Uzin Utz jagt den nächsten Rekord

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Uzin Utz - herausgefordert und erfolgreich
Das Ulmer Unternehmen Uzin Utz ist nicht nur Spezialist für Bodenklebstoff und Estrich, sondern auch zum vierten Mal als bester Arbeitgeber seiner Branche ausgezeichnet worden. Am Mittwoch gab es die Zahlen zum  Geschäftsjahr 2018.
Sebastian Mayr
Die Uzin-Utz-Gruppe ist nach eigenen Angaben entwickelt Produkte und Maschinen für die Bodenverlegung und stellt diese in eigener Produktion her. Das börsennotierte Unternehmen mit Hauptsitz in Ulm ist darin nach eigenen Angaben führend.

Aktienkurs Der Jahresschlusskurs der Aktie lag 2018 bei 48,80 Euro (Vorjahr: 54,60 Euro).

Digitalisierung Uzin setzt auf digitale Prozesse und erhofft sich davon deutliche Vorteile gegenüber Mitbewerbern. Ein Beispiel sind digitale Gebäudemodelle, die wichtige Informationen speichen und Architekten bei der Auswahl geeigneter Baustoffe helfen sollen. Ein anderes Beispiel ist eine digitale Produkt- und Bilddatenbank.

Neuheiten 2018 hat das Unternehmen die erste Spachtelmasse auf den Markt gebracht, die durch eine Farbveränderung anzeigt, wann sie getrocknet ist. Auch neu: eine umweltfreundliche Feuchtesperre für den Boden. Zudem haben die Ulmer einen Kunststoffkanister entwickelt, der komplett aus recyceltem Material besteht. Bis Ende 2020 sollen dort nur noch solche Behälter verwendet werden.

Noch acht gute Monate fehlen der Uzin Utz AG zum großen Ziel: Einen Umsatz von 400 Millionen Euro will der Bauchemiespezialist bis Ende des Jahres erreichen, diese Marke haben sich die Ulmer 2016 gesetzt. Und sie ist in Reichweite.

Knapp 55 Millionen Euro beziehungsweise rund 15 Prozent Zuwachs müsste das einzige börsennotierte Unternehmen der Region in diesem Jahr erreichen. Zum Vergleich: 2018 stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um knapp 50 Millionen Euro beziehungsweise 16,9 Prozent. Nach den Ergebnissen des ersten Quartals sei er sehr zuversichtlich, dass das Unternehmen das Ziel seiner Wachstumsstrategie erreichen könne, sagte Finanzvorstand Heinz Leibundgut, der die Zahlen bei der Bilanzpressekonferenz am Dienstag vorstellte.

Bauchemiehersteller meldet fast nur Rekordzahlen

Vor knapp einem Jahr übernahm der Schweizer Leibundgut gemeinsam mit Julian und Philipp Utz die Führung des Unternehmens. Eines ist dabei gleich geblieben: Der Bauchemiehersteller meldet fast nur Rekordzahlen. Der Umsatz ist um 49,9 Millionen Euro auf 345,7 Millionen Euro gestiegen, die Aktionäre sollen von diesem Rekordwert genauso stark profitieren wie 2018: Die Dividende soll zum dritten Mal in Folge 1,30 Euro betragen.

Eine Zahl trübt das positive Gesamtbild. Der Gewinn des Jahres 2018 beträgt 20,9 Millionen Euro – und liegt damit unter dem des Vorjahrs (24,4 Millionen Euro). Ein guter Wert sei das dennoch, sagte Leibundgut und verwies auf den durchschnittlichen Gewinn der fünf Jahre davor. Dieser sei mit 19,9 Millionen Euro etwas niedriger als der des Jahres 2018. Dazu kommt, dass ein „Sondereinfluss“ den Konzern fiel Geld gekostet hat. 3,6 Millionen Euro habe Uzin nach einem Beratungsfehler an einen Kunden bezahlt.

