Spendenaktion für Familie des verunglückten Bikers abgebrochen

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Blumen liegen an der Unfallstelle, an der in der Nacht auf Donnerstag bei einem schweren Unfall am Ulmer Bismarckring ein 20-Jäh
Blumen liegen an der Unfallstelle, an der in der Nacht auf Donnerstag bei einem schweren Unfall am Ulmer Bismarckring ein 20-Jähriger ums Leben gekommen war, (Foto: Ralf Zwiebler)
Schwäbische Zeitung

Mehr als 4000 Euro sind auf dem Spendenkonto zusammengekommen, das der Dornstadter Raul Hesser eingerichtet hat, um der Familie eines verunglückten Motorradfahrers zu helfen. Doch jetzt sollen alle Unterstützer ihr Geld zurückbekommen, die Hilfsaktion ist abgebrochen worden. Im Internet kursieren schwere Vorwürfe und wilde Theorien.

Wie berichtet, war ein 20 Jahre alter Rumäne in der Nacht auf Donnerstag bei einem schweren Unfall am Ulmer Bismarckring ums Leben gekommen. Hesser hatte eine Sammelaktion gestartet, um die Überführung des Leichnams nach Rumänien zu bezahlen; der Familie des Verunglückten fehlte dafür das Geld.

Was passierte wirklich beim Treffen?

Am späten Samstagabend trafen sich Hesser und der Bruder des Verstorbenen, der aus Rumänien nach Ulm gekommen ist, am Unfallort. Ulmer Freunde des verunglückten Bikers begleiteten den Bruder; Raul Hesser kam mit vier Freunden, die sich an der Aktion beteiligt hatten. Sowohl der Dornstadter als auch Razvan Iuga, ein Ulmer Freund des Verunglückten, beschreiben das Treffen unserer Zeitung auf diese Weise. Dann gehen die Schilderungen auseinander – beide Seite machen der jeweils anderen schwere Vorwürfe.

Spendenaktion nach Motorradunfall abgebrochen
Nachdem seit Freitag von einer Bürgerinitiative Spenden gesammelt wurden, wurde diese am Sonntag nach einem Treffen zwischen den Sammlern und der Familie abgebrochen.

Hesser forderte nach eigenen Angaben einen schriftlichen Beleg, dass er die Spenden weitergegeben habe. Zudem wollte er nicht die gesamte Summe auszahlen, sondern nur das, was die Rückführung kostet. Anschließend habe er die Spender fragen wollen, was mit dem übrigen Geld geschehen solle, schildert er.

Die Freunde des Toten forderten dagegen, die Gesamtsumme zu erhalten. Die Aktion sei schließlich auf den Namen des Verunglückten gelaufen. Das Geld könne doch nicht einfach anders verwendet werden, sagt Iuga.

Über Facebook war seither zu verfolgen, wie sich die Beteiligten gegenseitig des Betruges bezichtigen.

Beide Seiten haben inzwischen die Polizei eingeschaltet. Die Beamten konnten am Wochenende auf Anfrage noch keine Erkenntnisse melden. Anzeigen könnten überall in Deutschland aufgegeben worden sein – je nachdem, wo Spender wohnen, die sich nun womöglich betrogen fühlen.

Spenden werden zurückgezahlt

Raul Hesser hat begonnen, das Geld zurückzuüberweisen. Entsprechende Nachweise liegen unserer Zeitung vor.

Was mit dem Leichnam des verunglückten Motorradfahrers geschieht, ist unklar.

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