Tempo 30 in Ulmer Frauenstraße bleibt

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Ulm - Schild - Tempo 30 Zone in der Ulmer Frauenstraße
Ulm - Schild - Tempo 30 Zone in der Ulmer Frauenstraße (Foto: Alexander Kaya)
Schwäbische Zeitung

Anfang Juni hatte, wie berichtet, der Petitionsausschuss des baden-württembergischen Landtags zwar erklärt, die Tempo 30-Zone in der Frauenstraße sei rechtlich in dieser Form nicht zulässig, zugleich der Stadt aber empfohlen zu prüfen, inwieweit in der Frauenstraße die Voraussetzungen für Verkehrsbeschränkungen aus Sicherheits-, Lärmschutz- oder städtebaulichen Gründen vorliegen.

Genau auf Letzteres beruft sich die Stadt nun: Zur Unterstützung einer geordneten städtebaulichen Entwicklung getreu eines Absatzes von Paragraf 45 der Straßenverkehrsordnung wird eine Beschränkung auf 30 Stundenkilometer in der Frauenstraße zwischen Neuer Straße und Olgastraße angeordnet.

Tempo 30 in der Innenstadt
Nur 30 km/h auf großen Straßen in der Innenstadt – da bekommt so mancher Autofahrer sicher schlechte Laune. Doch die Städte Ulm und Neu-Ulm setzen mancherorts auf das Konzept. Die Gründe dafür sind unterschiedlich.

Am heutigen Donnerstag, 2. August, werden die alten Tempo-30-Zonen-Schilder durch Bauhof-Mitarbeiter abmontiert und durch neue ersetzt. Es werde deutlich mehr Schilder geben, denn jetzt müsse an jeder Einmündung die geltende Verkehrsregelung neu beschildert werden.

Bürgermeister Tim von Winning bedauerte diese „Aufforstung im Schilderwald“, betonte aber, dass es dazu rechtlich keine Alternative gäbe. „Wir werden an Tempo 30 in der Frauenstraße festhalten, weil wir es für die richtige Lösung halten. Und wir sind bei Anwohnern und Geschäftsleuten der Frauenstraße im Wort.“

Über ihren Verkehrsentwicklungsplan, der lange und intensiv diskutiert worden sei, verfolge die Stadt das Ziel, die Frauenstraße aus dem Hauptverkehrsnetz der Stadt herauszunehmen, um sie als Einzelhandelsstandort aufzuwerten.

Streit um Tempo-30-Zone in der Ulmer Frauenstraße
Volker Typke und die Mitglieder der Bürgerinitiative pro Tempo 50 fühlen sich in ihren Freiheiten eingeschränkt. Sie fordern von der Stadtverwaltung auch, dass Autofahrer, die hier geblitzt wurden, mindestens eine Entschuldigung bekommen sollten.
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