So haben Sie die Alb noch nie gesehen

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 Auch dieses Foto ist in der neuen Ausstellung zu sehen.
Auch dieses Foto ist in der neuen Ausstellung zu sehen. (Foto: Bernd Nill)
Schwäbische Zeitung

Das Naturkundliche Bildungszentrum Ulm (NaBi) zeigt vom 16. Januar bis 29. März eine Auswahl der besten Bilder aus dem Projekt „Wilde Alb“ in einer Sonderausstellung. Mit einer live moderierten Multivisionsshow und eigens für die Show komponierter Musik wird die Ausstellung am 16. Januar um 18 Uhr im Kornhaus eröffnet. Der Eintritt ist frei. NaBi-Leiter Peter Jankov hofft laut Mitteilung „auf großes Publikumsinteresse“, denn „diese Eröffnung ist eine eindrucksvolle Liebeserklärung an unsere faszinierende Schwäbische Alb“.

Die „Wilde Alb“ ist ein Fotoprojekt der Gesellschaft für Naturfotografie, ehemals Gesellschaft Deutscher Tierfotografen (GDT), die nach ihrer Erstpräsentation Ende letzten Jahres in Urach nun auch im Naturkundlichen Bildungszentrum Ulm zu sehen sein wird.

Über drei Jahre waren die Fotografinnen und Fotografen der Regionalgruppe Württemberg-Bayern der Gesellschaft für Naturfotografie auf der Schwäbischen Alb unterwegs. Zu jeder Tages- und Nachtzeit und bei jedem Wetter haben sie die Besonderheiten dieser Landschaft in „atemberaubenden Aufnahmen“ festgehalten.

Die Schwäbische Alb ist eine der artenreichsten Kulturlandschaften Mitteleuropas. Sie erstreckt sich auf einer Länge von rund 200 Kilometern quer durch Baden-Württemberg. Wie zahlreiche Fossilien belegen, tummelten sich hier vor 190 bis 130 Millionen Jahren im tropisch warmen Jurameer riffbildende Korallen, Schwämme, Seelilien, Ammoniten, Bellemniten, Fischsaurier und andere Meeresbewohner. Die Ablagerungen aus der Jurazeit bilden als Ton-, Kalk- und Mergelsteine das Grundgebirge der Schwäbischen Alb. Im weiteren Verlauf der Erdgeschichte wurde das Meer zurückgedrängt, es kam zu einer Schrägstellung der abgelagerten Schichten und die Alb wurde Festland. Damit begann die Verwitterung und Verkarstung der Alboberfläche und der tieferen Gesteinsschichten. Es entstanden weit verzweigte Höhlensysteme und es bildeten sich die typischen Landschaftsformen heraus: die flache, leicht wellige Albhochfläche, der Albtrauf mit felsigen tiefen Taleinschnitten und der Albabstieg, der sanft in das Donautal und Alpenvorland übergeht.

Heute fliegen Wanderfalken über die Felsen, Uhus jagen in der Dämmerung, Salamander leben in den kühlen Quellregionen, seltene Orchideen blühen auf den Wacholderheiden und Raritäten wie der Alpenbock krabbeln im Unterholz der Buchenwälder. Seit einigen Jahren werden sogar wieder durchziehende Wölfe und Luchse gesichtet.

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