So läuft der Umbruch in den Kreiskliniken

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Michael Ruddigkeit

Das Defizit der Kliniken der Kreisspitalstiftung fällt voraussichtlich um 600.000 Euro niedriger aus als geplant. Das ergibt die Hochrechnung fürs zweite Quartal. Sollten die Zahlen bis Jahresende Bestand haben, ergibt sich ein Minus von 13,4 Millionen Euro. Finanziell geht es also leicht aufwärts.

„Wir hätten uns mehr gewünscht“, sagte Stiftungsdirektor Marc Engelhard im Krankenhausausschuss des Kreistags. Wie er erläuterte, haben sich die Zahlen in den drei Krankenhäusern sehr unterschiedlich entwickelt. In Weißenhorn ist eine Ergebnisverbesserung von 1,1 Millionen Euro zu erwarten, in Illertissen eine Verschlechterung um eine halbe Million Euro und in Neu-Ulm ein leichter Rückgang um 10.000 Euro.

 Marc Engelhard.
Marc Engelhard. (Foto: Alexander Kaya)

Durch die Neuregelungen für Notaufnahmen sind die Zahlen in der Illertalklinik zurückgegangen. Davon profitiert die Stiftungsklinik Weißenhorn.

Laut Engelhard ist es das Ziel, spätestens bis Mitte 2020 die akutstationäre Versorgung komplett nach Weißenhorn zu transferieren. „Wir brauchen natürlich auch die Räume dafür.“

Dafür laufen bereits die Vorbereitungen. Möglichst rasch soll in der Stiftungsklinik eine zentrale Sterilisationsversorgungsabteilung gebaut werden. Das Bauvolumen beträgt etwa vier bis fünf Millionen Euro. Damit der Neubau gefördert wird, muss aber zunächst eine Bedarfsfeststellung vorliegen. „Ich gehe davon aus, dass im Frühjahr 2020 die Bewilligung der Mittel erfolgen wird“, sagte Engelhard.

Für die Illertalklinik, die zu einem Gesundheitszentrum umgestaltet werden soll, wurde eine bauliche Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Die Auslastung der geriatrischen Rehabilitation ist laut dem Stiftungsdirektor sehr hoch. Möglicherweise könne eine dritte Station eingerichtet werden. Außerdem werden Altenpflege, Tagespflege und intensivbetreute Pflege als altersmedizinische Schwerpunkte der Zukunft betrachtet.

Hohe Relevanz habe der Aufbau einer Krankenpflegeschule am Standort Illertissen. „Die wollen wir schnellstmöglich an den Start bringen“, so Engelhard. In Neu-Ulm steht die Sanierung der Donauklinik auf der Agenda, die in den nächsten zehn Jahren um die 30 Millionen Euro kosten wird.

Was die Prioritäten in den Kreiskliniken angeht, habe das Ministerium „Weißenhorn first“ gesagt, parallel dazu Illertissen, Neu-Ulm etwas später, so Engelhard.

Wie berichtet, hat der Kreistag im Juli beschlossen, dass es künftig nur noch zwei Akutkrankenhäuser geben soll, in Neu-Ulm und Weißenhorn. Die Illertalklinik soll zu einem Gesundheitscampus umgebaut werden.

Ulrich Schäufele (SPD) fragte, wie dies in der Belegschaft angekommen sei. „Jeder hat sich gefreut, dass endliche eine Entscheidung getroffen wurde“, meinte der Stiftungsdirektor. In Illertissen seien die Reaktionen zweigeteilt gewesen. Den Mitarbeitern sei jedoch deutlich gemacht worden, dass der Standort weiter Priorität habe. Der Transformationsprozess bleibe eine Herausforderung.

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