Skifahrer aus Ulm überleben Lawinenabgang in Tirol

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 Eine Skischulgruppe des VfB Ulm ist mit einer Skilehrerin auf der Piste, als plötzlich die Lawine abgeht. Sie werden mitgerisse
Eine Skischulgruppe des VfB Ulm ist mit einer Skilehrerin auf der Piste, als plötzlich die Lawine abgeht. Sie werden mitgerissen, können sich aber selber befreien. Symbolbild. (Foto: dpa / Barbara Gindl)
Digital-Redakteur Alb-Donau-Kreis/Ulm

Bei einem Lawinenabgang am Sonntag im österreichischen Berwang (Tirol) sind sieben Skisportler des VfB Ulm teilverschüttet worden. Das bestätigten Michael Schmidle, Leiter der Ski-Abteilung, und Daniel Smrdel, Skilehrer beim VfB Ulm, am Mittwoch im Gespräch mit der „Schwäbischen Zeitung“.

Beide waren nach eigenen Angaben beim Lawinenabgang nicht dabei, haben aber mit den Beteiligten – Erwachsenen über 30 Jahre alt – gesprochen. Die Betroffenen wollen sich zum Erlebten nicht äußern, so Schmidle und Smrdel. Am Mittwochabend wurden die Vorkommnisse in einer internen Sitzung der Skiabteilung besprochen, um das Geschehen aufarbeiten zu können.

„Wir können bislang bestätigen, dass eine Skischulgruppe und eine Skilehrerin von uns auf der Piste waren und mitgerissen wurden“, sagen sie. Vollverschüttet sei von den Skifahrern des VfB Ulm niemand gewesen. Ihnen wurde – so beschreiben es Schmidle und Smrdel vergleichsweise – „der Teppich unter den Füßen weggezogen“. Die sieben Wintersportler des VfB seien „umgeschmissen“ worden und sollen dann quasi auf dem Schnee geschwommen sein. „Sie wurden nicht vollverschüttet“, sagen die VfB-Verantwortlichen.

Skitour wegen Lawinengefahr abgesagt

Zudem soll es sich bei den teilverschütteten Sportlern um Skifahrer gehandelt haben. Mit Tourenski – mit denen man auch den Berg hinauflaufen kann – sowie abseits der gesicherten Piste sei niemand unterwegs gewesen. Das betonen die Verantwortlichen des Ulmer Ski-Abteilung deutlich. „Wir fahren nur auf diesen Pisten, die uns die Lawinenkommission vorgibt.“ Weil an jenem Tag eine Lawinenwarnung der Stufe 3 ausgegeben war, sei die eigentlich geplante Skitour abgesagt worden.

Die Sportler aus Ulm und der näheren Umgebung blieben alle unverletzt. Einzig die Ausrüstung, wie Ski und Skistöcke fehlen teilweise. „Da läuft aktuell die Suche mit entsprechenden Geräten“, berichten die beiden Vertreter des VfB Ulm.

Insgesamt elf Menschen verschüttet

Wie die Polizei in Tirol mitteilte, ging die Lawine gegen 13.35 Uhr im Gemeindegebiet Berwang im Bereich des Thanellerkarliftes ab. Die Lawine habe sich demnach zunächst in drei Rinnen geteilt und habe in der Folge im Bereich der Bergstation auf einer Seehöhe von ungefähr 1500 Metern einen Ziehweg und teilweise die Skipiste verschüttet. Insgesamt sind laut Polizei durch die Lawine zehn Personen teil- und eine Person vollverschüttet worden. Alle Sportler im Alter von 17 bis 59 Jahren hätten sich aber selbständig befreien können und blieben unverletzt.

Im Einsatz waren laut Polizei die Bergrettung Berwang und Bichlbach mit insgesamt 30 Einsatzkräften, drei Lawinenhundeführer mit Lawinensuchhunden, zwei Polizeialpinisten sowie sieben Personen des Liftpersonals. Die Einsatzkräfte wurden mit Pistengeräten und Skidoos zum Lawinenkegel gebracht. Nachdem die Lawinenkegel von den Lawinensuchhunden abgesucht und von den Einsatzkräften sondiert worden waren, konnte der Einsatz laut Polizei um 18.10 Uhr beendet werden.

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