Wegen Infektionszahlen: Ulm verschiebt Schulöffnungen

Die Inzidenz in Ulm ist hoch, das hat Folgen.
Die Inzidenz in Ulm ist hoch, das hat Folgen. (Foto: Alexander Kaya)
Deutsche Presse-Agentur
Schwäbische Zeitung
köd

Die Stadt Ulm hat wegen stark steigender Infektionszahlen die geplante Wiedereröffnung der Schulen für alle Kinder und Jugendlichen erst mal verschoben.

Von Präsenzunterricht Abstand nehmen

Zwar liegt die Stadt noch knapp unter dem Schwellenwert von 200 Neuinfektionen pro 100 000 in einer Woche, ab dem Schulen wieder geschlossen werden sollen. Der für Bildung zuständige Stadtdirektor Gerhard Semler teilte am Freitag jedoch mit, den Schulen werde empfohlen, „dass vorerst von einem Präsenzunterricht Abstand genommen werden soll“.

Semler erklärte, Hintergrund sei die Erfahrung der vergangenen Tage und aus der letzten Corona-Welle, die den Schluss nahelegten, „dass wir die Inzidenz von 200 rasch erreichen werden“. Der Abteilungsleiter betonte aber, dass es sich um eine Empfehlung handele, da die rechtliche Grundlage für ein Verbot des Präsenzunterrichts ab einer Inzidenz von 200 noch gar nicht vorhanden sei. Die Landesregierung in Stuttgart will ihre Corona-Verordnung aber am Wochenende aktualisieren und dann die vom Bund verlangte Notbremse einarbeiten.

Auch Stuttgart betroffen

Diese sieht unter anderem vor, dass Schülerinnen und Schüler in Hotspots mit einer Inzidenz von 200 erneut von zuhause lernen müssen. Allerdings ist die Voraussetzung, dass ein Kreis an drei Tagen hintereinander den Schwellenwert von 200 überschreitet – dann muss am übernächsten Tag der Präsenzunterricht untersagt werden. Allein acht Stadt- und Landkreise im Südwesten sind bei einer Inzidenz über 200, weitere neun Kreise liegen nur knapp darunter. Dazu gehört neben Ulm auch die Landeshauptstadt Stuttgart.

Auch die Kirchen in Ulm bleiben zu: Angesichts hoher Inzidenzwerte in der Stadt Ulm appellierten OB Czisch und Landrat Scheffold an Kirchen und Religionsgemeinschaften in Ulm auf Präsenzgottesdienste und religiöse Veranstaltungen zu verzichten. Sowohl Dekan Ernst-Wilhelm Gohl als auch sein katholischer Kollege Ulrich Kloos unterstützen den Aufruf. Dazu Kloos: „Bitte weichen Sie auf Angebote im Fernsehen oder in digitaler Form aus.“

Mehr zum Thema

Wir haben die allgemeine Kommentarfunktion unter unseren Texten abgeschaltet. Für einzelne Texte wird es auch weiterhin die Möglichkeit zum Austausch geben. Aufgrund der Vielzahl an Kommentaren können wir derzeit aber keine gründliche Moderation mehr gewährleisten. Mehr Informationen zu unseren Beweggründen finden Sie hier.
Kommentare werden geladen

Meist gelesen

Impftermin-Ampel: Jetzt mit Push-Nachrichten für Ihr Impfzentrum

Die Impftermin-Ampel von Schwäbische.de zeigt mit einem Ampelsystem Impfzentren der Region an, in denen es gerade freie Termine gibt. 

+++ JETZT NEU: Nutzer mit einem Schwäbische Plus Basic, Premium- oder Komplettabo können sich nun exklusiv und noch schneller per Pushnachricht aufs Handy über freie Termine bei Ihrem Wunsch-Impfzentrum informieren lassen. Hier geht es direkt zum Push-Service, Abonnenten können ihn sofort nutzen.

Nutzer ohne Abo können weiterhin die bestehende Impfampel auf dieser Seite hier nutzen.

Landesregierung beschließt neue Öffnungsschritte

Die Landesregierung von Baden-Württemberg hat am späten Donnerstagabend eine neue Corona-Verordnung beschlossen. Darin werden zahlreiche Öffnungsschritte festgelegt. 

Ab Samstag, 15. Mai soll damit laut Sozialministerium eine Regelung gelten, die dann gilt, wenn die Bundes-Notbremse in einem Landkreis außer Kraft gesetzt wird. Also wenn die Inzidenz an fünf Werktagen hintereinander unter 100 bleibt.

Dann dürfen folgende Einrichtungen öffnen, allerdings nur mit einem Test-, Impf- oder Genesenen-Nachweis ...

 Kinder und Personal von Kitas müssen sich im Landkreis Ravensburg nun zweimal die Woche auf das Coronavirus testen lassen.

Zwei Tests pro Woche sind in der Kita nötig

Die Testpflicht für Kindertagesstätten, die seit Mittwoch im Landkreis Ravensburg gilt, besteht für Kinder sowie Erzieherinnen und Erzieher zweimal pro Woche. Der Erste Landesbeamte Andreas Honikel-Günther hält die sogenannte Allgemeinverfügung für nötig, denn so sollen das Infektionsrisiko in den Kitas möglichst gering gehalten und der Betrieb aufrecht erhalten werden.

Die epidemische Lage in Land und Kreis sei trotz der Notbremse „sehr angespannt“, schreibt Honikel-Günther in einer Pressemitteilung.

Mehr Themen