Ulmer Schulen bei Textil-Experiment dabei

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 Diese Schaufensterpuppen sind nachhaltig bekleidet.
Diese Schaufensterpuppen sind nachhaltig bekleidet. (Foto: Gregor Fischer)
Evangelischer Pressedienst

Sechs Schulen in Ulm und Berlin werden sich mit Wissenschaftlern der Universität Ulm und der TU Berlin für einen nachhaltigeren Kleiderkonsum einsetzen. Sie werden testen, wie Jugendliche für das Thema zu gewinnen sind, teilte die Deutsche Bundesstiftung Umwelt am Mittwoch mit. Mit Hilfe von Mitmach-Experimenten, die gemeinsam von Schülern und Forschern durchgeführt werden, sollen Konzepte entwickelt werden.

Denkbar seien Kleidertauschpartys, die Einrichtung von Textilwerkstätten oder „Zero Waste Design“-Workshops zu veranstalten, bei denen Kleidung ohne Abfall entwickelt wird. An der Umsetzung der Projekte sollen auch Unternehmen aus der nachhaltigen Textilherstellung beteiligt werden. Die Ergebnisse fließen dann in geeignete Lehr- und Lernformate für verschiedene Schulformen und in die Lehramtsausbildung der beiden Universitäten ein.

Ein T-Shirt für drei, Schuhe für zehn oder Socken für einen Euro sei Ware, die oft nicht nur minderwertig ist, sondern auch im Ausland unter fragwürdigen Bedingungen hergestellt wird. Das bedeute nicht nur niedrige Löhne, sondern auch Schäden für Menschen und Umwelt durch Wasser- und Luftverschmutzung, den Einsatz von Pestiziden und Menschenrechtsverletzungen. Der Ansatz, dafür in Schulen ein Bewusstsein zu schaffen, beruhe auf der Erfahrung, dass gerade junge Menschen zwischen 14 und 19 Jahren auf „Fast Fashion“, schnelllebige billige Mode, zurückgreifen.

Das Textil-Experiment der beiden Universitäten soll nicht nur testen, ob sich Jugendliche Bewusstsein für nachhaltigen Textilkonsum vermitteln lassen. Die Forscher wollen auch herausfinden, ob sich verändertes Verhalten der Jugendlichen anschließend auf andere Lebensbereiche übertragen lässt. Projektleiter ist Professor Martin Müller von der Universität Ulm. Die Bundesstiftung beteiligt sich mit 270 000 Euro an den Projektkosten.

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