Was dieses Theater macht, ist weltweit einmalig

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Don Giovanni (Kwang-Keun Lee) erwartet den Geist des Komtur an der reich gedeckten Tafel.
Don Giovanni (Kwang-Keun Lee) erwartet den Geist des Komtur an der reich gedeckten Tafel. (Foto: archiv)
Schwäbische Zeitung

So viele Zuschauer wie nie hatte das Theater Ulm Anfang Januar – im Internet. Denn seit dem Jahr 2012 überträgt es im Livestream als einziges Stadttheater weltweit regelmäßig ausgewählte Vorstellungen aus allen Sparten kostenlos direkt via Internet. Bei der jüngsten Übertragung am 7. Januar wurde der vormalige Spitzenwert (372 Nutzer beim Ballettabend „Lascia che accada & Wanderers“) deutlich um fast das Doppelte übertroffen: Insgesamt 608 Nutzer waren mit dabei.

Diese kamen aus insgesamt 29 Ländern und verfolgten die Übertragung von Matthias Kaisers Operninszenierung „Don Giovanni“ aus dem Großen Haus. Wie Daniel Grünauer, Leitender Schauspieldramaturg und Verantwortlicher für das Livestreaming am Theater Ulm, mitteilt, kamen rund 72 Prozent dieser User aus Deutschland (davon 22 Prozent aus Ulm), gefolgt von 53 Usern aus Island, 36 aus den USA, 20 aus Frankreich, 17 aus der Türkei, 15 aus Polen und vielen weiteren Ländern. So sahen beispielsweise auch Zuschauer aus Kenia und Curaçao zu. Besonders interessant liest sich laut Grünauer dabei die demografische Aufteilung der Livestreaming-Nutzer: Etwa ein Drittel sind über 65 Jahre alt, gefolgt von der Gruppe der 25- bis 34-Jährigen, die 17 Prozent der Zuschauer ausmachen. Rund ein Drittel der Zuschauer nutzen ihren Computer, der Rest greift von mobilen Geräten aus zu.

Wie Grünauer erklärt, konnten Theaterfreunde bis heute 19 Übertragungen von Zuhause oder von unterwegs miterleben, davon zehn Schauspiele, fünf Musiktheaterproduktionen und vier Ballettabende. Im Durchschnitt waren 325 Nutzer pro Übertragung dabei – „Tendenz stark steigend“, so Grünauer. „Bei den Liveübertragungen aus dem Großen Haus und dem Podium des Theaters Ulm beschränken wir uns nicht auf die unkommentierte Sendung der Vorstellung, sondern liefern neben standardmäßigen Einführungen und ‚Making-Of’s auch zu jedem Livestream ein besonderes Highlight wie einen Backstage-Bericht zu Mitwirkenden.“

Aufgrund der erfreulich hohen und beständig wachsenden Zugriffszahlen, die bei durchschnittlich 700 Seitenaufrufen pro Übertragung liegen, sei kürzlich eine Erhöhung der Bandbreite auf ein Gigabit notwendig geworden. Somit werde sichergestellt, dass ab sofort sowohl deutlich mehr Zuschauer mit dem Livestream versorgt werden können. (az)

Für die aktuelle Spielzeit sind noch zwei Übertragungen geplant: „Kasimir und Karoline“ am Samstag, 23. April, und „Treibgut“ am Sonntag, 3. Juli, jeweils ab 18.40 Uhr aus dem Großen Haus.

Im Durchschnitt besuchen 325 Nutzer den Livestream, der kostenlos im Internet zur Verfügung steht.

Den Livestream und weitere Informationen gibt es unter

www.theater.ulm.de/livestream

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