Ulmer Spatzen: Der Prozess hat erst begonnen

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Ulms Cheftrainer Holger Bachthaler (rechts) sieht noch ein paar Defizite im Spiel seiner Mannschaft. Es gebe noch viel Arbeit f
Ulms Cheftrainer Holger Bachthaler (rechts) sieht noch ein paar Defizite im Spiel seiner Mannschaft. Es gebe noch viel Arbeit für ihn und seine Assitenten, sagte er. (Foto: Horst Hörger)
Gideon Ötinger

Schon vor dem ersten Heimspiel der Regionalliga-Saison 2018/19 am Freitag, 3. August, 19 Uhr, haben die Ulmer Spatzen mal ein dickes Kreuz machen können: Der Auftakt ist geglückt – zumindest in Spiel Nummer eins gegen Waldhof Mannheim. Mit 1:0 gewann das der SSV Ulm 1846 Fußball am Wochenende. Die vergangene Saison in der Regionalliga Südwest begann mit einem 1:4 gegen den FC Saarbrücken nicht besonders euphorisch. Und es dauerte damals auch bis zum zehnten Spieltag, ehe die Spatzen das erste Mal gewannen. Nach einem Spieltag eine Standortbestimmung des Ulmer Vereins zu wagen, wäre jedoch völlig verfrüht. So sieht das auch SSV-Trainer Holger Bachthaler. „Der Prozess im Fußball ist fortlaufend“, sagt er. Und bei den Ulmern steckt dieser Prozess noch in der Anfangsphase.

Zu viele Veränderungen gab es im Team, als dass Bachthaler nach der rund sechswöchigen Vorbereitung schon von einer eingespielten Truppe sprechen könnte. „Nach so einem großen Umbruch ist es wichtig, in die Abläufe zu finden.“ Im Spiel gegen Mannheim hat er Teile davon schon entdeckt. Besonders das Spiel gegen den Ball habe ihm schon gut gefallen, erklärt er. Trotzdem sieht er auch noch Defizite: „Wir brauchen mehr Ruhe und mehr Überzeugung. Gegen Mannheim waren wir teils nicht so präsent. Wir haben noch viel Arbeit vor uns.“

Balinger Auftaktsieg

Ein wichtiger Faktor dabei sei die Qualität des Gegners, erklärt Holger Bachthaler. Und da kommt am Freitag, 3. August, mit dem Aufsteiger TSG Balingen eine kleine Wundertüte ins Donaustadion zum ersten Heimspiel der neuen Saison. Mit 78 Punkten sicherte sich die Mannschaft von Trainer Ralf Volkwein in der abgelaufen Spielzeit den verdienten Aufstieg aus der Oberliga in die vierthöchste Spielklasse. Dort stehen sie nach einem 2:0-Auftaktsieg gegen die zweite Mannschaft von Mainz 05 immerhin auf Rang drei. „Als Aufsteiger tragen sie natürlich die Euphorie in sich“, sagt Bachthaler. „Sie werden mit einer breiten Brust anreisen.“ Das bis dato letzte Mal trafen die beiden Mannschaften in der Oberliga-Saison 2015/2016 aufeinander. Damals konnte jedes Team sein Heimspiel gewinnen.

Bachthaler weiß jedenfalls, was auf seine Spieler zukommen wird: „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht.“ Er rechnet damit, dass sich die Balinger auf ein schnelles Umschaltspiel konzentrieren werden. Außerdem gehöre es zu ihrer Mentalität, dass sie sich „in jeden Zweikampf werfen.“ Um dem etwas entgegensetzen zu können, steht Bachthaler der Großteil seines Kaders zur Verfügung. Vinko Sapina fehlt weiterhin, genau wie Neuzugang Nicolas Jann, dafür konnten aber wieder David Braig und Steffen Kienle ins Mannschaftstraining einsteigen. Beide fehlten noch gegen Waldhof Mannheim.

Assistent leitete das Training

Dahinter, ob aber Holger Bachthaler selbst zum Spiel fit werden könnte, stand während der Woche noch ein Fragezeichen. Er hatte sich einen grippalen Infekt eingefangen und musste die Leitung des Trainings an seine Assistenten abgeben. Er zeigte sich gestern allerdings optimistisch, dass er rechtzeitig gesund wird. Schließlich steht für ihn das erste Heimspiel als Ulmer Cheftrainer im Donaustadion an. „Ich freue mich natürlich auf das erste Spiel. Es ist immer etwas besonders, in Ulm zu spielen“, sagt der ehemalige Spatzen-Spieler.

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