Ulmer Zelt beendet Saison mit Gewinn

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Das Ulmer Festival war auch in diesem Jahr wieder ein Erfolg.
Das Ulmer Festival war auch in diesem Jahr wieder ein Erfolg. (Foto: Daniel Grafberger)
Marcus Golling

Das Ulmer Zelt hat in seiner 33. Saison einen Rekord aufgestellt: Noch nie zuvor wurden so viele Abendveranstaltungen in einer Spielzeit abgesagt wie 2019 – drei Stück, wobei für zwei der Termine gar kein Ersatz gefunden wurde. Doch von schlechter Laune keine Spur bei der Abschluss-Pressekonferenz am Zelt: Denn die Saison, die am Samstag mit einem Auftritt des Bluesmusikers Keb’ Mo’ zu Ende ging, war für das Festival ein Erfolg. Robbie Freudigmann, der sich im Team um die Zahlen kümmert, erwartet nach der Endabrechnung ein Plus im niedrigen fünfstelligen Bereich. Geld, dass der Verein gut brauchen kann, um es in Technik und Bauwagen-Pflege zu investieren.

Der positive Abschluss rührt daher, dass sich das Zelt in fast allen Bereichen im Vergleich zum Vorjahr gesteigert hat: von 7000 auf 8000 Besucher bei den Kinderveranstaltungen, von 5000 auf 6000 Besucher beim kostenlosen Rahmenprogramm, vor allem aber von rund 20 500 auf 22 000 bei den verkauften Karten für den Abend. 13 Veranstaltungen waren in dieser Saison ausverkauft. Insgesamt, so schätzt das Zelt-Team, besuchten 86 000 Menschen das Gelände, etwa so viele wie im Vorjahr. Es hätten noch mehr sein können, doch während der Hitzetage hatte der Biergarten etwas zu kämpfen. Ab 25 Grad gingen die Leute lieber zum Baggersee, weiß Vorstandsmitglied Günther Heiser aus Erfahrung.

Die wirtschaftliche Seite ist das eine, für das überwiegend ehrenamtlich organisierte Festival ist die künstlerische aber wichtiger. Und mit der sind Kulturmanager Jan Ilg und die anderen im Team dieses Jahr überaus glücklich. Auch mit den Veranstaltungen, die dem Publikumszuspruch hinterher hinkten, etwa das Eröffnungskonzert mit der britischen Rockmusikerin Anna Calvi. „Typisch Ulm“, sagt Heiser, neue Künstler hätten es hier immer schwer. Aber es gehöre zum Zelt, dass man sich auch Programmpunkte abseits des Mainstream gönne.

Gerade bei solchen Themen ist es für das Festival aber wichtig, auch außerhalb der Region Ulm wahrgenommen zu werden – bei manchen Veranstaltungen kämen 60 bis 70 Prozent der Besucher von weiter her. Umgekehrt sind auch Ulmer mobil, wenn es um ihre Lieblingskünstler geht. Deswegen erwägt das Zelt-Team, mit noch mehr Veranstaltungen früher in den Vorverkauf zu gehen. Dann, so Heiser könne man den Ulmer sagen: „Du musst nicht Stuttgart fahren, die kommen auch zu uns ins Zelt.“

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