So soll das Museum Ulm auch jüngere Menschen locken

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 Museumschefin Stefanie Dathe (Mitte) und HNU-Professor Jens Pätzmann (links von ihr) freuen sich über die guten Ideen der Gewin
Museumschefin Stefanie Dathe (Mitte) und HNU-Professor Jens Pätzmann (links von ihr) freuen sich über die guten Ideen der Gewinnergruppen. (Foto: Alexander Kaya)
Marcus Golling

Direktorin Stefanie Dathe weiß, dass ihr Museum Ulm viel zu bieten hat. Aber es ist schön, das von anderen bestätigt zu bekommen – erst recht von Menschen, die vergleichsweise selten zu den Besuchern gehören: Studenten.

22 Studierende des Studiengangs „Masters of Advance Management“ der Hochschule Neu-Ulm haben sich im Rahmen des Konzeptionsseminars „Strategic Brand Management“ bei Professor Dr. Jens Pätzmann mit dem Haus auseinandergesetzt.

Dabei ging es vor allem um zwei Fragen: Wie kann das Museum Ulm für ein jüngeres Publikum und jüngere Zielgruppen attraktiv sein? Und: Wie kann ein Club junger Museumsfreunde für das Museum Ulm etabliert werden?

Kürzlich präsentierten die – überwiegend weiblichen – Studierenden die Ergebnisse ihrer Arbeit vor Ort im Museum. Sechs Gruppen hatten über einen Zeitraum von drei Wochen jeweils eigene Konzepte entwickelt und hatten dabei der Museumschefin zufolge „sehr viele gute Ideen“, vor allem viele, die auch in der Praxis anwendbar sind. Das freute Dathe besonders, die beklagte, dass bei Tagungen von Museumsleuten oft große Visionen vorgestellt würden, aber selten die Frage beantwortet würde, wie man diese genau umsetzen soll.

Museum als wilder Garten

Das beste Konzept, so die Idee, sollte ausgezeichnet werden. Doch am Ende einigten sich Professor Pätzmann und das Museumsteam darauf, zwei Papiere herauszuheben. Das eine, erarbeitet von Melanie Theilemann, Frederic Karberg, Katharina Stork und Diana Erb, betrachtete das Museum als wilden Garten – beziehungsweise als „gARTen“.

In diesem könnte jeder Interessierte sich für einen Teil einsetzen. Wichtigstes Mittel der Kommunikation nach außen ist für diese und alle andere Gruppen das soziale Netzwerk Instagram; Facebook spielt in den Strategien der angehenden Marketingfachleute kaum noch eine Rolle.

Museum als Teigtasche

Das zweite Team – Julia Trudel, Susie Kurniawan, Christine Müller und Carolin Horst – betrachtet das Museum Ulm als „Digital Dumpling“: also als Teigtasche, die äußerlich nicht viel her macht, aber einen köstlichen Inhalt hat.

Das Ziel müsse also sein, den Menschen Appetit zu machen. Eine weitere Idee des Quartetts ist eine „fULMinant“-App, die wie eine Art Tinder für Kunstfreunde funktioniert: Sie bringt Menschen in Kontakt, die denselben Kunstgeschmack haben. Einen Club für junge Museumsfreunde, wie in der Ausschreibung angedacht, gibt es weder in diesem Konzept noch in den anderen fünf. Auch das ist ein Ergebnis, das für das Museum interessant sein dürfte.

Für die Studenten aus den Gewinnergruppen gab es als Belohnung Gutscheine fürs Roxy.

Tod im Tal des Löwenmenschen
Das Lonetal ist rund 45 Kilometer lang und besonders für seine Höhlen bekannt. In einer von ihnen wurde das älteste figürliche Kunstwerk der Menschheit entdeckt: der Löwenmensch. 2017 wurden die Höhlen zum Unesco Welterbe „Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb“ ernennt. Wesentlich weniger Aufmerksamkeit bekommen jedoch die anderen archäologischen Funde aus dem Lonetal. Und auch die sind zahlreich. Ihnen widmet das Museum Ulm nun eine Sonderausstellung: Tod im Tal des Löwenmenschen.
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