Ulmer Ruder-Olympiasieger stirbt beim Langlaufen – Polizei nennt weitere Hintergründe

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Ruder-Olympiasieger Maximilian Reinelt
Ruder-Olympiasieger Maximilian Reinelt. (Foto: Ina Fassbender/Archiv / DPA)
Deutsche Presse-Agentur
Digital-Redakteur Alb-Donau-Kreis/Ulm

Der deutsche und insbesondere der Ulmer Rudersport steht unter Schock: Olympiasieger Maximilian Reinelt ist nur drei Jahre nach seinem Karriereende im Alter von 30 Jahren beim Skilanglaufen ums Leben gekommen. Der gebürtige Ulmer brach am Samstag in St. Moritz in der Loipe zusammen, die sofort gerufenen Rettungskräfte kämpften vergeblich um sein Leben. 

Wie Anita Senti, Sprecherin der Kantonspolizei Graubünden in Chur, im Gespräch mit der „Schwäbischen Zeitung“ mitteilt, sei Reinelt am Samstagnachmittag in der Nähe der Olympiaschanze unterwegs gewesen und zusammengebrochen. Dort sei immer viel los, berichtet sie. Passanten hätten ihn aufgefunden und den Notruf abgesetzt. Ob Reinelt allein oder in Begleitung unterwegs war, konnte die Polizeisprecherin nicht sagen.

Fremdverschulden wird ausgeschlossen

Ein Fremdverschulden werde ausgeschlossen. Zur genauen Todesursache und zum genauen Todeszeitpunkt kann sie aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes keine Angaben machen. Es sei jedoch versucht worden, Reinelt zu reanimieren, sagt sie. 

Er war in erster Linie ein Freund, jemand auf den wir uns nicht nur im Training und Wettkampf, sondern im gesamten Leben verlassen konnten.

Deutschlandachter

Der gebürtige Ulmer wurde mit dem Achter 2012 in London Olympiasieger und holte 2016 in Rio de Janeiro Silber. Er wurde zweimal Welt- und fünfmal Europameister. Der Mediziner beendete seine Karriere nach den Spielen in Brasilien.

„Er war in erster Linie ein Freund, jemand auf den wir uns nicht nur im Training und Wettkampf, sondern im gesamten Leben verlassen konnten“, schrieb der Deutschlandachter in der Mitteilung.

So einen findet man unter 1000 Athleten nur einmal – wenn überhaupt.

Raimund Hörmann, Ulmer Ruderclub

„Er war ein Musterathlet“, sagte der Leistungssport-Vorsitzende der Ulmer Ruderer, Raimund Hörmann. „So einen findet man unter 1000 Athleten nur einmal – wenn überhaupt. Eher unter 10 000.“ Die Nachricht von Reinelts Tod habe ihn über einen gemeinsamen Bekannten erreicht, erzählt Hörmann. „Ich bin aus allen Wolken gefallen.“ 

Ruderer Max Reinelt trägt sich ins Goldene Buch ein
Für seine Silbermedaille bei den Olympischen Spielen 2016 darf sich Maximilian Reinelt ins Goldene Buch der Stadt Ulm eintragen.

„Er war voller Tatendrang und Energie“, sagte Raimund Hörmann, der Reinelt im Januar das letzte Mal gesehen hat. Damals ging es um Reinelts Zukunft und seine vielen Pläne. „Ein Schaffer“ sei der Ruderer gewesen, sagte Hörmann.

Maximilian Reinelt ist einer der ganzen großen Athleten des deutschen Rudersports und darüber hinaus ein sehr sympathischer Mensch. 

Thomas Bach, IOC-Präsident 

Thomas Bach, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, teilte mit: „Maximilian Reinelt ist einer der ganzen großen Athleten des deutschen Rudersports und darüber hinaus ein sehr sympathischer Mensch, dem es gelungen ist, Leistungssport und seine berufliche Ausbildung zum Arzt mit großem Erfolg zu verbinden. Dies macht seinen Tod beim Sport so besonders tragisch.“ Bach hatte Reinelt in London die Medaille umgehängt.

So meistert Max Reinelt Sport und Karriere
Gleichzeitig studiert der 27-Jährige Humanmedizin an der Ruhr-Universität in Bochum.

Siegfried Kaidel, der Präsident des Deutschen Ruderverbandes, teilte mit: „Auch nach seinem Karriereende hat er sich sehr für den Rudersport engagiert. Sein überraschender und viel zu früher Tod macht mich unendlich traurig.“ In der kommenden Woche wollte Reinelt das U23-Team als Mannschaftsarzt ins Trainingslager nach Mequinenza (Spanien) begleiten.

Olympiasieger Reinelt beendet Sportkarriere

Reinelt war seit 2010 fester Bestandteil des deutschen Paradebootes.

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