So war's beim RTL-„Supertalent“-Casting in Ulm

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Wollen den Sprung in die Show schaffen: Leonie, Carlotta, Emely und Lorena sind vom Bodensee nach Ulm gefahren, um ihre Rope-Ski
Wollen den Sprung in die Show schaffen: Leonie, Carlotta, Emely und Lorena sind vom Bodensee nach Ulm gefahren, um ihre Rope-Skipping-Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Fotos: Dagmar Hub (Foto: Dagmar Hub)
Schwäbische Zeitung
Dagmar Hub

Leonie und ihre Schwester Lorena, Carlotta und Emely haben etliche Zuschauer, als sie mit dem Double-Dutch-Seil vor dem Hotel Lago spektakuläre Sprünge machen, im Handstand und aus dem Liegestütz über das bunte Seil springen. Doch die vier Mädchen vom TSV Hergensweiler bei Lindau zeigen ihre Kunst nicht zum Spaß der Zuschauer: Sie proben für ihren Auftritt beim offenen Casting für die Herbst-Ausgabe der RTL-Show „Das Supertalent“. In Ulm machte am Samstag die sechste Talentsuche des Casting-Teams der Fernseh-Show Station, und viele kamen, um ihre Talente im Singen, Tanzen oder bei ausgefalleneren Themen wie Rope Skipping, also Seilspringen, unter Beweis zu stellen.

Haare identisch geflochten

Die 14-jährige Leonie, die den Sport seit acht Jahren betreibt, hat alles organisiert und ihre beiden gleichaltrigen Freundinnen sowie ihre zwölfjährige Schwester von der Anmeldung fürs Casting überzeugt: Die vier Mädchen vom Bodensee fuhren mit ihrem Trainer nach Ulm. Sie flochten sich die Haare auf identische Weise und beschäftigen sich mit Üben und guter Laune, um die Zeit bis zum Auftritt vor der Jury zu überbrücken und um nicht zu lange im Warteraum ausharren zu müssen. Schließlich kann man da nervös werden.

Ein bisschen unruhig und mit roten Wangen sitzt dort die 15-jährige Assya aus Dillingen neben ihrer Mutter. Assya muss sich jetzt – kurz vor dem Auftritt vor der Jury – entscheiden, ob sie James Arthurs „Impossible“ oder John Legends „All Of Me“ vor der Jury singen will. Die Schülerin träumt von einer Bühnenkarriere. Aber ob es beim „Supertalent“ klappt? Assya weiß, wie sie sich trösten kann, falls es nicht klappt mit einem ersten Fernseh-Auftritt. „Ich will dazu lernen“, sagt sie. „Ich will mich verbessern und Erfahrungen sammeln. Und wenn ich weiterkomme, freue ich mich total. Wenn nicht, war es eine Erfahrung.“

Adrenalin und Wartezeiten

Die Erfahrung, nicht weiterzukommen, hat Simone aus Sizilien schon gemacht, als er sich in Italien bei Casting-Shows beworben hat. Kurz vor seinem Auftritt fühlt sich der Tanzlehrer mit dem Künstlernamen „Ximo“, der Michael Jacksons Art zu tanzen doubelt und zu einen Remix der Songs des verstorbenen Sängers im Lago auftritt, besonders fit. „Es ist jede Menge Adrenalin da“, sagt er. „Ich bin bereit.“ Aber erst einmal muss auch er warten.

Selbstbewusst sitzt der 22-jährige Anestis aus dem Bibertal im Warteraum. Er ist Rapper, seit Kindertagen, und hat sich den Künstlernamen „Alpha“ gegeben. Sein Idol ist der Berliner Gangsta-Rapper Bushido, über den Anestis in der Schule sogar einmal ein Referat hielt. Seitdem schreibt er eigene Texte und rappt sie. „Anfangs waren die Lieder nicht so toll“, räumt der junge Mann ein. „Aber ich mache Rap als eine Art Selbsttherapie. Wenn ich mit jemandem ein Problem habe, kläre ich es nicht auf der Straße, sondern ich schreib einen Song und singe ihn. Außerdem ist Rap das derzeit erfolgreichste Genre.“ Er mache die Musik aber eigentlich nicht für sich selbst. „Sondern für meine Mama. Ich möchte, dass sie stolz auf ihren Sohn ist. Sie ist mein größtes Vorbild.“

Die offenen Castings für „Das Supertalent“ machen noch bis Juni in verschiedenen Städten in Deutschland, Österreich und der Schweiz Station.

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