Was aus dem ehemaligen Fifty-Eight-Shop am Münsterplatz wird

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Personen stehen vor dem Eingang zum Fifty-Eight
Im ehemaligen Fifty-Eight hat sich Ulm eingemietet. Dort steht unter anderem der Flugsimulator Birdly. (Foto: Helmstädter)
Oliver Helmstädter

Das Haus am Schuhhausplatz ist ein Fixpunkt in der Stadt: Die Älteren kennen das Gebäude noch unter „Musikhaus Reisser“, das hier von den 1980ern an untergebracht war. Dann lockte der Skate- und Surfshop Fifty-Eight Jahrzehnte die Kunden an.

Der Kommerz am Münsterplatz 25 hat nun ausgedient: Die Stadt Ulm mietete die Räumlichkeiten an, nachdem sich der Skateshop in Richtung Friedrichsau verabschiedete. Und, wie Ulms OB Gunter Czisch bei der Vorstellung eines vorübergehenden Infocenters „Agenda Ulm 21“ betonte, nicht als Lückenbüßer.

„Dieser Ort ist sehr, sehr wichtig.“ Ulm sei gekommen um zu bleiben. Jahrelang habe die Stadt nach Räumen gesucht, die wirklich passen. „Im Herzen der Stadt“, so Czisch. Wie der Ex-Fifty-Eight. Denn es habe bisher keinen Ort in der Stadt gegeben, in dem jeder Passant auf die Schnelle habe erfahren können, was Ulm als Stadt ausmacht. Das habe sich nun geändert.

Anfragen vom Gastronomen

Die Vermieter seien „Ulmer Patrioten“ und würden deswegen weit weniger Miete von Ulm verlangen, als es in dieser Lage – unmittelbar neben Ulms Wahrzeichen – der freie Markt hergeben würde.

Es hätte Anfragen vom Gastronomen gegeben, hier Restaurant und Bar zu eröffnen, so Czisch. Doch noch mehr Kneipen mit Außenbestuhlung, hier in direkter Nähe zum Judenhof sowie dem Barfüßer im Ex-Jung-Gebäude, sei zu viel des Guten.

Langfristig will die Stadt nun hier als Mieter bleiben und eine Anlaufstelle für alle bieten, die sich für Ulm interessieren. Bereits eingezogen ist „Birdly“. Der Hightech-Simulator ist seit August im „M25“, wie die Stadt das Gebäude mit Bezug auf die Adresse genannt hat.

Das „M25“ sieht Czisch ein wenig wie die „gute Stube“ der Stadt. Im Zentrum stehen künftig die zwei großen Ulmer Themen schlechthin: Münster und Einstein. Derzeit würden die genauen Konzepte noch erstellt.

Das Ziel sei, dass diese Ausstellungen auch ein zugkräftiger Frequenzbringer für den Einzelhandel werden. Technik wird helfen: So sei etwa ein Simulator geplant, in dem man eine Fahrt in einem Außenaufzug auf den Münsterturm erleben kann. Wenn das Bauhüttenwesen tatsächlich zum immaterielles Weltkulturerbe ernannt werden sollte, werde das der Schau zusätzlichen Schub verleihen.

Einstein war nur der Anfang

Die multimediale Mitmachausstellung „Einstein inside – 100 Jahre Allgemeine Relativitätstheorie“, die im „M25“ im Sommer zu sehen war, soll nur ein Anfang gewesen sein: „Wir werden das Thema Einstein weiter spielen“, so Czisch.

Doch ein Museum soll es nicht werden. Wie der OB betont, möchte Ulm mit wechselnden Angeboten vielmehr die Dynamik der Stadt zeigen.

In den Wochen bis Weihnachten steht das „M25“ ganz unter dem Stern der Nachhaltigkeit: Die lokale „Agenda Ulm 21“ und ihre Partnerorganisationen präsentieren sich. „Erleben, anfassen und erfahren“, so Czisch, lasse sich was Ulmer Themen bedeuten – im aktuellen Fall, was hinter dem spröden Wort Nachhaltigkeit stehe. Etwa durch eine Sammlung an Energie-Experimenten, die sich an Schulklassen richten.

Über die gesamte Laufzeit des „Popup-Infocenters“ hinweg ist die Ausstellung „energietour.ulm“ zu besichtigen. Sie lädt mit verschiedenen Experimenten und Exponaten dazu ein, „Energie zu erleben, entdecken und begreifen“. Und zwei Lastenräder stehen zum Ausprobieren bereit und können nach Verfügbarkeit für ein paar Stunden ausgeliehen werden.

Jede Woche steht ein anderes Thema im Mittelpunkt. Es werden erfolgreiche nachhaltige Projekte vorgestellt, Alltagstipps gegeben und Mitmachangebote wie Reparatur-Cafés und Planspiele durchgeführt. Diese Woche steht der Klimaschutz auf dem Programm.

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