Verdi ruft zum Streik bei Galeria Kaufhof in Ulm auf

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K&L ist insolvent und macht zu. Gerry Weber hat Insolvenz angemeldet. Galeria Kaufhof will bundesweit Mitarbeiter entlassen. Keine guten Nachrichten für die Geschäfte in den Innenstädten – auch nicht für Ulm. Wie sehen das die Bürger?
Schwäbische Zeitung

Die Stimmung unter den 150 Kaufhof-Mitarbeitern in Ulm ist schlecht. Im Zuge des Zusammenschlusses der Warenhausketten Galerie Kaufhof und Karstadt durch die jeweiligen Eigentümer Signa Retail und Hudson’s Bay Company hatte die Unternehmensleitung den Ausstieg aus der Tarifbindung erklärt. Deswegen wird nach Angaben der Gewerkschaft Verdi am Freitag, 7. Juni, die Arbeit niedergelegt.

Rainer Dacke, der für Handel zuständige Verdi-Fachbereichssekretär, beklagt Einkommensverluste der Beschäftigten. Die in der derzeitigen Tarifrunde verhandelten Entgelterhöhungen würden nicht weiter gegeben. Darüber hinaus seien Einschnitte bei Urlaubs- und Weihnachtsgeld zu befürchten.

Dacke: „Die Beschäftigen sollen die Folgen der desaströsen Unternehmenspolitik der Eigner mitbezahlen.“ Ein schlüssiges Konzept, wie man die angeschlagene Warenhauskette wieder in eine vernünftige Position am Markt bringen kann, liege bis heute nicht vor. Es dränge sich dränge sich der Verdacht auf, dass es den Investoren nur um die Immobilien in bester Lage gehe. Nicht um den Erhalt der Warenhäuser.

Wenn in Zukunft bei Kaufhof weniger Beschäftigte für untertarifliche Entgelte arbeiten sollen, ist das ein Skandal

Rainer Dacke, Gewerkschaft Verdi 

„Wenn in Zukunft bei Kaufhof weniger Beschäftigte für untertarifliche Entgelte arbeiten sollen, ist das ein Skandal“, so Dacke weiter. Verdi rechnet mit einer hohen Streikbereitschaft, die zu Störungen im Geschäftsbetrieb des größten Ulmer Geschäfts führen könnten.

Sorgen bei den Ulmer Innenstadtgeschäften
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