Spatzen empfangen Elversberg und Kevin Koffi

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 Kevin Koffi vom SV Elversberg gehört zu den torgefährlichsten Spielern der Regionalliga Südwest. Sein Lebenslauf liest sich int
Kevin Koffi vom SV Elversberg gehört zu den torgefährlichsten Spielern der Regionalliga Südwest. Sein Lebenslauf liest sich interessant: Er war unter anderem beim SSC Neapel und beim AS Rom. Durchsetzen konnte er sich aber nie. (Foto: imago/Eibner/Franz)

Wie die Geschichte vieler Fußballer beginnt die Geschichte von Kevin Koffi mit einem Traum: ein Profivertrag, Erfolge, die große Bühne, die große Karriere. Für den Jungen von der Elfenbeinküste scheint alles zum Greifen nahe. Er kommt mit 16 Jahren ins Jugendteam von Modena, unterschreibt einen Vertrag als Profi und wird schnell umworben von den Großen der ersten italienischen Liga. „Das prägendste Erlebnis war, als ich in Modena meinen ersten Profivertrag unterschrieben habe. Das ist der Traum eines jeden Kindes“, sagte der heute 32-Jährige im Jahr 2017 in einem Video des SV Elversberg. Dorthin hat es ihn mittlerweile verschlagen. Und am Dienstag, 12. März, 18.30 Uhr, spielt er mit dem SVE im Donaustadion gegen den SSV Ulm 1846 Fußball.

Elversberg gegen Ulm in der Regionalliga Südwest klingt nicht nach dem Traum eines Jungen von der Elfenbeinküste. Koffi deutet es vor zwei Jahren selbst an: „Jetzt mache ich einen Neuanfang in Elversberg.“ Mit Anfang 20 verletzt er sich schwer am Knie, fällt lange aus und tingelt durch den italienischen Fußball, ohne irgendwo wirklich anzukommen. Er unterschreibt bei den Topklubs Neapel und AS Rom, doch in keinem der Teams kann er sich durchsetzen. Von einer Station zur nächsten wird er ausgeliehen oder verkauft. Schließlich landet er in Belgien, schafft es dort aber auch nur in unterklassigere Mannschaften – bis der SV Elversberg ihn ins Trainingslager einlädt und im Sommer 2017 beschließt, ihn zu verpflichten. Bereuen tun das die Verantwortlichen nicht, denn der Stürmer fällt durch seine Athletik, seine Technik und seinen Torriecher auf – was in seinem Alter und nach der schweren Verletzung keine Selbstverständlichkeit ist. Koffis lapidare Erklärung: „Ich habe immer auf meine Ernährung geachtet.“ Dass er einen eigenen Personal Trainer hat, könnte damit aber auch etwas zu tun gehabt haben. Die Elversberger Fans sind jedenfalls Feuer und Flamme bei dem Spektakel, das er auf dem Platz veranstaltet.

Bis zum Sommer dieses Jahres läuft sein Vertrag in Elversberg noch und eigentlich spricht wenig dagegen, den Kontrakt zu verlängern. An seiner Spritzigkeit und seinem Torinstinkt hat der Ivorer nämlich nichts eingebüßt. Zehn Treffer stehen in dieser Spielzeit bislang auf seinem Konto, womit er auf Platz vier der Liga-Torjägerliste steht. „Er war nicht umsonst als Profi in Italien unterwegs“, sagt Ulms Trainer Holger Bachthaler. Koffis Qualität sei schon außergewöhnlich für die Liga. Es wird eine Aufgabe der Ulmer sein, den Stürmer vom Tor fernzuhalten. Eine andere, die restlichen zehn Elversberger in Schach zu halten.

Braig fällt aus

Das Team von Trainer Horst Steffen ist gerade gut drauf. Fünf Siege in Folge hat es zuletzt eingefahren bei einem Torverhältnis von 15:1. „Elversberg ist individuell brutal gut besetzt“, warnt Bachthaler und wiederholt damit die gleiche Warnung, die er schon vor der Partie gegen den FC Homburg am Freitagabend an seine Mannschaft herantrug. Mit 1:2 ging das Auswärtsspiel verloren. „Ärgerlich“ sei das gewesen, sagt Bachthaler. Praktisch keine Chancen der Homburger habe sein Team zugelassen und trotzdem zwei Gegentreffer kassiert. Beide resultierten aus Fehlern, einem Fehlpass von Michael Schindele und einem Ballverlust bei eigenem Einwurf im Angriffsdrittel. Eine veränderte Grundordnung mit Fünferkette sollte es gegen die offensivstarken Homburger richten, doch gebracht hat es zu wenig. Als Bachthaler reagierte und mehr Offensivspieler aufs Feld schickte, gelangen mehrere vielversprechende Angriffe, doch außer dem 1:2-Anschlusstreffer kam nichts Zählbares zustande. Ärgerlich aus Ulmer Sicht war auch, dass sich David Braig verletzte. Er bekam einen Schlag in den Rücken und wird gegen Elversberg fehlen. Das dünnt die Offensive weiter aus, die es aktuell ohnehin schwer hat, Tore zu erzielen.

Damit hat Kevin Koffi prinzipiell wenig Probleme. Gegen Ulm traf er schon 2017.

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