Stopp für Bauarbeiten auf Bomben-Gelände

Lesedauer: 4 Min
Solche Bilder sollen sich in Neu-Ulm möglichst nicht wiederholen: Am Freitag mussten Fahrzeuge des Kampfmittelräumdienstes ange
Solche Bilder sollen sich in Neu-Ulm möglichst nicht wiederholen: Am Freitag mussten Fahrzeuge des Kampfmittelräumdienstes angefordert werden, weil auf einer Baustelle in der Innenstadt eine 500 Kilo schwere Bombe aus dem 2. Weltkrieg gefunden wurde. (Foto: dpa)

Nach der Entschärfung des mittlerweile dritten Blindgängers auf der Baustelle für den Südstadtbogen soll das Areal nun zügig komplett sondiert werden. Darauf hat sich am Montag der Bauherr, die Realgrund AG, mit der Stadt Neu-Ulm verständigt. „Wir werden das Gelände dazu wie vorgeschlagen in voraussichtlich drei Sektoren einteilen“, sagte Christian Holz, einer der beiden Vorstände von Realgrund, am Montag auf Nachfrage unserer Zeitung.

Am Dienstag oder Mittwoch soll es dazu einen gemeinsamen Termin mit der Stadt vor Ort geben, um genau festzulegen, wie bei welchem Sektor vorgegangen wird. Denn diese befinden sich in unterschiedlichen Baustadien, bei einigen ist also schon deutlich weiter in die Tiefe gegraben worden als bei anderen. Die Sondierungsarbeiten an sich gehen laut Holz „relativ schnell“ über die Bühne, ein Großteil der benötigten Werkzeuge sei sowieso bereits vor Ort. Zum jetzigen Zeitpunkt schätzt Holz, dass die Sondierung in zwei Wochen komplett abgeschlossen werden könne.

Jede Menge Verdachtsmomente

Zu Beginn der Bauarbeiten auf dem Areal „Grüne Höfe“ – so heißt das Gebiet offiziell – war der Boden einmal komplett sondiert und Verdachtspunkte notiert worden. Und davon gab es jede Menge: Denn nach dem Zweiten Weltkrieg sind die Löcher, die die Bomben im Krieg ins Erdreich gerissen haben, mit allem möglichen aufgefüllt worden – Schrott und Eisenbahnteile inklusive. Diese lösen bei den Sondierungsgeräten ebenfalls Meldungen aus. Nach und nach wurden die Stellen „abgearbeitet“, wie Holz erklärt.

Zum dritten Mal innerhalb weniger Wochen ist in Neu-Ulm ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft worden.

Wegen der großen Tiefe – Realgrund gräbt wegen der Tiefgaragen bis zu zwölf Meter in den Boden – hatte der Bauherr bereits beschlossen, alle vier Meter erneut zu sondieren, um auf Nummer sicher zu gehen. Die normalen Arbeiten liefen derweil weiter – das ist der große Unterschied zum nun beschlossenen Vorgehen. Denn nun ruhen die Bauarbeiten bis zum Ende der Sondierungsarbeiten zum größten Teil. Einzig Arbeiten an der Verankerung sind noch möglich, wie Holz erklärt. Und: „Wir dürfen die Stellen, die bereits komplett sondiert wurden, befahren.“

Konzept kommt Stadt entgegen

Der Stadt dürfte das neue Sondierungskonzept sehr entgegen kommen: Noch am Tag der Entschärfung am vergangenen Freitag hatte sie dem Bauherrn eindringlich dazu geraten, die Arbeiten anders zu gestalten. Oberbürgermeister Gerold Noerenberg nannte es einen „sehr ernst gemeinten Ratschlag“, Thomas Nägele, Leiter der Abteilung Sicherheit und Ordnung bei der Stadt, sprach von einem „Anordnungscharakter“.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen