Ulmer Olympiasieger Reinelt tot: Mit diesen rührenden Worten gedenkt ein Ruder-Kollege

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Ruderer Max Reinelt trägt sich ins Goldene Buch ein
Schwäbische Zeitung
Anstelle von Blumen wünscht sich die Familie zur Trauerfeier eine Spende an die Stiftung „Deutsche Sporthilfe“ unter dem Stichwort „Maximilian“ mit der IBAN: DE72500700100092300300 bei der Deutschen Bank. Die Deutsche Sporthilfe setzt sich für die Förderung von deutschen Spitzensportlern ein. Für viele Athleten, die sich in medial weniger beachteten Sportarten bewegen, ist die Sporthilfe neben der Familie oftmals der einzige Unterstützer.

Die deutsche Sportwelt ist noch immer geschockt vom Tod des Ulmer Ruderers Maximilian Reinelt. „Bei herrlichem Langlaufwetter verstarb unser geliebter Maximilian Josef Reinelt“, schreibt die Familie in ihrer Todesanzeige. Im Ski-Urlaub in St. Moritz brach der 30-Jährige am Samstag zusammen.

 Der Deutschland-Achter mit Felix Drahotta, (stehend von links nach rechts), Maximilian Munski, Maximilian Reinelt, Malte Jaksch
Der Deutschland-Achter mit Felix Drahotta, (stehend von links nach rechts), Maximilian Munski, Maximilian Reinelt, Malte Jakschik und Steuermann Martin Sauer sowie Hannes Ocik (hockend von links nach rechts), Andreas Kuffner, Eric Johannesen und Richard Schmidt jubeln nach dem Gewinn der Silbermedaile im Achterfinale bei den Olympischen Sommerspielen auf dem Lagoa See. (Foto: dpa / Soeren Stache)

Die Trauerfeier findet am Freitag, um 12 Uhr, auf dem Ulmer Hauptfriedhof statt. Das Team Deutschland-Achter, mit dem Reinelt unter anderem die Gold- und Silbermedaille bei Olympia gewann, hat jetzt ein Online-Kondolenzbuch auf seiner Internetseite eingerichtet.

Sein früherer Teamkollege Maximilian Planer gedenkt mit rührenden Worten des verstorbenen Reinelt – der komplette Text:

„O bis O kein Ergo!“, sagte Maximilian Reinelt immer mit einem breiten Lächeln und Augenzwinkern, wenn im Sommer das Wetter so schlecht war, dass der Trainer uns nicht ins Boot steigen lassen wollte. Max, dessen Leistung auf dem Ergometer zu seinen großen Stärken zählte, meinte damit den Zeitraum zwischen Ostern und Oktober. Und diese Tatsache zeigt, welchen tollen Humor unser Teamkamerad Maximilian Reinelt hatte. Max steckte mit seinem Lachen alle an. Flache Witze, trockener oder schwarzer Humor, ganz egal, Max hatte immer einen witzigen Spruch auf Lager. Er lachte auch gerne über sich selbst.

Wenn es um seine eigene Leistung ging, stapelte er gerne tief.

Trotz all seiner Erfolge war er einer der bodenständigsten Sportler, die je im Ruderleistungszentrum Dortmund ein- und ausgegangen sind. Wenn es um seine eigene Leistung ging, stapelte er gerne tief. Er half jüngeren Athleten nicht nur durch seine sympathische Aura, sondern auch immer mit Rat und Tat, besser zu werden.

Wie kaum jemand anders lebte Max vor, dass Rudern nicht das Wichtigste im Leben ist. Er studierte Medizin, schrieb selbst im Olympischen Jahr wichtige Klausuren. Der frühere Messdiener und Organist spielte auch wunderbar Klavier. An Flughäfen oder in Hotellobbys auf unseren Reisen kamen wir einige Male in den Genuss, sodass wir beeindruckt inne hielten und den sanften Klängen folgten, die der Zwei-Meter-Hüne mit seinen großen Händen spielte.

Es wäre egal gewesen, wo sie hin möchte. Für ihn war klar: Er kommt mit.

Max war auch ein Familienmensch. So war es für viele nicht überraschend, dass es ihn nach seiner Karriere zu seiner Freundin zog, die laut seiner Aussage während seiner Karriere so viel zurückstecken musste. Es wäre egal gewesen, wo sie hin möchte. Für ihn war klar: Er kommt mit.

Das Team Deutschland-Achter hat mit Maximilian Reinelt nicht nur einen großartigen Ruderer verloren. Es hat einen in allen Facetten überragenden Menschen verloren.

Für das Team Deutschland-Achter, Autor: Maximilian Planer

 +++ Hier geht's zum Online-Kondolenzbuch  +++

So meistert Max Reinelt Sport und Karriere
Gleichzeitig studiert der 27-Jährige Humanmedizin an der Ruhr-Universität in Bochum.
Anstelle von Blumen wünscht sich die Familie zur Trauerfeier eine Spende an die Stiftung „Deutsche Sporthilfe“ unter dem Stichwort „Maximilian“ mit der IBAN: DE72500700100092300300 bei der Deutschen Bank. Die Deutsche Sporthilfe setzt sich für die Förderung von deutschen Spitzensportlern ein. Für viele Athleten, die sich in medial weniger beachteten Sportarten bewegen, ist die Sporthilfe neben der Familie oftmals der einzige Unterstützer.
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