Streik an Uniklinik Ulm: Beschäftigte legen Arbeit nieder

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 Wie hier in Kiel streiken am Donnerstag auch Mitarbeiter der Uniklinik Ulm.
Wie hier in Kiel streiken am Donnerstag auch Mitarbeiter der Uniklinik Ulm. (Foto: Carsten Rehder)
Schwäbische Zeitung

Für Donnerstag 24. Oktober, ruft die Gewerkschaft Verdi Teile der Beschäftigten der Uniklinik Ulm während des Frühdienstes zum Warnstreik auf. Damit soll der Druck auf die Arbeitgeber vor der zweiten Verhandlungsrunde am kommenden Freitag erhöht werden. Dies teilte Verdi am Mittwoch mit.

Aufgerufen sind Beschäftigte aus den OP-Bereichen und weiteren Betten- und Funktionseinheiten. Sie sollen die Arbeit stundenweise niederlegen. „Der Streik richtet sich nicht gegen die Patienten“, betont Maria Winkler, Geschäftsführerin des Verdi-Bezirks Ostwürttemberg-Ulm.

Unter dem Motto „Frühstück statt Frühdienst“ versammeln sich Beschäftigte und Auszubildende der Uniklinik Ulm am Donnerstag zwischen 7 und 9 Uhr im Haus der Gewerkschaften am Weinhof 23 in Ulm und zeigen für ihre Forderungen Flagge.

In den vergangenen zwei Wochen wurden in der Uniklinik-Belegschaft Unterschriften für die Tarifforderungen gesammelt. „Die Beschäftigten in Ulm stehen hinter der Verdi-Forderung und erwarten ein verhandlungsfähiges Angebot von ihrem Arbeitgeber“, so Maria Winkler. Bei der ersten Verhandlungsrunde vor zwei Wochen hatten die Arbeitgeber kein Angebot vorgelegt.

Verdi hat nach eigener Auskunft mit dem Arbeitgeber Regelungen über einen Notdienst getroffen, die vorsehen, dass für eventuelle Notfälle eine ausreichende Personalbesetzung vorhanden ist, jedoch elektive Maßnahmen und Diagnostik an diesem Tag nicht, oder erst ab Mittag stattfinden.

Der Hintergrund des Warnstreiks

Bei der ersten Verhandlungsrunde zum Entgelt am 11. Oktober zwischen Verdi und den vier Unikliniken im Land hatten die Arbeitgeber laut der Gewerkschaft kein Angebot vorgelegt. Dieses wurde für die zweite Runde am 25. Oktober angekündigt. Die Gespräche beginnen am Freitag um 10.30 Uhr im Waldaupark der SSB in Stuttgart.

Die Gewerkschaft fordert für die rund 25.000 von diesem Tarifvertrag betroffenen Beschäftigten in Heidelberg, Tübingen, Freiburg und Ulm acht Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 18 Monaten. Um die Pflege zu stärken, hat der Gesetzgeber mit dem Pflegepersonalstärkungsgesetz die Refinanzierung von Entgeltsteigerungen und Verbesserungen der Arbeitsbedingungen für die Pflege garantiert. Verdi fordert deshalb für diese Beschäftigten 200 Euro im Monat zusätzlich.

Darüber hinaus erwartet Verdi Verhandlungen über einen Tarifvertrag alternsgerechtes Arbeiten sowie die zeitliche Höherbewertung der Samstags-, Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit: Die Arbeitszeit zu diesen Zeiten soll mit dem anderthalbfachen Zeitfaktor bewertet werden.

Für die Auszubildenden soll es 130 Euro/Monat mehr geben sowie fünf freie Lerntage pro Ausbildungsjahr, um sich besser auf die anspruchsvollen Prüfungen und Klausuren vorbereiten zu können.

Für die vier baden-württembergischen Uniklinika in Ulm, Tübingen, Heidelberg und Freiburg gilt ein eigener Tarifvertrag mit dem Arbeitgeberverband Uniklinika, von dem rund 25 000 Beschäftigten an den vier Kliniken betroffen sind. Die Ärzte fallen unter den Tarifvertrag Ärzte-Länder, das wissenschaftliche Personal als Landesbeschäftigte unter die Tarifbestimmungen des Landes.

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