Ulms Reserve: Diskussion über Abmeldung

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Eine mögliche Abmeldung ist auch intern ein heißes Diskussionsthema: Trainer Harald Plail (links) mit Spielern der zweiten Ulme
Eine mögliche Abmeldung ist auch intern ein heißes Diskussionsthema: Trainer Harald Plail (links) mit Spielern der zweiten Ulmer Mannschaft. (Foto: Walter Brugger)
Schwäbische Zeitung
Pit Meier

Das Nachholspiel der ersten Spatzen-Garnitur bei Hessen Kassel am Mittwoch, 14. Februar, 18 Uhr, hat große Bedeutung im Abstiegskampf der Regionalliga Südwest. Im Tabellenkeller der Bezirksliga wird man sich aber noch viel mehr dafür interessieren, dass der SSV Ulm 1846 Fußball möglicherweise seine zweite Mannschaft zum Ende dieser Saison abmeldet. Dann würde es im Bezirks-Oberhaus, in dem auch der TSV Erbach spielt, nur noch zwei Direktabsteiger geben und damit einen weniger als vorgesehen, der Drittletzte der Tabelle würde Relegation spielen. Das hat der Bezirksvorsitzende Manfred Merkle bestätigt.

Der Ulmer Sportchef Anton Gugelfuß sagte auf Anfrage, dass intern bereits seit Wochen darüber nachgedacht wird, aus Kosten- und Organisationsgründen dem Vorbild vieler anderer Vereine wie FC Heidenheim und Karlsruher SC zu folgen und die zweite Mannschaft aus dem Spielbetrieb zu nehmen. Eine Entscheidung soll bis Ostern fallen, die Bezirksspitze wurde über diese Überlegungen bereits informiert. In der kommenden Spielzeit würde dann keine Mannschaft des SSV Ulm 1846 Fußball mehr für die Bezirksliga gemeldet, die aktuelle Saison wird auf jeden Fall noch zu Ende gespielt. Gugelfuß versichert: „Wir bringen das sauber und sportlich fair über die Runden.“

Die Ulmer könnten sich dann auf ihre ehrgeizigen Projekte im Nachwuchsbereich und natürlich auf die erste Mannschaft konzentrieren. Vor deren Auftritt in Kassel wird Trainer Tobias Flitsch den Spielern sagen, was er und seine Kollegen bei der Vorbereitung auf ein Spiel gegen eine vermeintlich schwache Mannschaft fast immer sagen: den Gegner bloß nicht am Tabellenstand messen. In diesem Fall mit Berechtigung. Denn die Mannschaft aus der 200 000-Einwohner-Stadt in Nordhessen ziert zwar das Tabellenende, aber das liegt eben auch und vor allem daran, dass dem früheren Zweitligisten nach einem Insolvenzantrag im Juni des vergangenen Jahres in der laufenden Saison neun Punkte abgezogen wurden. Addiert man die zu den aktuellen 14 Zählern, dann hätte Kassel 23 und somit nur fünf weniger als die Spatzen.

Dass die „Löwen“ sportlich konkurrenzfähig sind, das haben sie vor allem zu Beginn dieser Saison bewiesen. Kassel gewann vier der ersten sieben Spiele, unter anderem auch das gegen die Spitzenmannschaft Waldhof Mannheim mit 2:1. Doch dann war plötzlich der Wurm drin. Nach dem 3:0 gegen den TSV Steinbach Anfang September gab es in 16 Punktspielen und damit länger als ein halbes Jahr lang keinen einzigen Dreier mehr. Der Knoten platzte schließlich vor einer Woche beim 2:1 gegen die U23 von 1899 Hoffenheim. Dass die Mannschaft Moral hat und sich im Abstiegskampf noch längst nicht aufgegeben hat, das zeigt die Tatsache, dass sie in diesem Spiel in der zweiten Halbzeit einen 0:1-Rückstand noch umbog.

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