? Energiewende komplex“. Darin diskutiert Gert Scobel mit seinen Gästen. Unter anderem mit dem Chemiker Maximilian Fichtner (stellvertretender Direktor am Helmholtz-Institut, Ulm), dem Soziologen, Volkswirt und Nachhaltigkeitswissenschaftler Ortwin Renn sowie Wirtschaftswissenschaftlerin Claudia Kemfert (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, Berlin).

Iveco will Mitte September in Ulm seine ersten rein elektrisch angetriebenen LKW vorstellen.
500 Millionen Euro Bundesförderung für Batteriezellen sind vor zwei Jahren am Ulmer Münster vorbei nach Münster gewandert und haben einen kleinen Skandal ausgelöst.

Seit 30 Jahren gilt Wasserstoff als Hoffnungsträger der Mobilitätswende. Und trotzdem habe sich bei Produktion, Distribution und Nutzung von grünem Wasserstoff nicht viel getan, schreibt 3sat in seiner Ankündigung. Während mehr als 300 000 Batterieautos und rund eine Million Hybridfahrzeuge auf deutschen Straßen unterwegs seien, seien derzeit gerade einmal 808 Wasserstoffautos zugelassen.

 Maximilian Fichtner (li.) vom Helmholtz-Institut und Oberbürgermeister Gunter Czisch sehen sich ein Wasserstoff-Flugzeug an.
Maximilian Fichtner (li.) vom Helmholtz-Institut und Oberbürgermeister Gunter Czisch sehen sich ein Wasserstoff-Flugzeug an. (Foto: Alexander Kaya)

Stromnetz noch nicht bereit dafür?

Auch plane bislang kein deutscher Autohersteller eine eigene Wasserstoffflotte. Doch den Vorteilen der reinen E-Mobilität stehen neben den Umweltproblemen der Batterieherstellung ganz andere pragmatische Verteilungsprobleme im Weg: Das deutsche Stromnetz sei derzeit nicht dafür ausgelegt, dass alle Verbrennungsmotoren von batterieelektrischen Antrieben abgelöst werden. Grüne Mobilität sei also nicht die Entscheidung zwischen E-Mobilität oder Wasserstoffmobilität, sondern müsse auch die Frage beantworten, welche Energienutzung für welche Anwendung am sinnvollsten ist.

Meist gelesen in der Umgebung

Wir haben die allgemeine Kommentarfunktion unter unseren Texten abgeschaltet. Für einzelne Texte wird es auch weiterhin die Möglichkeit zum Austausch geben. Aufgrund der Vielzahl an Kommentaren können wir derzeit aber keine gründliche Moderation mehr gewährleisten. Mehr Informationen zu unseren Beweggründen finden Sie hier.
Kommentare werden geladen