Ulmer Bundeswehr-Kommando ist bereit für EU-Einsätze

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Markus Bentler (rechts) mit dem früheren Innenminister Heribert Rech (CDU). (Foto: sz)
Schwäbische Zeitung

„Das Hauptquartier der EU Battlegroup für das zweite Halbjahr 2012 ist einsatzbereit“. Das stellte der Befehlshaber des Kommandos Operative Führung Eingreifkräfte in Ulm, Generalleutnant Markus Bentler, zum Abschluss der Übung „European Endeavour 2012“ im Gefechts-Simulationszentrum der Bundeswehr im bayerischen Wildflecken fest. Als hochmobile Krisenreaktionskräfte können die Soldaten der Battlegroup unter Ulmer Führung in kürzester Zeit auf Anforderung der Europäischen Union (EU) weltweit eingesetzt werden.

Geübt wurde auf der Basis eines fiktiven Szenarios: Kapitän zur See Markus Krause-Traudes aus Ulm agierte als Kommandeur für die EU Battlegroup. Er betrieb EU-Krisenmangement in dem fiktiven Land „Fontinalis“, das 5000 Kilometer von Brüssel entfernt liegt. Krause-Traudes beriet mit seinem Team die dortige Regierung, ermöglichte humanitäre Hilfe und verbesserte die Sicherheitslage.

Dies alles geschah in enger Abstimmung mit staatlichen und nicht-staatlichen Stellen, wie zum Beispiel mit der Polizei oder mit Medienvertretern, Rechts- und Kulturberatern. Auch Vertreter des Auswärtigen Amtes und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) nahmen teil.

Mit dabei war in dem Krisen-Szenarium auch ein Ölexperte, da die Übungsleitung unter anderem auch eine Ölkatastrophe in „Fontinalis“ einspielte. „Eine für alle fordernde und spannende Übung“, stellte Bentler fest. Panzer rollten dabei nicht über den Truppenübungsplatz. Denn die Übung lief umweltschonend am Computer.

Obwohl Deutschland und das fiktive Einsatzland „Fontinalis“ im Simulationszentrum räumlich eng beieinander lagen, wurde in Wildflecken unter realitätsnahen Bedingungen geübt. Die gesamte elektronische Kommunikation lief daher über Satellit. „Das haben die Soldaten der Führungsunterstützung sehr gut gemeistert“, lobte General Bentler.

Das Ulmer Kommando plant und leitet bekanntlich Einsätze im Auftrag von NATO, Europäischer Union (EU) und den Vereinten Nationen. Vor Regierungsvertretern, Diplomaten und hohen Militärs aus mehr als 20 Staaten unterstrich Bentler beim Besuchertag in Wildflecken: „Wir sind das einzige multinationale und gemeinsame Kommando der Bundeswehr, das mit seiner Ausrüstung verlegbar ist, um außerhalb von Deutschland Einsätze im Rahmen der EU-Sicherheitspolitik zu führen“.

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