Senioren um knapp 400.000 Euro betrogen: „Falscher Polizist“ muss sich vor Gericht verantworten

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 Vorsicht vor falschen Polizisten.
Vorsicht vor falschen Polizisten. (Foto: Martin Gerten)
Schwäbische Zeitung

Sie sind vielfach bekannt aus der Presse – weil die Polizei eindringlich vor ihnen warnt: „Falsche Polizisten“, die bevorzugt ältere Menschen um ihr Erspartes bringen, auch in Ulm und im Alb-Donau-Kreis. Ab Freitag muss sich ein solcher mutmaßlicher Betrüger vor dem Ulmer Landgericht verantworten.

Dem 25-Jährigen wird vorgeworfen, in zwölf Fällen als „Geldabholer“ fungiert zu haben. Zwischen März 2019 bis Ende Juni soll er so einen Gesamtschaden von 394 663 Euro mitverursacht haben. Die Geschädigten waren im Alter von 58 bis 92 Jahren.

Der zu den Tatzeitpunkten 24-jährige Angeklagte soll Teil einer Bande gewesen sein, die nach dem Modus operandi „Falscher Polizeibeamter“ Betrugstaten im süddeutschen Raum, unter anderem in Ulm und Göppingen, begangen haben soll.

Die Opfer werden in großer Zahl von Mitgliedern der Bande angerufen, die sich als Polizeibeamte ausgeben und vor unmittelbar bevorstehenden Überfällen oder Einbrüchen warnen. Die Angerufenen werden aufgefordert, ihre Wertsachen zu ihrem Schutz an angebliche Polizeikollegen auszuhändigen.

Erklären sich die Angerufenen bereit, werden sie von sogenannten „Abholern“ – wie der Angeklagte einer gewesen sein soll – aufgesucht, die die Wertsachen in Empfang nehmen und dann bei ihren Hintermännern abliefern.

Dem Angeklagten wird banden- und gewerbsmäßiger Betrug in Tateinheit mit Amtsanmaßung vorgeworfen. Er befindet sich in U-Haft.

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