Tausende feiern fröhliche Schlagerparty auf dem Münsterplatz

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Dieter Thomas Kuhns Fans feierten mit Blumen und bunten Kleidern beim traditionellen Konzert des Ulmer Schwörwochenendes am Sonn
Dieter Thomas Kuhns Fans feierten mit Blumen und bunten Kleidern beim traditionellen Konzert des Ulmer Schwörwochenendes am Sonntagabend auf dem Ulmer Münsterplatz. (Foto: Fotos: Alexander Kaya)
Sebastian Mayr und Jens Noll

Am heutigen Montag hält Oberbürgermeister Gunter Czisch um 11 Uhr die Schwörrede. Sie endet um kurz vor 12 Uhr mit dem Schwur, „Reichen und Armen ein gemeiner Mann zu sein“. Ab 16 Uhr wird in der Doppelstadt wieder wild gefeiert, dann beginnt das Nabada.

Als der Mann im goldenen Anzug auf die Bühne tritt, brandet Jubel auf. Und dann fangen die Regenschirme auf dem Münsterplatz an zu wippen. Es schüttet wie aus Kübeln. Männer und Frauen mit Schlaghosen, bunt geblümten Hemden, Sonnenbrillen und Plastiksonnenblumen drängen sich am Stadthaus und am Bierstand unter die Vordächer. Doch die meisten tanzen im Regen, mit Jacken und Schirmen oder ohne. „Jetzt sind wir ja schon hier“, sagt Dieter Thomas Kuhn und spielt seinen wahrscheinlich größten Hit: „Sag mir quando, sag mir wann“.

Die Schlager-Kunstfigur mit der Band, die Kapelle heißt, ist Stammgast in Ulm. Auch beim Schwörkonzert ist „DTK“ schon zwei Mal aufgetreten. Viele von denen, die ihn an diesem Schwörsonntag sehen wollen, sind ebenfalls Stammgäste.

Sandra Frank aus Senden war schwanger, als sie 1997 zum ersten Mal bei einem Konzert des Mannes war, der die Schlager wieder groß gemacht hat. Heute ist sie mit ihrer Tochter Vanessa hier, wieder einmal. Zum zehnten Mal? Oder schon zum 15.? „Es sind zwei Stunden in einer anderen Welt“, schwärmt Sandra Frank. Bis jetzt hat es immer aufgehört zu regnen, wenn der Dieter, wie ihn hier alle nennen, auf die Bühne kommt. Bei jedem Konzert, das Mutter und Tochter gemeinsam besucht haben, war das so. Heute ist es anders. Egal. Denn eigentlich ist das hier ja auch kein Konzert, sondern eine Gute-Laune-Schlagerparty. Und die funktioniert bei Regen fast genauso gut.

Um halb neun nieselt es nur noch, weitere Besucher strömen auf den Münsterplatz. Es wird voll, aber nicht rappelvoll. Dieter Thomas Kuhn kündigt an, mit seiner Kapelle einen erotischen Kurzfilm zu drehen. Doch zuerst wird gesungen: „Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein“. Um neun sind nur noch Schuhe und Hosen nass, die Schirme wippen jetzt unter trockenem Himmel. Die Kassen sind geschlossen: ausverkauft.

Stadt bereitet sich auf Schwörmontag vor
Das Schwörwochenende steht vor der Tür. Routiniert stellt sich die Stadt Ulm auf ihren Feiertag ein. Die Vorbereitungen für Ulms wichtigsten Feiertag sind in vollem Gange.

Nicht nur das Schwörkonzert hat die Massen angezogen, nicht nur auf dem Münsterplatz hat das Wetter das Programm entscheidend mitgeprägt. Schon am Samstag haben die Feierlichkeiten Tausende in die Doppelstadt gelockt, auch wenn das Programm etwas eingeschränkt war.

Wie berichtet, hatte die Neu-Ulmer Stadtverwaltung das geplante Konzert „Rock am Petrus“ der Band Rock Unlimited auf dem Petrusplatz bereits am Freitag wegen der schlechten Wetterprognosen abgesagt. Zumindest bis 22.30 Uhr blieb es am Samstag aber weitgehend trocken, sodass der 50. Auflage der Lichterserenade nichts im Wege stand. Schon gut eine Stunde, bevor die 20 000 gelben und roten Kerzen ins Wasser gelassen wurden, säumten zahlreiche Zuschauer beide Seiten der Donau und die Brücken. Wegen der geringen Strömung trieb der Lichterteppich gemächlich Richtung Friedrichsau, begleitet von musikalischen Einlagen und Feuerwerk. Mal stieg die Pyrotechnik steil hinauf in den Nachthimmel, mal ergoss sie sich – etwa an der Gänstorbrücke – wasserfallartig in den Fluss.

Am heutigen Montag hält Oberbürgermeister Gunter Czisch um 11 Uhr die Schwörrede. Sie endet um kurz vor 12 Uhr mit dem Schwur, „Reichen und Armen ein gemeiner Mann zu sein“. Ab 16 Uhr wird in der Doppelstadt wieder wild gefeiert, dann beginnt das Nabada.

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