„Das Produkt ist gut, aber es ist am falschen Ort eingesetzt worden“, berichtete Leibundgut. Mehr verriet er nicht. Man habe sich mit dem Kunden einvernehmlich geeinigt und Stillschweigen vereinbart – auch, um längere Gerichtsverfahren zu vermeiden. Der Fehler selbst, sagte Leibundgut, liege schon einige Zeit zurück. Auch wenn der „Sondereinfluss“ die Bilanz verschlechterte, spricht der Schweizer von einem erfolgreichen Jahr, das man einer klaren Strategie verdanke.

Ausländischer Märktanteil auf 62,3 Prozent gestiegen

Zu der gehört, dass Uzin verstärkt auf ausländische Märkte setzt. Deren Anteil ist um 3,4 Prozent auf 62,3 Prozent gestiegen. „Da geht es in die richtige Richtung. Wir wollen uns vom deutschen Markt lösen“, kommentierte Leibundgut. Der Absatz im Inland bleibe wichtig, doch Uzin verspricht sich unter anderem in Amerika viel Wachstum. Das Potenzial habe sich schon 2018 gezeigt, berichtete der Finanzvorstand.

Wir halten an dem Ziel fest. Ob es auf den Punkt genau reicht oder nahezu, werden wir sehen.

Finanzvorstand Heinz Leibundgut

Das Umsatzplus verdankt das Unternehmen seinen Tochter Uzin Utz South Pacific, dem Geschäft in Nordamerika und der Fliesenkleber-Marke Codex, für die der Konzern 2018 ein neues Werk gebaut hat. Aber auch drei neuen Tochtergesellschaften leisteten ihren Beitrag: Zwei niederländische Großhandelsgesellschaften, die Uzin zur Marke INTR (sprich: Inter) verschmolzen hat und der Werkzeughersteller Pajarito aus Mettmann in Nordrhein-Westfalen. Weitere Zukäufe sind nicht ausgeschlossen – und dürften für das Umsatzziel 400 Millionen Euro notwendig sein, wie Leibundgut einräumte. Konkretes gebe es noch nicht. Für den Finanzvorstand ist die 400-Millionen-Euro-Marke nicht in Stein gemeißelt, aber: „Wir halten an dem Ziel fest. Ob es auf den Punkt genau reicht oder nahezu, werden wir sehen.“

Mit dem Konzern wächst auch die Zahl der Mitarbeiter. Fast 1300 Menschen arbeiten für die Ulmer und ihre Tochtergesellschaften, etwas mehr als die Hälfte in Deutschland. Die Angestellten sind hoch zufrieden, wie Leibundgut stolz verkündete: 95 Prozent der Innendienstmitarbeiter hätten in einer Umfrage Anfang des Jahres angegeben, sie würden den Konzern sicher oder sehr wahrscheinlich wieder als Arbeitgeber wählen, im Außendienst seien es sogar 100 Prozent gewesen. Die Antworten, berichtete Leibundgut, seien noch einmal besser ausgefallen als bei der bis dahin letzten Umfrage 2010.

Die Uzin-Utz-Gruppe ist nach eigenen Angaben entwickelt Produkte und Maschinen für die Bodenverlegung und stellt diese in eigener Produktion her. Das börsennotierte Unternehmen mit Hauptsitz in Ulm ist darin nach eigenen Angaben führend.

Aktienkurs Der Jahresschlusskurs der Aktie lag 2018 bei 48,80 Euro (Vorjahr: 54,60 Euro).

Digitalisierung Uzin setzt auf digitale Prozesse und erhofft sich davon deutliche Vorteile gegenüber Mitbewerbern. Ein Beispiel sind digitale Gebäudemodelle, die wichtige Informationen speichen und Architekten bei der Auswahl geeigneter Baustoffe helfen sollen. Ein anderes Beispiel ist eine digitale Produkt- und Bilddatenbank.

Neuheiten 2018 hat das Unternehmen die erste Spachtelmasse auf den Markt gebracht, die durch eine Farbveränderung anzeigt, wann sie getrocknet ist. Auch neu: eine umweltfreundliche Feuchtesperre für den Boden. Zudem haben die Ulmer einen Kunststoffkanister entwickelt, der komplett aus recyceltem Material besteht. Bis Ende 2020 sollen dort nur noch solche Behälter verwendet werden.

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